Ostschweizer Gemeindetagung erstmals digital: Gemeinden können auch Positives aus der Coronakrise gewinnen

Am Freitagnachmittag ist die zehnte Ostschweizer Gemeindetagung in digitaler Version abgehalten worden. Sie zieht ein erstes Fazit und zeigt, wie die Gemeinden mit der Coronakrise zurechtkommen.

Siri Würzer
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Anstatt im Gebäude der Ostschweizer Fachhochschule, fand die Ostschweizer Gemeindetagung dieses Jahr zum ersten Mal online statt.

Anstatt im Gebäude der Ostschweizer Fachhochschule, fand die Ostschweizer Gemeindetagung dieses Jahr zum ersten Mal online statt.

Bild: Hanspeter Schiess (2. April 2014)

Die zehnte Ostschweizer Gemeindetagung stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Coronakrise und dem damit einhergehenden digitalen Wandel. Unterstrichen wurde diese Entwicklung durch die erste Sitzung, die in digitaler Ausgabe über Zoom abgehalten wurde. Wegen der momentanen Situation hatte das Organisationskomitee nämlich entschieden, die Tagung online durchzuführen und auf zwei Tage zu verteilen.

So findet der zweite Teil, in dem es um das Soziale in Krisenzeiten sowie um die digitale Unternehmenskultur in Gemeinden geht, am Freitagnachmittag, den 11. Dezember, statt.

Bei der Eröffnung identifizierte bereits Lineo Devecchi, Co-Leiter vom Zentrum für Gemeinden an der Oschschweizer Fachhochschule Ost (OGZ), das Potenzial von jeglichen Krisen, als «Innovationsförderungsbooster» zu wirken. So ging es während der zweieinhalb Stunden mitunter darum, wie die Gemeinden als unterste Ebene der föderalistischen Struktur den Paradigmenwechsel erlebt und gemeistert haben.

Die Coronakrise hat auch positive Entwicklungen angestossen

Aus der Kommunikation mit den Ostschweizer Gemeinden habe man erfahren, dass etwa der Wechsel zur Arbeit im Homeoffice grösstenteils ohne Probleme vonstattengegangen sei. Der persönliche Austausch von Angesicht zu Angesicht habe an der Tagung in diesem Jahr natürlich gefehlt. Trotzdem mangelte es nicht an konkreten Inputs.

So wurden etwa die Erfahrungen der Gemeinde Goldach vorgestellt. Die Coronakrise hat sie dazu bewogen, das Projekt der anstehenden Ortsplanung auf eine neue Weise anzugehen. Prozesse wie die Mitsprache der Bevölkerung bei der Gestaltung der Ortsplanung und konkrete Anregungen wurden digitalisiert.

Die richtige Kombination digitaler und analoger Arbeitsprozesse

So konnte die Gemeinde Goldach ohne direkte Begegnungen oder Briefverkehr mit den Bürgern in Kontakt treten und auf deren Vorschläge schnell und persönlich reagieren. Erfolgreich war dabei nach Richard Falk, Gemeinderatsschreiber von Goldach, die sinnvolle Kombination von analogen und digitalen Mitteln, um sowohl in Breite informieren zu können als auch in die Tiefe zu gehen.

Organisiert wird die Gemeindetagung jeweils vom Team des OZG, Zentrum für Gemeinden an der Ostschweizer Fachhochschule OST. In diesem Jahr feiert es das zehnjährige Bestehen. Und anstatt Enttäuschung darüber zu zeigen, dass alle Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum abgesagt werden mussten, stimmt Sibylle Minder, Leiterin der Fachabteilung interdisziplinäre Querschnittsthemen und Mitglied der Hochschulleitung OST, einen Ton der Zuversicht und Hoffnung an: Sie sei sich sicher, dass die Ostschweizer Gemeinden diese Herausforderung meistern werden und die Teilnehmenden an der Tagung im nächsten Jahr deshalb sogar noch mehr zu feiern haben würden.

Der Tagung beigewohnt haben auch die Kabarettisten Patti Basler und Phlippe Kuhn. Sie haben nach den zweieinhalb Stunden zum Abschluss ihr Instantprotokoll vorgetragen.

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