ÖV-Lobby kritisiert Kanton und Stadt: Dieser Weckruf ist dringend nötig

Die IG öffentlicher Verkehr (IGöV) Stadt St.Gallen kritisiert Kanton- und Stadtregierung für ihre Untätigkeit bei der Entwicklung von Zukunftsprojekten für den öffentlichen Verkehr. Andere Städte seien da weiter. Tagblatt-Stadtredaktor Reto Voneschen findet es richtig und wichtig, dass die IGöV dieses Thema lautstark aufs Tapet bringt.

Reto Voneschen
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Tagblatt-Stadtredaktor Reto Voneschen.

Tagblatt-Stadtredaktor Reto Voneschen.

Die IG öffentlicher Verkehr (IGöV) der Stadt St.Gallen wird laut. Das ist gut so. Die Vereinigung nimmt nicht nur ein Thema auf, das für die Entwicklung der grössten Ostschweizer Stadt zentral ist, sie legt den Fokus auch auf ein Thema, bei dem die Behörden von Stadt und Kanton schlafen.

Im Strassenbau wird über grosse Schritte zur Weiterentwicklung der Infrastruktur bis noch 2040 diskutiert. Da gibt’s konkrete Pläne mit der Sanierung und der Engpassbeseitigung auf der Stadtautobahn wie auch mit der Spange in die Liebegg. Vom Versuch, vergleichbare Projekte für den ÖV von Stadt und Region auf die Traktandenliste des Bundes zu hieven, ist nichts zu spüren. Mit der Schubladisierung der Tramidee droht gar Stillstand.

Es ist höchste Eisenbahn, in die Gänge zu kommen. In den nächsten Jahren wird vorgespurt, wo der Bund ab 2045 im ÖV investiert. Will man als Kanton, Region und Stadt dabei sein, muss man jetzt Visionen entwickeln. Eine Erkenntnis, die längst nicht nur im ÖV-affinen linken Lager gereift ist. Eine Vorlaufzeit ist nur schon nötig, um in unserem Ringkanton andere Regionen für ÖV-Projekte in der Hauptstadt ins Boot zu holen. Man muss der IGöV dankbar sein, dass sie das Thema lautstark auf die Agenda setzt.