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Spitex Gossau feiert 125. Geburtstag - Ordensfrauen haben sie geprägt

1894 als Verein gegründet, ist die Spitex Gossau heute ein mittleres Unternehmen. 88 Jahre lang pflegten ausschliesslich Ordensschwestern die Kranken. In den 125 Jahren hat sich aber noch mehr verändert.
Marion Loher
Heute arbeiten 28 Mitarbeiterinnen für die Spitex Gossau. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Heute arbeiten 28 Mitarbeiterinnen für die Spitex Gossau. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Es war der 18. November 1894, als engagierte Personen auf Initiative des Einwohnervereins und der Gesundheitskommission Gossau den Krankenpflegeverein gründeten. Bedürftige Kranke sollten auch zu Hause gepflegt und betreut werden, und zwar unentgeltlich. Zwei Ordensschwestern wurden eingestellt, die für Kost und Logis arbeiteten, und ein Lager für Krankenhilfsmittel wie Krücken oder Rollstühle wurde eingerichtet.

Nur wenige Wochen nach der Gründung zählte der Krankenpflegeverein 130 Mitglieder. Die Ordensschwestern – zumeist ausgebildete Krankenschwestern – pflegten gegen ein geringes Entgelt finanziell besser gestellte Kranke, die Mitglied waren. Nichtmitglieder wurden nur berücksichtigt, wenn dies «neben den genannten Zwecken» möglich war, wie es in den Statuten von 1894 heisst. Die Zahl der Vereinsmitglieder wuchs in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts auf bis zu 2700 Mitglieder an. Ein Spitzenwert, der bis heute nicht mehr erreicht wurde. Derzeit zahlen 1'700 Mitglieder den jährlichen Beitrag ein.

Schwestern gingen den Weg bei Wind und Wetter zu Fuss

Die Ordensfrauen lebten in einer gemieteten Wohnung, die damals der Stützpunkt des Krankenpflegevereins war, und von wo aus sie ihre Einsätze leisteten. Den Weg zu den Pflege- und Betreuungsbedürftigen legten die Schwestern lange Zeit zu Fuss zurück, bei Wind und Wetter sowie in der Nacht. Besonders mühsam war dies im Winter. Ein Taxibetrieb sollte den Ordensfrauen die Arbeit erleichtern. Dieser wurde jedoch zu wenig genutzt und bald eingestellt. 1959 beschlossen die Mitglieder, ein Auto zu kaufen. Dafür erhielt der Krankenpflegeverein die Nummer 1919. Heute besitzt die Spitex vier Fahrzeuge, zwei davon sind Elektroautos.

Während 88 Jahren waren in Gossau ausschliesslich Ordensschwestern für die Pflege der Kranken zu Hause zuständig und der jeweilige Pfarrer präsidierte den Verein. Als sich 1982 Schwester Gotthelma aus dem täglichen Betrieb zurückzog, wurden erstmals eine Krankenschwester und eine Pflegerin eingestellt, die nicht im kirchlichen Dienst standen. Gleichzeitig zog der damalige Pfarrer aus Gossau weg und es wurde als Premiere ein «weltlicher» Vereinspräsident gewählt.

Der Personalbestand wuchs in den folgenden zwölf Jahren auf neun Mitarbeiterinnen. 2004 waren es bereits 14 und heute sind es 28 Mitarbeiterinnen, die meisten arbeiten allerdings Teilzeit. 2015 wurde die letzte Ordensfrau aus dem Pflegedienst verabschiedet. Eine besondere Wertschätzung ihrer jahrzehntelangen Arbeit erhielten die Schwestern 1987, als Schwester Sigberta und Schwester Canisia den ersten «Gossauer Preis» erhielten.

Heute zahlt Gossau jährlich 550000 Franken

Der gemeinnützige Krankenpflegeverein ist seit 1894 Träger der Krankenpflege. 2015 benannte er sich in Spitex Gossau um, der Krankenpflegeverein besteht aber weiter. Er bleibt Träger des Unterstützungsfonds sowie der beiden Liegenschaften Rosenweg 1 und 6. In letzterer befindet sich der Stützpunkt der Spitex.

Der Krankenpflegeverein finanzierte sich lange hauptsächlich über Mitgliederbeiträge, Spenden und Legate. Die Entschädigungen für die Krankenpflege waren bescheiden. Erst in den vergangenen 30 Jahren fand eine rasante Entwicklung statt. 1972 leistete die Gemeinde Gossau erstmals einen festen Betrag von 18'000 Franken. Dieser erhöhte sich innerhalb von 22 Jahren auf 57'000 Franken und bis 2018 auf 550'000 Franken jährlich, wie aus den Jahresberichten hervorgeht.

Seit der gesetzlichen Neuordnung der Pflegefinanzierung im Jahr 2008 sind die Gemeinden verpflichtet, die Restbeträge der ambulanten Pflege zu übernehmen. Die Gemeinde muss also jene Kosten übernehmen, die nicht durch Krankenkassen oder Versicherte gedeckt sind. Für die Spitex Gossau ist dies in den Leistungsverträgen mit der Stadt Gossau und der Gemeinde Andwil geregelt.

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