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Grossbaustelle in St.Fiden: Hunderte dicke Pfähle stützen den Olma-Deckel

Olma-Deckel: Was simpel klingt, ist hochkomplex. Denn die Überdeckung der Stadtautobahn unter Verkehr ist ein anspruchsvolles Bauvorhaben. Bei den involvierten Ingenieuren läuft die Planung auf Hochtouren.
Daniel Wirth
Der Olma-Deckel muss von enormer Tragkraft sein. (Visualisierung: Olma Messen)

Der Olma-Deckel muss von enormer Tragkraft sein. (Visualisierung: Olma Messen)

Durch den Rosenberg-Tunnel der Stadtautobahn A1 fuhren 2017 durchschnittlich etwas mehr als 80000 Fahrzeuge am Tag. Das soll sich generell auch nicht ändern, wenn die Autobahn ab dem nächsten Jahr bis 2022 beim östlichen Tunnelportal auf einer Länge von rund 200 Metern überdeckt wird. Das Projekt ist weit gediehen; gegen das Baugesuch gingen keine Einsprachen ein.

Projektiert wird der als Olma-Deckel bezeichnete 40 Millionen Franken teure Kunstbau von einer Ingenieurgemeinschaft. Teil von ihr ist die Seger Ingenieure GmbH in St. Gallen. Inhaber Heini Seger sagt, es sei eine grosse Herausforderung, die Vorgabe des Bundesamts für Strassen (Astra), die Arbeiten unter Verkehr auszuführen, zu erfüllen.

Heini Seger (Bild: Claudio Heller)

Heini Seger (Bild: Claudio Heller)

Eine weitere sei, dass der Olma-Deckel auch über dem Rosenberg-Bahntunnel der SBB zu liegen komme, der zusätzlich verstärkt werden müsse. Zudem muss gemäss Seger die geplante dritte Röhre der Autobahn ebenfalls überdeckt werden – eine enorme Fläche also, auf der später einmal die neue Olma-Halle 1 zu stehen kommt.

Hunderte Stützen werden in den Fels eingebunden

Abgestützt wird der Olma-Deckel deshalb mit mehreren Hundert Betonpfählen, die einen Durchmesser von 120 Zentimetern haben werden. Diese Pfähle bilden das Fundament des Olma-Neulands.

Eine Schwierigkeit war, unter den vorgenannten Rahmenbedingungen genügend Standorte für die Pfähle zu finden. Gemäss Seger werden sie beispielsweise zwischen den Fahrspuren platziert, wobei der Abstand der Pfähle wegen der Lasten nicht zu gross sein darf. Auf diese Pfahlgründung werden armierte Betonscheiben gestellt.

Die verschiedenen Fahrbahnen der Autobahn und der SBB werden nachher mit vorgefertigten Betonelementen überspannt, die in ihrer Form an Knochen erinnern. Auf dieses Skelett werden dann in den Zwischenräumen und auf die Träger je eine Betondecke erstellt.

Diese Betondecke ist aber noch nicht der Boden für die neue Olma-Halle, sondern erst für deren Zwischengeschoss. Die Deckelkonstruktion mit den Knochenträgern ist sozusagen eine erste Etage, die durch Fachleute des Astras im Intervall von rund fünf Jahren inspiziert wird.

Erst auf einer dritten Betondecke kommt dann die neue Olma-Halle zu stehen. Die Höhendifferenz zwischen der Fahrbahn der A1 und dem Fuss der Halle beträgt rund 12 Meter. Das Ganze ist hochkomplex; es handelt sich um ein schwieriges Unterfangen, dass für die Ingenieure der Seger GmbH eine Rosine im Berufsalltag ist, wie Heini Seger sagt.

Baubewilligung wird im Frühling erwartet

«Wir sind bereit», sagt Seger. Was noch fehlt, ist die Baubewilligung. Diese wird voraussichtlich in den nächsten Wochen erteilt. Somit kann mit den Vorbereitungsarbeiten im Frühling begonnen werden; diese dauern voraussichtlich rund ein Jahr.

Rund um den Bauplatz, wo heute durchschnittlich 80000 Autos am Tag durchfahren, wo Züge der SBB durchbrausen und Menschen leben und zur Arbeit gehen, tummeln sich ab 2020 auch Hunderte Bauarbeiter – gleich einem Ameisenhaufen.

Auch politisch breit abgestützt

Die Genossenschaft Olma Messen hat mit ihrem Olma-Neuland auf dem politischen Parkett bisher ein leichtes Spiel gehabt. Der St. Galler Kantonsrat hatte einen Kredit über 12 Millionen Franken schon 2016 mit dem Budget 2017 diskussionslos bewilligt.

Auch im Stadtparlament ging im September 2017 ein Kredit über 18 Millionen Franken ebenfalls ohne Diskussion durch, ehe sich im März vergangenen Jahres auch das Stadtsanktgaller Stimmvolk mit einem Anteil von 72 Prozent Ja-Stimmen für das Bauvorhaben ausgesprochen hat.

Bei der Vorlage ging es in der Stadt aber nicht nur um Geld: Es mussten Zonenpläne geändert, ein Baurechtsvertrag zwischen den Olma Messen und der Stadt angepasst und zwischen diesen beiden Parteien auch Grundstücke abgetauscht werden – alles ging reibungslos über die Bühne.

Von Mitte November bis Mitte Dezember vergangenen Jahres lag das Baugesuch für das Olma-Neuland öffentlich. Gegen das Baugesuch und gegen zwei neue Teilstrassenpläne in Zusammenhang mit dem Olma-Deckel gingen keine Einsprachen ein. Also auch hier: breit Abstützung. (dwi)

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