Ohne freiwillige Helfer verfällt die Ruine Ramschwag in Häggenschwil

Die Häggenschwiler stimmen am 27. März über einen Sanierungskredit von 70 000 Franken für die Burg ab.

Melissa Müller
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Die Ruine Ramschwag in Häggenschwil.

Die Ruine Ramschwag in Häggenschwil.

Benjamin Manser (12. Juli 2018)

Schlechte Nachrichten für den Häggenschwiler Gemeindepräsidenten Hans-Peter Eisenring: Es geht um die Sanierung der Ruine Ramschwag. Bund und Kanton wollten sich ursprünglich mit 60 Prozent an den Kosten beteiligen. Laut der Denkmalpflege kann aufgrund gesetzlicher Änderungen nur noch mit 50 Prozent gerechnet werden, das sind rund
60000 Franken weniger.

«Ich bin überrascht, wir waren von anderen Zahlen ausgegangen.»

Der Gemeinderat habe sofort reagiert und den Gesamtkredit für die Sanierung des Wahrzeichens auf maximal 600000 Franken beschränkt anstatt wie ursprünglich auf 700000 bis 800000 Franken. Trotzdem sollen alle Arbeiten gemäss Projekt ausgeführt werden. Eisenring vertraut hier noch stärker als bisher auf Freiwillige. «Es gibt viele Arbeiten, die auch Laien ausführen können.» Etwa loses Material aus dem Gemäuer entfernen. «In unserem Dorf ist es kein Problem, Leute zu finden, die freiwillig anpacken», sagt er. Selbstverständlich werde er sich selber in diesem Trupp engagieren. Zudem will Eisenring ein Lehrlingsprojekt für angehende Maurer aufgleisen, von dem er sich weitere Kostenersparnisse verspricht.

130 000 Franken sollen gespendet werden

Bund und Kanton übernehmen also 300 000 Franken, um den Verfall der abgelegenen Burg zu stoppen, die auf einem Fels über der Sitter thront. Bleiben also noch 300 000 übrig. Eisenring hat Stiftungen angeschrieben und ein Crowdfunding gestartet. «Bis heute wurden der Gemeinde über 100 000 Franken an Sanierungsbeiträgen zugesichert», heisst es im Gemeindeblatt. Weil noch Gesuche pendent sind, geht man davon aus, dass mindestens 130 000 Franken zusammenkommen. Damit müssen noch 170 000 Franken gedeckt werden. Davon können laut Eisenring 100 000 Franken den Rückstellungen entnommen werden.

Somit betragen die Restkosten für die Gemeinde noch 70 000 Franken. Über diesen Kredit stimmen die Häggenschwiler am 27. März an ihrer Bürgerversammlung ab. «Ich bin zuversichtlich, dass es klappt», sagt Eisenring. Noch vor drei Jahren stellten sich etliche Häggenschwiler gegen eine Sanierung und meinten gar, man solle «den alten Steinhaufen verrotten lassen». Doch der Wind hat sich gedreht. «Ich höre immer mehr Positivstimmen», sagt Eisenring. Bis alle bürokratischen Hürden genommen werden, wird noch viel Wasser die Sitter hinunter fliessen. Mit der Sanierung kann es frühestens in einem Jahr losgehen.