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Kommentar

Wahl ins Wittenbacher Gemeindepräsidium: Oliver Gröbles Sieg ist eine Niederlage für die Parteien

Der einstige Aussenseiter Oliver Gröble ist künftiger Gemeindepräsident von Wittenbach. Seine Wahl ist eine Zäsur in der Geschichte Wittenbachs und ein Bruch der Wähler mit der politischen Elite.
Noemi Heule
Noemi Heule, Redaktorin St.Gallen und Umgebung

Noemi Heule, Redaktorin St.Gallen und Umgebung

Er startete als Aussenseiter, schaffte es zum Achtungserfolg im ersten Wahlgang und spurtete zum deutlichen Sieger im zweiten Anlauf. Oliver Gröble ist die Sensation geglückt. Er ist der nächste Gemeindepräsident von Wittenbach. Deutlich, mit fast 400 Stimmen Vorsprung, liess er seinen Rivalen Norbert Näf von der CVP hinter sich.

Damit bricht Wittenbach mit der Tradition: Über 100 Jahre dominierten CVP und FDP das politische Geschehen der Gemeinde. Mit wenigen Ausnahmen stellte die CVP den Gemeindepräsidenten. Der Sieg des parteilosen Oliver Gröble ist auch ein Bruch der Bürger mit der politischen Elite.

Dabei ging der Wahl von Oliver Gröble bereits ein geschichtsträchtiger Schritt voraus. Zum ersten Mal rauften sich alle Parteien zu einer Findungskommission zusammen. Vor dem zweiten Wahlgang sprach sich die FDP einstimmig für den einstigen Erzfeind aus und empfahl CVP-Kandidat Norbert Näf zur Wahl, genauso wie SP und SVP. Doch der historische Schulterschluss traf den Zeitgeist nicht. Statt Näf, dem Politik- und Verwaltungsprofi sowie Aushängeschild der Parteien, wählten sie Oliver Gröble, der mit seiner Parteilosigkeit Politik machte.

Ungreifbar und bis zum Schluss unangreifbar

Der Graben zwischen CVP und FDP ist also endlich geschlossen. Und gleichzeitig tut sich ein neuer auf. Die Wahl zwischen Oliver Gröble und Norbert Näf war denn auch nicht nur eine Wahl zwischen zwei Persönlichkeiten, zumal die beiden Kandidaten in vielen Fragen einer Meinung waren. Vielmehr stand die Classe Politique den Politikverdrossenen gegenüber. Als Gemeindepräsident muss Gröble diesen Graben wieder schliessen. Und die Zusammenarbeit mit den etablierten Parteien suchen.

Ansonsten hat er einen denkbar einfachen Start. Wahlversprechen vermied er nämlich genauso wie Klartext in politischen Fragen. Kompromissbereit wolle er sein, das Gespräch mit allen Beteiligten suchen. Bis zum Schluss blieb er ungreifbar und damit unangreifbar. Gröble definierte sich nicht über politische Positionen, sondern über seine Unabhängigkeit. Das brachte ihm viele Sympathien ein. Gleichzeitig traut man ihm als Standortförderer des Kantons das Amt des Gemeindepräsidenten offensichtlich zu.

Künftig reicht es für Gröble allerdings nicht, Projektionsfläche für allerlei Hoffnungen zu sein. Nicht nur gesprächsbereit, sondern auch entscheidungsfreudig muss er als Gemeindepräsident sein. Damit wird er zwangsläufig Angriffsfläche bieten.

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