Pächter des Rorschacher Restaurants Schweizerhof sagen Adieu

Cordon bleus, Racletteabende und viel Musik - die Rietbergers haben mit ihrem Lokal über zehn Jahre lang die Rorschacher Beizenszene geprägt. Ihr Nachfolger kennt sich in Sachen Unterhaltung aber ebenfalls bestens aus.

Res Lerch
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Ruschi und Stefan Rietberger führten den «Schweizerhof» seit 2009.

Ruschi und Stefan Rietberger führten den «Schweizerhof» seit 2009.

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In der Rorschacher Gastroszene bahnt sich ein Wechsel an. Die Pächter des Restaurants Schweizerhof haben sich, zeitgleich mit dem Corona-Lockdown, in den Ruhestand verabschiedet. Über zehn Jahre waren sie in dem Lokal am Drücker.

Das bedeutet allerdings nicht das Aus für die Beiz. Denn ein Nachfolger ist bereits gefunden.

Alles war aufgegleist - doch dann kam Corona

Es war eigentlich schon längere Zeit bekannt, dass Ruschi und Stefan Rietberger mit dem Wirten aufhören wollen. Nachdem sie letztes Jahr noch mit rauschenden Festen das zehnjährige Bestehen feierten und bereits das Pensionsalter erreicht hatten, wurde ein Wechsel auf Ende August 2020 in Betracht gezogen.

Einen Nachfolger in der Person von Marcus C. Held (er hat in all den Jahren den Schweizerhof vor allem mit seinen «Elvis»-Auftritten musikalisch begleitet) war bereits gefunden und die Verträge zusammen mit dem Vermieter aufgegleist. Doch dann kam Corona.

Elvis-Imitator Marcus C. Held bei einem Auftritt im Jahr 2017. Er wird den «Schweizerhof» in Rorschach übernehmen.

Elvis-Imitator Marcus C. Held bei einem Auftritt im Jahr 2017. Er wird den «Schweizerhof» in Rorschach übernehmen.

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Geplant war ein musikalischer Strauss mit allen Schattierungen, die man in den letzten Jahren im Schweizerhof erleben durfte und natürlich, dass sämtliche Grillstationen auf der Terrasse nur noch so vor sich herglühen. Der Lockdown hat dann aber diese Strategie über den Haufen geworfen und Rietbergers beschlossen, das Wechselprozedere vorzuziehen und selber nicht mehr zu wirten.

Rorschach zum Konzertstädtchen gemacht

Ruschi und Stefan Rietberger haben am 1. August 2009 das Lokalmit der grossen gedeckten Terrasse an der Eisenbahnstrasse, unmittelbar an der St.Galler-Bahnlinie, übernommen. Nachdem das Restaurant Schweizerhof im Vorfeld rund ein Jahr geschlossen blieb war man damals gespannt, mit welchem Konzept die beiden aufwarten. Soviel vorweg: die Kombination zwischen Musik und kulinarischen Eckpunkten hat voll eingeschlagen.

Mit den Frühschoppenkonzerten mit Flip-chair am Sonntagmorgen hat das Wirtepaar in der Stadt Rorschach kulturelle Akzente gesetzt. Dieser Anlass hat sich über die Jahre hinweg zu einem populären Ereignis entwickelt. Aber auch die anderen unzähligen Musikunterhaltungen haben viel dazu beigetragen, dass Rorschach als Konzertstädtchen weit über die Region hinaus bekannt wurde.

Gäste kamen von weit her für die Cordon bleus

In einem Restaurant darf natürlich die Küche nicht fehlen. Das tat sie auch im Schweizerhof nicht. Während Stefan Rietberger mehrheitlich für den Bereich Musik und Service verantwortlich zeichnete, war es seine Frau Ruschi, die in der Küche das Sagen hatte. Für ihre Cordon bleus reisten die Leute von weit her an den Bodensee, die Tischgrills waren sehr beliebt und mit ihren «Mittelalterabenden» oder dem «Tschechisch-Slowakischen-Abend» haben beide auch versucht, etwas anders als die anderen Restaurants zu sein.

«Nichts für Weicheier …»

Unbestrittener Höhepunkt im kulinarischen Jahreskalender war im «Schweizerhof» aber zweifelsfrei der Fondue- und Racletteabend vor Weihnachten, der traditionell auf der Terrasse stattfand. Das Thermometer konnte anzeigen, was es wollte. Das waren dann Abende, von denen man lange zehren konnte und mit denen sich das Wirtepaar seinen Platz in den Herzen der Teilnehmenden gesichert hat. Nicht von ungefähr gab es jeweils den Hinweis «Nichts für Weicheier…».

Der Schweizerhof war nicht nur als Musik- und Gourmettempel ein Begriff. Ebenfalls weit über die Region hinaus bekannt war der Dienstag-Nachmittags-Seniorentanz mit Lotty Luraschi. Auch dieser stets gut besuchte Tanznachmittag darf mittlerweile auf eine zehnjährige Geschichte zurückblicken.

Es geht weiter

Ruschi und Stefan Rietberger werden demnächst ihre neue Wohnung beziehen, die lediglich einen Steinwurf vom Schweizerhof entfernt liegt. Ihr Nachfolger, Marcus C. Held, wird das Zepter im Schweizerhof übernehmen, sobald einige Anpassungsarbeiten im Restaurant erfolgt sind. Ein genaues Datum liegt aber noch nicht vor.

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