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Offen trotz Konkurs: Im Restaurant Sicilia in Abtwil rumpelt’s

Gross war die Freude, als das Ristorante Sicilia mitten in Abtwil vor gut acht Monaten eröffnete. Auf einen gelungenen Start folgten «einige Probleme», ein Konkurs und eine Trennung. Weitergehen soll’s trotzdem.
Corinne Allenspach
Koch Claudio Fele will im «Sicilia» künftig auch auf wechselnde Weinspezialitäten setzen. (Bild: Corinne Allenspach)

Koch Claudio Fele will im «Sicilia» künftig auch auf wechselnde Weinspezialitäten setzen. (Bild: Corinne Allenspach)

Es hatte alles so gut angefangen. Die Abtwiler waren neugierig, wohlwollend gegenüber den neuen Pächtern Mimoza und Vincenzo Curseri und kehrten fleissig ein im frisch eröffneten «Sicilia». Schliesslich hatten sie den Treffpunkt mitten im Dorf vermisst, nachdem das frühere Hotel-Restaurant Sonne rund eineinhalb Jahre lang geschlossen war. Der Start im «Sicilia» vergangenen September darf als gelungen bezeichnet werden. Das Lokal war die ersten Monate häufig voll, die Gäste lobten das gute italienische Essen, nur ob der günstigen Preise fragte sich manch einer: «Kann das rentieren?»

Seit kurzem sind die Abtwiler noch besorgter. Im Amtsblatt von Anfang April ist der Konkurs des Ristorante Sicilia publiziert. Dieser wurde über Mimoza Curseri, die Inhaberin des Einzelunternehmens, Ende Februar eröffnet und Ende März mangels Aktiven wieder eingestellt. Was im Dorf unweigerlich zu Gerüchten führt. «Viele Leute denken, wir machen zu», sagt Chefkoch Claudio Fele, ein gebürtiger Neapolitaner. Aber das stimme nicht. Im «Sicilia» wird weiterhin gewirtet – allerdings mit einigen Änderungen.

Im Dorf kursieren «Märligeschichten»

Das Ehepaar Curseri erfüllte sich mit der Eröffnung des «Sicilia» vor gut acht Monaten einen Traum. Mittlerweile ist dieser zumindest für Vincenzo Curseri geplatzt. Seit Ostern ist der gelernte Stromer nicht mehr im Restaurant. Im Dorf machen Gerüchte die Runde, er sei im Ausland am Arbeiten oder er liege nach einem Töffunfall im Spital.

«Alles Märligeschichten», stellt der 56-Jährige klar. Tatsache sei, dass er von seiner Frau vor die Tür gestellt worden sei. Er habe mittlerweile die Trennung eingereicht. Probleme habe es nicht wegen des Betriebs gegeben. «Das Restaurant ist super gelaufen», betont Curseri. Vielmehr handle es sich um private Gründe, namentlich die unterschiedlichen Mentalitäten zwischen ihm und seiner Frau «im Umgang mit Geld und dem Familienclan». Er habe am Schluss einen Rückzug machen müssen. «Ich war nur noch der Hampelmann.»

Seither führen Mimoza Curseri und Claudio Fele als Inhaber des Wirtepatents die Lokalität weiter. «Geht denn das nach einem Konkurs?», fragen sich die Abtwiler. «Ja, das geht», sagt Rechtsanwalt Martin Looser, selber ein Abtwiler. Eine Einzelfirma sei kein Rechtssubjekt. Solange der Betrieb weitergeführt werde, werde die Einzelfirma im Handelsregister nach Einstellung des Konkursverfahrens mangels Aktiven nicht von Amtes wegen gelöscht. «Die Inhaberin kann von Gesetzes wegen weitermachen. Sie hat einfach mehr private Schulden, da man bei einer Einzelfirma persönlich für sämtliche Schulden haftet», sagt Looser.

Voraussetzung fürs Weitermachen sei natürlich, dass der Vermieter den Vertrag nicht kündige. Dies ist bisher nicht der Fall. Seit rund drei Monaten gehört die Liegenschaft Fredi Brändle von der Stadtsanktgaller F. Brändle Immo AG. Er würde das Mietverhältnis gerne so weiter laufen lassen. «Sofern die Miete weiterhin bezahlt wird.» Falls es zu einem Wechsel kommen sollte, sei das kein Problem. Einen Nachfolger hätte er sofort zur Hand. «Es gibt mehrere Interessenten für das Restaurant», sagt Brändle.

Mehr Spezialitäten, kürzere Öffnungszeiten

Mimoza Curseri und Claudio Fele versuchen indes, offene Rechnungen nach und nach zu begleichen und das Restaurant, das in letzter Zeit einen Gästerückgang verzeichnete, wieder zum Laufen zu bringen. «Mit gutem Essen und gutem Wein», wie Fele sagt. Neu ist das «Sicilia» nicht mehr bereits ab 7.30 Uhr offen, sondern von 11 bis 14 Uhr und 17 bis 23 Uhr, samstags ab 17 Uhr, Sonntag ist Ruhetag. Statt einer grossen Karte wird mehr auf wechselnde Spezialitäten gesetzt, auch beim Wein.

Und die Preise wurden erhöht. «Vorher war es viel zu billig. Jetzt haben wir normale Preise», sagt Fele. Der Neapolitaner ist zuversichtlich, dass es nach «einigen Problemen» mit dem «Sicilia» wieder aufwärts geht. Auch dank der Terrasse mit Panoramablick auf den Alpstein. Fredi Brändle hat die Gartenwirtschaft vor kurzem instand gestellt. Dort sollen künftig Grillspezialitäten serviert werden.

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