Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Parkgebühren: Der Gossauer Stadtrat lässt Gnade für Sportler und Shopper walten

Der Gossauer Stadtrat verzichtet auf Verschärfungen beim Parktarif. Dabei schielt er auch nach Herisau.
Johannes Wey
Die strengere Bewirtschaftung, beispielsweise beim Schwimmbadparkplatz, fällt weg. Bild: Lisa Jenny (9. August 2019)

Die strengere Bewirtschaftung, beispielsweise beim Schwimmbadparkplatz, fällt weg. Bild: Lisa Jenny (9. August 2019)

Wer in Gossau abends ins Unihockey-, Handballtraining oder auf einen Schwumm geht, kann aufatmen: Der Stadtrat verzichtet darauf, auf den Parkplätzen bei den Sportanlagen täglich von 8 bis 22 Uhr Parkgebühren einzuziehen. Auch die halbe Stunde, während der man heute im Zentrum gratis parkieren kann, wird nicht angetastet. Der Stadtrat hatte diese beiden Massnahmen in seinem Entwurf des Parkiertarifs vorgesehen, im Parlament aber von allen Fraktionen mit Ausnahme der SP Kritik dafür eingesteckt.

«Das Parlament hat den Stadtrat klar dazu aufgerufen, die Sportler nicht zu bestrafen», sagt Stadträtin Gaby Krapf-Gubser. Was das Gratisparkieren angeht, hat der Stadtrat seine Meinung auch wegen einer Abstimmung in der Nachbargemeinde geändert: Im vergangenen September stimmten die Herisauerinnen und Herisauer mit über 77 Prozent Ja-Stimmen für die Einführung einer solchen Gratis-Halbstunde. Eine entsprechende Initiative hatten Gewerbeverein und SVP lanciert.

Im Widerspruch zum Agglomerationsprogramm

Angst, dass Gossau als Einkaufsstandort gegenüber Herisau ins Hintertreffen geraten könnte, habe den Stadtrat dabei nicht getrieben, beteuert Gaby Krapf. Vielmehr vermutete man nach dem deutlichen Ja im Ausserrhoder Hauptort, dass die Gossauerinnen und Gossauer gleicher Meinung seien.

Mit dem Verzicht auf die beiden Verschärfungen wird ein weiteres Mal eine Strategie aus dem Stadtentwicklungskonzept (STEK) nicht verfolgt: «Monetäre Bewirtschaftung verstärken» – mit dieser Formulierung aus dem STEK hatte Krapf die vorgesehenen Änderungen im Stadtparlament noch verteidigt. «Man kann sich fragen, wie verbindlich das Stek als Leitfaden sein soll», sagt sie nun – auch bei künftigen Geschäften. «Die Massnahmen verlangen nun mal in vielen Bereichen ein Umdenken.»Auch im Agglomerationsprogramm sei zudem festgehalten, dass Parkplätze als Massnahme gegen zu viel Verkehr grundsätzlich von der ersten Minute an kosten sollen.

Die beiden Verschärfungen habe der Stadtrat vor drei Jahren ins Auge gefasst. Nun habe er sie in seiner neuen Zusammensetzung nach den Reaktionen im Parlament «nochmals intensiv diskutiert» und anders entschieden. Sie selbst scheint nicht restlos vom Entscheid überzeugt: Die Streichung der Gratis-Halbstunde wäre aus ihrer Sicht zumutbar gewesen. Angesichts von 50 Rappen sehe sie keinen Nachteil für das einheimische Gewerbe gegenüber Herisau. «Aber natürlich spielen da auch Emotionen mit», sagt Krapf.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.