Offenlegung des Weierweidbachs im Tal der Demut: St.Galler Feldschützen wehren sich gegen Kritik des Naturschutzvereins

Die Offenlegung des Weierweidbachs im Tal der Demut zwischen den St.Galler Quartieren St.Georgen und Riethüsli ist abgeschlossen. Die Feldschützengesellschaft der Stadt beurteilt die Zusammenarbeit mit der Stadt positiv. Sie weist auch Kritik zurück, sie habe grundsätzliche Opposition gegen das Vorhaben gemacht.

Reto Voneschen
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Viel zusätzlicher Platz für die Natur: Der freigelegte Weierweidbach im Tal der Demut (Blickrichtung Riethüsli).

Viel zusätzlicher Platz für die Natur: Der freigelegte Weierweidbach im Tal der Demut (Blickrichtung Riethüsli).

Bild: Reto Voneschen (3.8.2020)

Am vergangenen Sonntag hat der Naturschutzverein Stadt St.Gallen und Umgebung (NVS) mit der Stadt zusammen die Offenlegung des Weierweidbachs im Tal der Demut gefeiert. Die «Tagblatt»-Vorschau aufs Fest am Freitag vor einer Woche hat eine kritische Reaktion ausgelöst. Der Spitze der Feldschützengesellschaft der Stadt St.Gallen ist ein Satz von Robert Schmid sauer aufgestossen. Die Bachoffenlegung sei «besonders dem St.Geörgler Schützenverein ein Dorn im Auge» gewesen, wurde der NVS-Präsident in der Vorschau zitiert.

Feldschützen waren aktiv am Projekt beteiligt

Das sei ganz und gar nicht der Fall gewesen, schreiben in einer Stellungnahme Martin Schmatz, der Präsident der Feldschützen, und Emil Annen, zuständig beim Verein für Kommunikation und Information. Die Feldschützen freuten sich im Gegenteil über die Offenlegung des Weierweidbachs. Sie seien am Projekt nämlich aktiv beteiligt gewesen, hätten in der städtischen Arbeitsgruppe dafür mitgewirkt, hält Martin Schmatz fest.

Die Feldschützen hatten 2015 Einsprache gegen das damals vorliegende Bachöffnungsprojekt eingelegt. Dies sei nicht aufgrund von grundsätzlichen Einwänden geschehen, sondern um technische und rechtliche Probleme lösen zu können sowie sich Mitwirkungsrechte im weiteren Planverfahren zu sichern. Das damals vorliegende Bachöffnungsprojekt sei nämlich ohne Mitwirkung der Schützen erarbeitet und öffentlich aufgelegt worden.

Das Tal der Demut mit Blick Richtung Riethüsli vor der Bachoffenlegung.

Das Tal der Demut mit Blick Richtung Riethüsli vor der Bachoffenlegung.

Bild: Ralph Ribi (22.1.2018)

Der Feldschützengesellschaft, der beträchtliche Teile des Areals zwischen dem Schiessstand Weierweid und der Beckenhalde gehören, sei so gar nichts anderes übrig geblieben, als Einsprache einzulegen. Im Rechtsverfahren habe man zusammen mit der Stadt gute Lösungen für die planungsrechtlichen Knacknüsse gefunden. Damit stand der nun erfolgten Bachrenaturierung vom Tennisplatz bis zum GBS-Sportplatz nichts mehr im Wege. Zusätzlich erlaubten es die erarbeiteten Rechtsgrundlagen, künftig die oberen fünfzig Meter des Bachs zwischen Tennisplatz und Beckenhalde auch noch auszudolen.

Zusammenarbeit mit der Stadt positiv erlebt

Die Zusammenarbeit mit der Stadt beim nicht ganz einfachen Projekt hätten die Verantwortlichen der Feldschützengesellschaft als angenehm empfunden, ergänzt Emil Annen. Anders als der NVS-Präsident, der in den vergangenen Jahren mehrfach Kritik wegen der Verzögerung des Vorhabens geäussert habe, könnten sich die Schützen in Zusammenhang mit dem Projekt für den Weierweidbach nicht über die Arbeit der städtischen Fachleute beklagen. Die Kooperation mit ihnen sei konstruktiv und erfreulich gewesen, sagt Annen.

Das Tal der Demut mit Blickrichtung St.Georgen während der Arbeiten zur Bachoffenlegung.

Das Tal der Demut mit Blickrichtung St.Georgen während der Arbeiten zur Bachoffenlegung.

Bild: Reto Voneschen (12.9.2019)