Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Durchbruch: Olma-Urin ab sofort als Dünger für Gemüse und Obst zugelassen

Was vor drei Jahren in Zusammenhang mit der Olma als 1.-April-Scherz hätte wahrgenommen werden können, wird jetzt zum Düngen von Gemüse und Obst zugelassen: Aurin, der Dünger aus Urin.
Daniel Wirth
Dölf Sutter von der Genossenschaft Unterer Brühl mit einer Flasche Aurin. Er sammelte Olma-Urin dafür. (Bild: Urs Bucher, 22. März 2016)

Dölf Sutter von der Genossenschaft Unterer Brühl mit einer Flasche Aurin. Er sammelte Olma-Urin dafür. (Bild: Urs Bucher, 22. März 2016)

Das Bundesamt für Landwirtschaft lässt Aurin ab sofort zum Düngen aller Pflanzenarten zu. Der Recycling-Dünger aus Urin, der seit drei Jahren für Blumen und Zierpflanzen zugelassen ist, schafft somit den Sprung vom Balkon aufs Feld und in den Gemüsegarten, wie die Eawag, das Wasserforschungsinstitut der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Dübendorf, am Dienstag mitteilte.

Die Eawag stellte ihr Forschungsprojekt 2016 an einer Sonderschau an der Olma vor. Ein Jahr zuvor schon hatte Dölf Sutter, damals Präsident der Genossenschaft Unterer Brühl, bei den Olma-Pissoirs zwischen Fondue-Stübli und FM1-Zelt 2000 Liter Urin sammeln lassen – mit Einverständnis der Olma Messen. Der Urin wurde nach Dübendorf gebracht und dort zu 60 Liter Aurin verarbeitet. Den Dünger liess Dölf Sutter in 120 Halbliter-Flaschen abfüllen, um diese 2016 aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Genossenschaft an die Mitglieder abzugeben.

Aus Ärger über die Wildpinkler

Sutter hatte sich «grün und blau» geärgert, als während der Olma 2014 in den Spalten dieser Zeitung über Wildpinkler und genervte Markthändler berichtet worden war. Als Präsident der Genossenschaft Unterer Brühl wurde er eingeladen, in einer Arbeitsgruppe mitzuwirken, die das Olma-Wildpinkler-Problem lösen sollte.

Ab diesem Zeitpunkt war Sutter voll im Thema. Als Abonnent der Zeitschrift «die umwelt», die vom Bundesamt für Umwelt herausgegeben wird, hatte er in einem der Hefte gelesen, das aus menschlichem Urin Pflanzendünger hergestellt werden könne. Sutter nahm umgehend mit der Eawag und den Olma-Messen Kontakt auf – und rannte offene Türen ein.

Nicolo Paganini, Direktor der Olma Messen, fand die Idee Sutters «unterstützungswürdig». Christoph Bücheler, Leiter des Gartenbauamts der Stadt, fand Sutters Engagement 2016 «grandios». Und die Eawag kam mit dem Olma-Urin zum Rohstoff für ihr Experiment. Aus dem Experiment, das seinen St. Galler Ursprung in den Wildpinklern und den Ärger über sie hatte, ist ein sicher anwendbarer Dünger geworden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.