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Die Theatergruppe Spielwitz zeigt in Mörschwil «Irgendwo im Nirgendwo»

Markus trifft die Eltern seiner Freundin. Dieser Tag entscheidet über Himmel oder Hölle – diesmal wirklich.
Jessy Nzuki
Mit ihrem Stück will die Theatergruppe Spielwitz ihr Publikum aus dem Alltag herausreissen und zum Schmunzeln bringen. (Bild: Michel Canonica)

Mit ihrem Stück will die Theatergruppe Spielwitz ihr Publikum aus dem Alltag herausreissen und zum Schmunzeln bringen. (Bild: Michel Canonica)

Nach einem tödlichen Autounfall vor dem Himmelstor: Die Theatergruppe Spielwitz präsentiert das neue Stück «Irgendwo im Nirgendwo». Vor mehr als 30 Jahren haben neun Hobbyschauspieler die Gruppe gegründet. Einer von ihnen war Roman Ebneter. «Es war eine Furzidee», sagt der St. Galler. «Zu zweit haben wir an Unterhaltungsabenden der Firma kleine Theater aufgeführt und dann mit sieben anderen beschlossen, ein Wandertheater zu gründen.» Am 31. Dezember 1988 haben sie ihr erstes Stück aufgeführt, doch das Geld fehlte und so nahmen sie kurzerhand einen Kredit von 10000 Franken auf. Die Gruppe hatte Erfolg und so war es ihnen möglich, schon nach der ersten Tournee den Kredit zurückzuzahlen. «Unser Bühnenbild war gar nicht professionell, wir hatten sieben Türen aus schwerem Holz.» Mittlerweile hat sich das geändert. «Wir wollen alles möglichst professionell gestalten, denn die Gäste zahlen Eintritt und so haben sie auch ein Anrecht auf gute Leistung.»

Abgesandte von Himmel und Hölle

Eine Neuheit dieses Jahr ist der Einstieg mit Videoclip. Samy Ebneter, der Sohn von Roman Ebneter, produziert mit seiner Firma Freshcom Werbevideos. «Irgendwo im Nirgendwo» eröffnet mit dem jungen Markus, der auf dem Weg ist, die Eltern seiner Freundin kennen zu lernen und tödlich verunfallt. Er landet im Nirgendwo. Dort müssen zwei Abgesandte von Himmel und Hölle – Herr Engelen und Frau Düvell – abklären, ob der Weg für Markus nach unten oder oben geht. Sie kommen zu keinem Schluss und so muss Markus einen weiteren Tag auf der Erde verbringen – ganz ohne Lügen. Wenn er es schafft, geht es für ihn in den Himmel, ansonsten wartet die Hölle.

Roman Ebneter ist schon oft auf der Bühne gestanden. Mit seinem Bruder Stan Ebneter hat er Kabarett gemacht. Der St. Galler ist verheiratet und hat vier Kinder. «Einmal sind drei Generationen unserer Familie auf der Bühne gestanden. Das war ein super Gefühl.» Auf dem Flyer zu den Ritterfesten der Theatergruppe Spielwitz sind neben Roman Ebneter seine beiden Söhne und sein Bruder zu sehen.

Ein Regisseur soll nicht mitspielen

Dieses Jahr führt Ebneter Regie. Vor vier Jahren hat er zum ersten Mal die Regie übernommen. Zuvor hat er als Schauspieler bei den Stücken mitgemacht. Auch dieses Jahr würde er gerne auf der Bühne stehen, doch beides zusammen, Regie und Schauspielern, sei unprofessionell. «Das ist wie ein Fussballer, der auch Trainer ist und meint, von mitten auf dem Feld den Überblick zu haben. Wenn er aber auf der Bühne steht, gehöre die Aufregung und das Adrenalin dazu. «Wenn beim Öffnen des Vorhangs das Adrenalin heraufschiesst, weiss ich, es ist alles gut. Ohne das würde etwas nicht stimmen.»

Als Regisseur kümmert er sich um viele Aspekte, so etwa die Verteilung der Rollen und Auswahl der Schauspieler. Wenn jeder seine Rolle hat, ist die Rollenfindung der nächste Schritt. Die Schauspieler schreiben einen Lebenslauf zu ihrer Rolle. «Die Aufgabe klärt Fragen und die Akteure erhalten eine konkrete Vorstellung ihrer Person.»

Im September begann die Gruppe mit Stellproben. Indem die Schauspieler jede Szene stellen, wird abgeklärt, wer wo geht, steht oder sitzt. Da der Regisseur grossen Wert auf Textsicherheit legt, soll bei diesen Proben 80 Prozent des Textes sitzen. «Wir machen keine Proben, wo die Schauspieler mit Manuskripten auf der Bühne herumstehen. Dafür haben wir auch eine Souffleuse.» Diese hilft jedoch nur bei den Proben; bei den Aufführungen verzichtet die Gruppe darauf.

Das Wandertheater ist sesshaft geworden

Bislang war die Gruppe als Wandertheater unterwegs, doch in diesem Jahr finden alle Vorstellungen im Gemeindezentrum Mörschwil statt. «Mit einer Wanderbühne sind wir nicht in einem Dorf verankert; es ist also schwieriger, ein Stammpublikum aufzubauen.» Mit einem einzigen Aufführort hat die Gruppe weniger Aufwand. Das Bühnenbild muss nicht tagtäglich auf- und abgebaut werden und auch der Transport fällt weg.

Die Gruppe von 25 aktiven Mitgliedern wird durch 200 Passivmitglieder unterstützt. «Sie erhalten als erste neue Infos und werden zwischendurch zu Apéros eingeladen», sagt Ebneter. Die Theatergruppe hält sich eher klein, man muss wirklich aktiv mitmachen, um dabei zu sein. Das heisst, man braucht eine Aufgabe, sei das auf der Bühne oder hinter den Kulissen. «Wir brauchen Leute für den Bühnenbau, die Festwirtschaft und den Transport. Die vergisst man oft, doch ohne sie würde nichts gehen.»

spielwitz.ch

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