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Erdrutsche in Eggersriet: Ohne Kanton bleibt’s rutschig

Der Eggersrieter Gemeindepräsident Roger Hochreutener würde gerne das Bett des Dorfbachs aufschütten lassen. Dafür müssen jedoch zahlreiche Kriterien erfüllt werden.
Arcangelo Balsamo
Um dieses Bachbett aufschütten zu lassen, braucht die Gemeinde eine Bewilligung des Kantons. (Bild: Urs Bucher)

Um dieses Bachbett aufschütten zu lassen, braucht die Gemeinde eine Bewilligung des Kantons. (Bild: Urs Bucher)

In Eggersriet kommt es jährlich zu einem gröberen Erdrutsch. Damit die Lage an den Hängen künftig stabiler wird und der Dorfbach sich nicht weiter in die Tiefe frisst, schwebt Gemeindepräsident Roger Hochreutener vor, das Bachbeet an den kritischen Stellen aufzuschütten und mit Holzkasten stufenweise zu stabilisieren. Am liebsten würde der Gemeindepräsident dafür Aushubmaterial verwenden. Die Hürden allerdings sind gross.

Um das Vorhaben realisieren zu können, ist der Gemeindepräsident auf den Kanton angewiesen. «Für eine Geländeaufschüttung benötigt man immer eine Bewilligung des Kantons», sagt Marco Paganoni, Kommunikationsverantwortlicher des kantonalen Amts für Umwelt. Hochreutener müsste somit vor einer möglichen Umsetzung mit Sicherheit ein Gesuch beim Kanton einreichen. Dieser würde danach die Realisierung prüfen. «Und zwar ganz genau», sagt Paganoni. «Um eine Bewilligung sprechen zu können, müssten zahlreiche Kriterien am Standort erfüllt werden.» Da es mehrere Aspekte gebe, die bei einer Aufschüttung tangiert werden könnten, bezeichnet Paganoni das Vorhaben als anspruchsvoll.

Nicht nur die Fische zählen

Eine der Abklärungen, die gemacht werden müssten, wäre beispielsweise, ob sich der Hang beim Dorfbach in der Grundwasserschutzzone befindet und inwiefern die Aufschüttung einen Effekt auf die Ökologie des Baches hätte. «Es geht dabei nicht nur um die Fische. Es gibt wesentlich mehr Komponenten, die einen Einfluss auf die Ökologie eines Gewässers haben. Fische sind lediglich ein Teil davon», sagt Paganoni. Ausserdem könne man nicht pauschalisieren, dass ein solches Vorhaben bei einem kleinen Bach weniger problematisch sei als bei einem grösseren.

Die Landwirtschaft könnte laut Paganoni ebenfalls von einer Aufschüttung betroffen sein. «Beispielsweise müsste beurteilt werden, ob die Umsetzung Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit hätte.» Trotz der zahlreichen Kriterien spricht Paganoni nicht von einem grundsätzlich unmöglichen Vorhaben.

Aushubmaterial ist nicht der entscheidende Punkt

Ob schliesslich zum Aufschütten Aushubmaterial verwendet würde, sei aufgrund der zahlreichen nötigen Abklärungen nicht der entscheidende Punkt, betont Paganoni. Dennoch müsste Hochreutener auch dafür den Kanton anfragen. «Egal, ob es sich um Material aus der Gemeinde oder aus einer Deponie handelt», sagt Paganoni.

Die Aufschüttung des Bachbeets ist nicht Hochreuteners erste Idee zur Hangsicherung, bei der er auf den Kanton angewiesen ist. Vor zwei Jahren schlug er dem Kanton Deponiestandorte in der Gemeinde vor. In zwei Fällen handelte es sich um Standorte an Hängen. Die Senken hätten mit Aushubmaterial aus der Gemeinde gefüllt werden sollen, was zu einer statischen Verbesserung hätte führen sollen. Der Kanton überprüfte die Idee, befand die Standorte jedoch für ungeeignet: «Aufgrund der Steilheit des heutigen Geländes erwiesen sich die Standorte als praktisch aussichtslos», sagt Tensing Gammeter, Sektionsleiter Abfall und Rohstoffe beim Amt für Umwelt.

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