Top-Ernte in Goldach: Obstbauern können aufatmen

Der heiss-trockene Sommer macht den Pflanzen zu schaffen. Die Obsternte fällt dennoch gut aus, auch Kürbisse gedeihen. Welche Folgen das Wetter für die gestressten Wälder hat, wird sich erst noch zeigen.

Jolanda Riedener
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Extreme Hitze, wenig Niederschlag: Der diesjährige Sommer machte der Natur zu schaffen. Auch jenen, die von ihr abhängig sind. Zum Beispiel Josef Mäder. Der Goldacher Obstproduzent verfügt über Plantagen von zehn Hektaren.

Ein Augenschein vor Ort zeigt aber ein üppiges Bild: Rotleuchtende, pralle Früchte zieren die zahlreichen Baumreihen. «Mit der Ernte konnten wir dieses Jahr sehr früh beginnen», sagt Mäder, der deshalb momentan alle Hände voll zu tun hat. Schon seit Ende August, anstatt wie normalerweise zwischen dem 5. und 10. September, ist er mit der Ernte beschäftigt, die in diesem Jahr sensationell gut ausfalle. Den Erntezeitpunkt bestimmt Mäder, indem er den Zucker- und Stärkegehalt seiner Früchte misst.

Bauern leiden mit ihren Bäumen

Vor einigen Wochen war Josef Mäder noch weniger zuversichtlich: «Der Sommer war eine Herausforderung. Vor allem die geringe Verteilung des Niederschlags.» Der Obstproduzent handelte bereits im Frühling und bewässerte seine Bäume kurz nach der Blütezeit. Auch auf die Mithilfe der Imker, die ihre Bienenvölker in der Nähe halten, sei er angewiesen. Weil: ohne gute Bestäubung keine schönen Früchte. «Die Ungewissheit darüber, wie die Ernte ausfallen würde, war ein reiner Nervenkitzel», sagt Mäder. Als Bauer leide man mit seinen Bäumen mit.

Der Regen nach den trockenen Sommerwochen gab den Früchten dann einen regelrechten Wachstumsschub. Die Haut der Äpfel kam dabei nicht mit, weshalb das Kernobst bei einigen Exemplaren aufplatzte. «Das ist zwar ein Wermutstropfen, aber nicht weiter schlimm», beschwichtigt Mäder.

Auch etwas nachhelfen musste der Goldacher Obstbauer Sepp Germann: Wegen der Trockenheit bewässerte er die Bäume. «Wir hatten zum Glück keine Probleme mit der Wasserversorgung.» Mit der Ernte ist die Familie Germann etwa eine Woche früher als normal. Ihre Äpfel verkaufen sie unter anderem direkt ab Hof.

Viele Eicheln trotz Stress im Sommer

Auch die Eichen in der Region tragen heuer viele Früchte. «Das ist aber nicht auf den heissen und trockenen Sommer zurückzuführen», sagt Corina Stolz, Försterin des Reviers Rorschach-Sitter. Alle zwei bis sechs Jahre – je nach Art – gibt es bei den Bäumen sogenannte Mastjahre. Dabei handle es sich um einen genetischen Biorhythmus. Die Bäume tragen dann besonders viele Früchte und die Chance vergrössert sich, dass diese Früchte keimen. Auch, da die Schädlinge nicht alle wegfressen würden.

«Vor allem die fehlenden Niederschläge diesen Sommer bedeuteten für die Bäume grossen Stress»

sagt Stolz. Die Fichten zum Beispiel seien dadurch angeschlagen. Das begünstige eine Vermehrung des Borkenkäfers, den man in der Region bereits beobachte. Auch die Buchen leiden. Ihr Laub verlieren sie zum Teil bereits. Die Auswirkungen des heissen und trockenen Sommers würden sich in der Regel aber zum Teil erst noch zeigen. Denn: «Der Zustand der Bäume und die Vermehrung des Borkenkäfers hängt auch vom Wetter im kommenden Frühling und Sommer ab», sagt Stolz.

In Untereggen steht ab kommenden Montag wieder eine grosse Auswahl an Kürbissen bereit: «Für den Kürbis war der Sommer gut», sagt Willi Troxler. Auch er habe bewässern müssen, dafür sei die Ernte gut ausgefallen. Bei der Landi Goldach steht das Kürbiszelt bereits für Kunden bereit.