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Auffällig viele Mitarbeiter der Stadt St.Gallen an der Olma-Eröffnung: Zählt der Messebesuch als Arbeitszeit?

An der Olma-Eröffnung nahmen zahlreiche Stadtmitarbeitende teil. Ob der Besuch als Arbeitszeit gilt, bleibt vage.
Sandro Büchler
Unter die Olma-Messebesucher mischen sich auch Mitarbeiter der Stadt. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Unter die Olma-Messebesucher mischen sich auch Mitarbeiter der Stadt. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)

Wenn der Bundesrat zur Eröffnung der Olma kommt, versuchen auch andere sich ins Rampenlicht zu mogeln. Besonders vor Wahlen, wie in diesem Jahr, wollen sich Nationalratskandidaten neben den Bundesrat ins Bild drücken, um so allenfalls die Gunst der Wählerinnen und Wähler noch ein klein wenig zu erhöhen.

Als Alain Berset die diesjährige Olma am Donnerstag eröffnete und vom Festakt im Theater zum obligaten Säuli-im-Arm-halten schritt, folgten ihm aber auch die Vertreter der Stadt auf Schritt und Tritt. Zweifelsohne ist es wichtig, dass der Stadtrat bei einem Grossanlass wie der Olma präsent ist.

Auffällig jedoch in diesem Jahr: Auch zahlreiche Kadermitarbeiterinnen und -mitarbeiter der Stadt waren vor Ort. Dies wirft die Frage auf, was sie dort zu suchen haben und ob ihre Anwesenheit tatsächlich von Nöten ist. Zugespitzt fragt sich, ob sich die Stadtmitarbeiter dabei auf Arbeitszeit an der Olma verlustieren.

Arbeitszeit schwierig zu überprüfen

Ernst Wälter, Leiter Personaldienste der Stadt St.Gallen.

Ernst Wälter, Leiter Personaldienste der Stadt St.Gallen.

Ernst Wälter, Leiter Personaldienste bei der Stadt St.Gallen, verneint. Neben dem Stadtrat erhalten die 40 Dienststellenleiter der Stadt von der Messeleitung eine Einladung zur offiziellen Olma-Eröffnung. «Ob sie dieser Folge leisten, ist den Mitarbeitern überlassen», sagt Wälter. Solange die Anwesenheit nicht notwendig sei, ist der Besuch als Freizeit zu werten.

«Arbeitszeit ist es nur für diejenigen, die im Zusammenhang mit der Olma eine besondere Aufgabe oder einen Auftrag zu erfüllen haben.»

Laut Wälter sei es schwierig zu überprüfen, ob die Kadermitarbeiter die rund ein- bis zweistündige Eröffnungsveranstaltung als Arbeits- oder Freizeit taxieren. Denn die Mitarbeitenden der Führungsstufe haben eine freie Arbeitseinteilung. «Sie arbeiten häufig mit Vertrauensarbeitszeit – ohne eine Arbeitszeiterfassung», sagt der Leiter des Personaldienstes. «Umgekehrt prüfe man auch nicht, ob diese Person an einem anderen Tag bis um 19 Uhr oder länger arbeitet.» Mitarbeiter ohne eine Leitungsfunktion, die ihre Arbeitszeit konventionell erfassen, müssten ohnehin «ausbadgen», also ausstempeln, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlassen. Wolle ein Mitarbeiter den ganzen Tag an die Olma, dann gehe das nur in der Freizeit.

«Er oder sie muss also einen Ferientag dafür nutzen.»

Das gälte auch für Kadermitarbeiter. «Da lässt sich schlecht argumentieren, dass man die Zeit aufarbeite.»

Auch der Kanton kennt keine Regelung

Ähnlich tönt es beim Kanton: Flavio Büsser, Generalsekretär beim Finanzdepartement des Kantons St.Gallen, sagt, Besuche an der Olma-Eröffnungsfeier hätten eine langjährige Tradition für den Kanton. «Behörden, Verwaltung aber auch die Wirtschaft tauschen sich dabei aus.»

Es gäbe aber keine spezielle Regelung punkto Arbeitszeit während der Olma. Solange eine Anwesenheit auf dem Gelände nicht als notwendig erachtet werde, habe die Messe Freizeitcharakter.

«Wer an die Olma geht, tut das in seiner Freizeit.»

Bei der Eröffnung sei aber jeder Mitarbeiter selbst verantwortlich, sagt Büsser. Sei man offiziell eingeladen worden und werde die Teilnahme erwartet, könne er es indes auch vertreten, dies als Arbeitszeit zu werten. «Natürlich gilt die Arbeitszeit nur für den offiziellen Teil der Eröffnung und nicht für die daran anschliessende Zeit an der Messe.»

Kein freier Tag mehr am Gallustag

Laut Ernst Wälter gibt es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt keine spezifische Regelung zur Arbeitszeit während der Olma. «Grundsätzlich ist im Personalreglement kein freier Olma-Tag oder Ähnliches drin.» Früher sei dies anders gewesen: Damals hätten die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeweils am 16. Oktober, dem Gallustag, freigehabt. «Aber das gibt es nicht mehr», sagt Wälter.

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