Ostschweizer Reisebüro Surp.travel setzt auf Überraschungsboxen, um die Coronakrise zu überbrücken

Die Coronakrise hat die Reisebranche zum Erliegen gebracht. Der St.Galler Überraschungsreisen-Veranstalter Surp.travel versucht mit einer kreativen Idee, den Umsatzrückgung aufzufangen. Auch bei Surp.box geht es um Überraschungen.

Marco Cappellari
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Das Surp-Team: Marcial Bollinger, Nicole Bollinger und Andreas Näf.

Das Surp-Team: Marcial Bollinger, Nicole Bollinger und Andreas Näf.

Bild: PD

Überraschungen sind ihr Geschäft: Seit vier Jahren bietet das Ostschweizer Startup Surp.travel Städtereisen in Europa an, wobei die Reisenden erst am Flughafen erfahren, wohin es geht. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Unternehmen bereits über 2000 Buchungen. «Für dieses Jahr rechneten wir mit 2500 Buchungen», sagt Gründer Andreas Näf. Das war vor der Coronakrise.

Besonders schmerzhaft: «Februar bis April ist unsere Hauptsaison», sagt Näf. Eine Notlösung musste her. Als Reisebüro hat Surp.travel zwar keine hohen Fixkosten.

«Doch wenn 100 Prozent des Umsatzes entfallen, muss man reagieren.»

So entstand die Idee, mit lokalen Geschäften und Manufakturen Überraschungsboxen anzubieten und so den Umsatzverlust etwas aufzufangen. «Mit surpbox.ch wollen wir an unserem Überraschungskonzept festhalten. Statt unsere Kunden auf Reisen zu schicken, bringen wir die Überraschung mit unseren Themenboxen in ihre Wohnung», sagt Näf.

Gleichzeitig soll mit der Idee dem unter der Coronakrise leidenden lokalen Gewerbe geholfen werden.

Vor einer knappen Woche ging die erste Version der Webseite surpbox.ch online, wo Näf derzeit drei Themenvarianten der Überraschungsboxen in zwei Grössen anbietet: «Wellness & Relax», «BierProbier» und «Dinner @ Home» für je 35 oder 70 Franken. Weitere sollen später dazukommen.

Erste bestätigte Kollaborationen

Bisher bestätigt ist die Zusammenarbeit mit dem St.Galler Label Kolorit, der Weinhandlung Vogelsanger, der Biergarage St.Gallen sowie der Hairlounge 5 Eleven. «Wir haben noch zahlreiche weitere Anfragen von lokalen Manufakturen, die bald mit ins Sortiment genommen werden», sagt Näf.

Dem Jungunternehmer ist bewusst, dass die Überraschungsboxen niemals den gesamten Umsatzeinbruch seines Reisebüros kompensieren werden.

«Es ist ein Experiment. Wenn es sich nicht rentiert, haben wir zumindest etwas Gutes getan, indem wir die lokalen Geschäfte unterstützen.»

Doch die Idee scheint anzukommen. «Wir haben mittlerweile über 150 Bestellungen erhalten, ohne dass wir irgendeine Form der Werbung gemacht haben», sagt Näf. Es ist ein Erfolg, den er brauchen kann. Denn er ist sich sicher: «Die Coronakrise wird uns noch lange beschäftigen. Es wird Monate dauern, bevor die Reisebuchungen wieder das Vorkrisenlevel erreicht haben werden.»

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