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Neuer Wittenbacher Gemeindepräsident Oliver Gröble: «Ein Wahnsinnsresultat»

Der parteilose Aussenseiter Oliver Gröble hat seinen CVP-Konkurrenten Norbert Näf gleich mit 1637 zu 1227 Stimmen geschlagen. In einer ersten Stellungnahme gibt er sich überwältigt. Näf ist «bitter enttäuscht», sieht im klaren Resultat aber auch Positives.
Johannes Wey
Oliver Gröble nach der Wahl zum neuen Gemeindepräsidenten bei der Wahlfeier auf dem Zentrumsplatz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Oliver Gröble nach der Wahl zum neuen Gemeindepräsidenten bei der Wahlfeier auf dem Zentrumsplatz. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der parteilose Oliver Gröble büsste zwar im ersten Wahlgang nur 27 Stimmen auf Norbert Näf (CVP) ein. Trotzdem ist sein deutlicher Sieg nun eine Überraschung. Sämtliche Parteien haben Norbert Näf unterstützt. Zudem investierte dieser mit 50000 Franken wesentlich mehr in den Wahlkampf als Gröble mit seiner Selfmade-Kampagne.

«Meine Unabhängigkeit war sicher ein wichtiges Argument für mich. Aber zur Wahl musste auch das Gesamtpaket stimmen.»

Teile dieses Pakets seien seine Qualifikationen als Standortförderer und Anwalt zusammen mit dem Umstand, dass er Wittenbacher sei – Norbert Näf hingegen wohnt in Heiden, wo er bis 2015 Gemeindepräsident war.

Oliver Gröble machte das Rennen

Ersatzwahl Gemeindepräsidium Wittenbach
Oliver Gröble
Oliver Gröble
parteilos
1 637
Norbert Näf
Norbert Näf
CVP
1 227

Über seinen Sieg sei er telefonisch vom abtretenden Gemeindepräsidenten Fredi Widmer informiert und beglückwünscht worden. Um 17 Uhr gratulierten zahlreiche Stimmbürgerinnen und Stimmbürger – und Konkurrent Näf – bei der Wahlfeier auf dem Zentrumsplatz. «Natürlich wäre ich unabhängig vom Resultat an dieser Feier erschienen», sagte Gröble.

Gröble ist zurzeit noch beim Kanton als Standortförderer eingestellt. Bereits heute Montag gehe er wieder zur Arbeit. Dann muss er mit seinem Arbeitgeber auch klären, wann er seine neue Stelle in Wittenbach antreten kann. «Ich habe eine Kündigungsfrist, aber auch noch ein bestimmtes Ferienguthaben.» Offizieller Amtsantritt ist jedenfalls Anfang Januar. Schon im Dezember wolle er seiner neuen Wirkungsstätte einen Besuch abstatten und sich dem Gemeinderat und den Mitarbeitenden vorstellen.

Lob für Näf und Einladung an die Parteien

Im Wahlkampf hatte sich Gröble klaren Fronten gegenüber gesehen. Schon kurz nach der Wahl gab er sich offen:

«Ich gratuliere Norbert Näf zu diesem fairen Wahlkampf. Für Wittenbach ist es toll, dass die Gemeinde unter drei Kandidaten auswählen konnte.»

Gröble, der seine Parteilosigkeit während des gesamten Wahlkampfs in den Vordergrund stellte, wolle auch auf die Parteien zugehen.

«Ich will mit ihnen und allen Wittenbachern einen Austausch pflegen.»

Näf ist froh über deutliches Resultat

Weihnachtsmarkt Bei Verlierer Norbert Näf war die Ernüchterung gross. Er sei bitter enttäuscht, die Niederlage tue weh. Er sei sich immer bewusst gewesen, dass ihm der Wahlsonntag auch eine Niederlage bringen könne.

«Das deutliche Resultat hat auch etwas Gutes. Es bringt dem neuen Gemeindpräsidenten eine bessere Basis, um zu arbeiten. Und ich muss weniger grübeln.»

Nach der Feier auf dem Zentrumsplatz traf sich Näf mit dem engsten Kreis seines Teams, um sich für den guten Wahlkampf zu bedanken. An Wittenbach habe er vieles lieb gewonnen. Es sei nicht auszuschliessen, dass er auch künftig hin und wieder in der Gemeinde anzutreffen sei. «Zumindest am Weihnachtsmarkt vom Dienstag.»

Parteien offen für Zusammenarbeit

Enttäuscht vom Resultat ist auch Erich Eberle, Co-Präsident der CVP Wittenbach – und überrascht: «Aufgrund der Rückmeldungen können wir keine Fehler im Wahlkampf feststellen.» Die Wahl eines Parteilosen entspreche aber dem Zeitgeist. Der Anteil der Leute, die sich am Dorf- und Vereinsleben beteiligen, sinke. Die CVP sei offen für die Zusammenarbeit mit Oliver Gröble.

FDP-Vizepräsident Reinhard Rüesch gratulierte Gröble und dessen Wahlstab. «Offensichtlich ist er in dieser Personenwahl besser rübergekommen. Viele fanden ihn sympathischer als Näf.» Rüesch sieht im Resultat keine Abstrafung der Ortsparteien, sondern ein Zeichen, dass die Demokratie lebe: «Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben eine eigene Meinung. Das ist grundsätzlich positiv.» Nun werde man sehen, wie die Zusammenarbeit mit Gröble funktioniere. «Schliesslich muss er die Gemeinde als Teil eines Gremiums weiterbringen.»

Für SP-Präsidentin Ursula Surber war der Ausgang der Wahl absehbar. Sie glaubt, dass es für Näf nachteilig war, dass er von auswärts kommt. Auch Gröble werde nun mit den Parteien zusammenarbeiten müssen. «Und ich hoffe, dass diese Wahl ein Zeichen war, dass sich nun auch Parteilose in der Gemeinde politisch mehr engagieren.»

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