Nur noch zwei Stände vor dem St.Galler Globus – kommt ein neues Konzept oder hat das Geschäft nicht rentiert?

Einer der drei Imbissstände vor dem Globus beim Multertor ist abgebaut worden. Der Leiter Verkauf spricht von neuen Konzepten – und verneint Differenzen mit den bisherigen Pächtern. Eine ehemalige Standbetreiberin vermutet andere Gründe.

Laura Widmer
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Vor dem Globus, wo einst der Imbiss Holy Burito stand, klafft heute eine Lücke. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Vor dem Globus, wo einst der Imbiss Holy Burito stand, klafft heute eine Lücke. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Die Frühlingszeit naht. Viele Angestellte zieht es über Mittag ins Freie, um die frische Luft zu geniessen und etwas Sonne zu tanken. Manch einer wählt bei der Verpflegung die schnelle Variante und holt sich ein belegtes Brot beim Bäcker oder eine Wurst vom Grill. 

Eine zentrale Anlaufstelle in der Altstadt sind die Imbissstände vor dem Globus am Multertor. Der «Leon Grill» verkauft vor allem Burger und Würste, der «Brezelkönig» belegte Brote und natürlich Brezel. Beim dritten Stand verkaufte bis vor kurzem der «Holy Burrito» mexikanisch inspirierte Wraps.

Doch Passanten, die sich über die Mittagszeit rasch verpflegen wollen, haben neuerdings ein Angebot weniger: Seit kurzem stehen nur noch zwei Stände vor dem Globus. Wo der dritte war, klafft eine Lücke. 

Fläche wird für neues Konzept frei

«Holy Burito» wurde wie der «Leon Grill» wurde von Gastronomics geführt. Die Firma mit Sitz in Zürich wollte sich auch nach mehrmaliger Anfrage nicht zum aufgegebenen Geschäft äussern. 

Von einer Unstimmigkeit zwischen den Geschäftspartnern könne allerdings keine Rede sein, sagt Tom Winter, Leiter Verkauf von Globus.

«Die Einstellung des aktuellen Angebotes wurde partnerschaftlich und einvernehmlich beschlossen.»

Der Stand sei nicht abgebaut, sondern schlicht abtransportiert worden.  «Unsere Stände sind ausnahmslos so konzipiert, dass sie über Nacht verschoben werden können.» Die besagte Fläche stehe damit für ein neues Konzept frei. 

Diese Wechsel seien damit «ein Zeichen eines natürlichen, spannenden Prozesses, den wir an allen unseren Standorten seit Jahrzehnten pflegen», sagt Winter. Worum es sich bei diesem neuen Konzept handelt, teilt Globus nicht mit. 

Es ist nicht der erste Wechsel

Weniger rosig sieht Denise Weber die Situation am Multertor. Sie ist Geschäftsführerin des Kafi Franz, das nach der Eröffnung den nun abgebauten Stand betrieb. Ungefähr zwei Jahre verkauften sie neben dem Globus Piadinas, Kuchen und Kaffee, bevor sie den Vertrag mit Globus kündigten, sagt sie.

Die geforderten Öffnungszeiten machten dem Betrieb zu schaffen – wie der Globus müssen die Stände von 9 bis 19 Uhr geöffnet haben. «Über Mittag lief das Geschäft für ein oder zwei Stunden, sonst nicht», sagt sie. 

Weshalb der Standort vor dem Globus nicht mehr zum Besucherstrom beiträgt, dafür hat Denise Weber keine Antwort. In anderen Städten lohne sich das Geschäft offensichtlich, und auch die Lage sei eigentlich gut. «St.Gallen stellt wohl einfach einen Ausreisser dar.» 

Obwohl die Betreiber des Kafi Franz den Stand vom Globus kaufen mussten, zahlte sie Miete und Umsatzbeteiligung. «Eine hohe Investition, die sich nicht rentiert hat», fasst Denise Weber zusammen.

Stände statt Imbisswagen

Drei neue Essensstände wurden am Samstag auf dem kleinen Platz beim Globus eröffnet. Das Angebot gefällt den meisten Passanten, doch nicht alle zeigen sich erfreut über die neuen Imbissstände.
Andreina Thoma