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Orhan Dogan und seine Söhne wirten seit zwanzig Jahren im St.Galler «Kränzlin»: Pioniere des Kebab und der Shisha

Orhan Dogan hat den Kebab nach St.Gallen gebracht. Seit Jahren arbeiten seine Söhne im Familiengeschäft mit. Dabei haben sie für sich auch neue Nischen entdeckt.
Miguel Lo Bartolo
Orhan Dogan (rechts) und Sohn Dogus in der Kränzlin-Bar. (Bild: Michel Canonica)

Orhan Dogan (rechts) und Sohn Dogus in der Kränzlin-Bar. (Bild: Michel Canonica)

An der Brühlgasse 36 hat Orhan Dogan 1994 den vermutlich ersten Kebab der Ostschweiz eröffnet, den legendären «Joker Grill». Die Spezialität, wie sie heute an jeder zweiten Ecke der Stadt zu haben ist, habe er massgeblich mitentwickelt, sagt der 49-Jährige. Unter anderem sei er Hauptimporteur der vietnamesischen Sauce gewesen, die mittlerweile vom Kebab nicht mehr wegzudenken ist.

Seit 1999 ist Dogan in der Liegenschaft des einst legendären Stadtrestaurants Kränzlin in St.Gallen tätig. Das Lokal im Erdgeschoss des prominenten Hauses am Schibenertor hat er 2011 verpachtet. Mit seinen Söhnen konzentriert er sich auf den Bar- und Hotelbetrieb in den oberen Etagen. «Hier packt jeder mit an», sagt er.

Wie die Eltern

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Dieses bekannte Sprichwort meint, dass ein Kind Eigenschaften und Verhaltensweisen der Eltern übernimmt. In einer losen Serie porträtiert die «Tagblatt»-Stadtredaktion Familien, in denen ein Kind dasselbe macht wie die Mutter oder der Vater – beruflich, politisch, gesellschaftlich, sportlich oder künstlerisch. (red)

Der älteste Sohn von Orhan Dogan, Dogus Dogan, arbeitet schon seit acht Jahren im Familienbetrieb. Für Stammkunden war er lange Zeit das Gesicht der Shisha-Bar. Die «goldenen Jahre der Shisha», wie sie der Vater nennt, seien aber längst vorbei.

Vom Tellerwäscher zum Gastro-Unternehmer

Orhan Dogan kommt 1987 in die Schweiz. «Ich war nur einer von vielen Kurden, die in Zürich nach Perspektiven suchten.» Er arbeitet dort zuerst als Tellerwäscher, danach als Hilfskoch und Kellner. In der Gastronomie habe er sich schon immer wohl gefühlt. «Nach sieben Jahren im Hamsterrad war es dann aber Zeit, mein eigenes Ding zu machen», sagt er.

Im «Joker Grill» an der Brühlgasse prägt Dogan den Kebab von heute. Neben seiner Tätigkeit im Imbiss führt er ein Unternehmen, bei dem die Entwicklung des Dönerspiesses vorangetrieben wird. Zeitgleich unterstützt er Arbeitssuchende im Kreis der Familie. Nicht weniger als 17 Verwandte hat Dogan während fünf Jahren im «Joker Grill» beschäftigt.

«Auszeit» in der alten Heimat

2005 beschliesst er, mit seiner Familie zurück in die Türkei zu gehen. «Private Gründe» bewegen den dreifachen Familienvater zu dieser Entscheidung. Er verpachtet die Liegenschaft am Schibenertor bis Ende 2009. Die Vorzüge der Schweiz führen die Familie schon bald wieder zurück nach St.Gallen.

«Ich vermisste die Sicherheit, das stabile Sozialsystem der Schweiz», sagt Dogan Senior. Er nimmt sich 2010 wieder dem Geschäft im Haus an der Augustinergasse an, das nun wieder «Kränzlin» heisst. Sein ältester Sohn steht ihm zur Seite. Er lernt schon früh, Verantwortung zu übernehmen. «Es ist wichtig, den Nachwuchs im Familienbetrieb zu integrieren», sagt der Vater.

Schon mit 16 im Familienbetrieb mitgearbeitet

Parallel zur Lehre – meist am Wochenende – kümmert sich Dogus um die Bewirtung der Gäste. «Ich stand schon mit 16 regelmässig hinter dem Tresen», sagt der heute 22-Jährige. Mit der Zeit löst ihn der mittlere Bruder, Baris Dogan, ab. Dogus führt seit 2016 sein eigenes Geschäft und überlässt seither Baris die Führung des Barbetriebs.

Das «Kränzlin» am Schibenertor. (Bild: Tagblatt-Archiv - 24. August 2015)

Das «Kränzlin» am Schibenertor. (Bild: Tagblatt-Archiv - 24. August 2015)

Die Zeiten, in denen die Kundschaft für eine Wasserpfeife in der Kränzlin-Bar Schlange steht, sind laut Familie Dogan vorbei. Zu viele «Lokale mit ähnlichem Konzept» gebe es heutzutage in unmittelbarer Nähe. Dogans bezeichnen die umliegenden Kebab- und Shisha-Geschäfte aber bewusst nicht als Konkurrenz. «Wir sehen niemanden als Konkurrenten», sagt der Älteste.

Zeit für neue Geschäftsideen

Für Dogan Senior ist der Fall klar: «Es war an der Zeit, umzudenken.» Genau dies tut sein Sohn, als er 2016 das Unternehmen «Ossy Smoke» gründet und sich als erster Shishatabak- Produzent der Schweiz einen Namen macht. Das Shishageschäft hatte seine Grenze erreicht, es musste eine neue Nische her.

Die Produkte werden zunächst exklusiv im «Kränzlin» angeboten. Seit 2018 beliefert «Ossy Smoke» Shishabars in der ganzen Schweiz. «Ich bin stolz auf den Unternehmergeist meiner Söhne», sagt Orhan Dogan. Seit er in die Schweiz gekommen ist, war er keinen Tag arbeitslos. Das wünsche er sich auch für seine Kinder.

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