Öffnungszeiten auf dem St.Galler Wochenmarkt: Unbürokratisch und flexibel einen Fehler korrigiert

Ab 1. August gilt für die Wochenmärkte am Mittwoch und Samstag ein neues Regime: Die Marktfahrer können sich für eine von zwei Schliessungszeiten entscheiden, die Marktstände werden entsprechend diesen Zeiten neu geordnet. Dass die Gewerbepolizei diesen Schritt tut und einen Fehler vom Frühling korrigiert, zeugt für Stadtredaktor Reto Voneschen von Grösse.

Reto Voneschen
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Tagblatt-Redaktor Reto Voneschen.

Tagblatt-Redaktor Reto Voneschen.

Der Marktplatz ist das Zentrum der St.Galler Altstadt. Die hier stattfindenden Märkte sind ein wichtiger Faktor zu ihrer Belebung. Wem die Zukunft des «Einkaufszentrums Innenstadt» am Herzen liegt, müssen auch die Märkte am Herzen liegen.

Gut geht es dem Bauernmarkt vom Freitag und dem Wochenmarkt vom Samstag. Der lange Zeit vernachlässigte ständige Markt ist dank neuer Anbieter (Brot und Trockenfrüchte) aus dem Tief heraus. Um sein Potenzial auszuschöpfen, braucht es aber weitere originelle Angebote. Gut funktionieren auch spezielle Veranstaltungen wie der Ökomarkt: Solche Anlässe ziehen das Publikum scharenweise ins Stadtzentrum.

Vor diesem Hintergrund ist es gut, dass sich Behörden und Marktfahrer wieder gefunden haben. Die gewählte Lösung für die Wochenmärkte mit gestaffelten Schliessungszeiten und der Anordnung der Stände gemäss diesen Zeiten ist sinnvoll. Mit etwas gutem Willen müsste dieses neue System funktionieren – im Gegensatz zum zuvor gewählten.

Erfreulich ist in diesem Fall das Verhalten der in der Vergangenheit immer wieder gescholtenen städtischen Bewilligungsbehör­de. Die Gewerbepolizei hat die Probleme mit dem im Frühling erlassenen Marktregime erkannt und ist darauf zurückge­kommen. Genau so wünschen wir uns die Behörden: Konsequent in der Durchsetzung erlassener Regeln, aber auch offen, unbürokratisch und flexibel, wenn es gilt, Ermessensspielräume auszuloten oder Fehler zu korrigieren.

Wobei klar ist, dass die Bewilligung von Veranstaltungen im öffentlichen Raum immer eine Gratwanderung und darum heikel ist. Die Stadtpolitik tut gut daran, auch in Zukunft ein scharfes Auge aufs Thema zu haben. Nicht zuletzt muss der Stadtrat seine Führungsverantwortung ernster nehmen, als dies in der Vergangenheit manchmal der Fall war. Ermöglichungskultur zu predigen ist das eine, sie im Dialog und mit Fingerspitzengefühl – also auch unter Beachtung der Interessen von Nachbarn – umzusetzen ist das andere. Dass es funktionieren kann, zeigt das aktuelle Beispiel der Wochenmärkte.

Neugestaltung der St.Galler Märkte: Starre Haltung bei Öffnungszeiten ist ein Wermutstropfen

In den nächsten zwei Wochen kommt auf dem Marktplatz etwas in Bewegung. Es sei positiv, dass damit das Trauma zweier verlorener Abstimmungskämpfe um eine Neugestaltung des Platzes endlich überwunden werde, kommentiert Stadtredaktor Reto Voneschen. Das böse Blut um die verkürzten Öffnungszeiten am Mittwochs- und am Samstagsmarkt hält er hingegen für unnötig.
Reto Voneschen