Interview

Obvita will in Wittenbach ein Kompetenzzentrum bauen, doch auf der Baustelle läuft nichts - «Es ist normal, dass es bei solchen Bauten Verzögerungen gibt»

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Eine Visualisierung zeigt, wie das Kompetenzzentrum für 18,5 Millionen Franken einst aussehen soll.

Eine Visualisierung zeigt, wie das Kompetenzzentrum für 18,5 Millionen Franken einst aussehen soll.

Visalisierung: PD

Obvita, die Organisation des Ostschweizerischen Blindenfürsorgevereins, baut in Wittenbach ein neues Kompetenzzentrum. Dies unter anderem mit Spendengeldern. Gemäss einer Anwohnerin habe es bei der Baustelle viele Monate nach Stillstand ausgesehen: «Es schien nichts zu laufen.» Markus Berger, Leiter Marketing und Fundraising, nimmt dazu Stellung.

Die Eröffnung des neuen Zentrums war ursprünglich auf Herbst 2019 geplant.

Markus Berger: Das stimmt. Doch es ist normal, dass es bei solchen Bauten zu Verzögerungen kommt. Wir standen nicht unter Druck und mussten den Bau nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt fertiggestellt haben. Die Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür ist neu am 20. Juni. Der Zeitplan hat sich wegen verschiedener Umstände nach hinten verschoben.

Markus Berger, Leiter Kommunikation und Fundraising.

Markus Berger, Leiter Kommunikation und Fundraising.

Bild: PD

Können Sie ein Beispiel nennen?

Im Winter 2019 hatten wir viel Schnee und konnten deshalb gewisse Bautätigkeiten nicht erledigen. Das hat den Ablauf um etwa sechs Wochen verzögert. Weil wir nicht unter grossem Zeitdruck stehen, haben wir aber keine Massnahmen getroffen, um diese Verzögerung wieder aufzuholen.

Wird der Bau nun teurer, weil er länger dauert, als ursprünglich geplant?

Wir hatten von Anfang an ein absolutes Kostendach, welches wir einhalten müssen. Nach meinen Informationen und jenen der Baukommission haben wir die geplanten Ausgaben nicht überschritten.

Wieso braucht es denn überhaupt ein solches Kompetenzzentrum?

Wir bauen für Sehbehinderte und psychisch beeinträchtigte Menschen ein Zentrum für Sehberatung und Integration. Für die berufliche Integration ist es wichtig, dass verschiedene Fachpersonen zusammenarbeiten. Das ist schwierig, wenn man wie bisher nicht am gleichen Ort arbeitet. Denn die Wege sind länger und die Kommunikation läuft langsamer. Unser Ziel war deshalb, alle am gleichen Ort zu haben.

Der Bau kostet insgesamt 18,5 Millionen Franken. Wie viel davon sind Spenden- gelder?

Der Spendenstand ist im Moment bei rund 2,7 Millionen Franken.

Gemäss Website der Obvita wird noch weitergesammelt.

Ja, beim Spendenziel haben wir Luft nach oben. Wir rechnen mit zusätzlichen 240000 Franken. Diese werden wir vor allem für die Aussengestaltung verwenden, beispielsweise für Bäume oder eine Sitzbank.

WITTENBACH: Obvita baut Kompetenzzentrum

Die Obvita investiert 18,5 Millionen Franken in einen Neubau. Darin bündelt sie Angebote und Dienstleistungen für Sehbehinderte – und versucht sich dabei auch in neuen Technologien.
Laura Widmer

ARBEIT: Integration mit Kühlschränken

Die Sozialorganisation Obvita hilft körperlich oder psychisch beeinträchtigten Menschen zurück ins Arbeitsleben. Etwa bei V-Zug in Arbon. Dort tragen die acht Obvita-Angestellten viel Verantwortung.
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