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Nun bleibt im Wittenbacher Zentrum kaum ein Stein auf dem anderen

Die Zentrumserneuerung in Wittenbach beginnt kommende Woche so richtig. Auch am Bahnhof geht es mit der neunwöchigen Totalsperre in die entscheidende Phase.
Adrian Lemmenmeier
Nächste Woche beginnen die Arbeiten an der Romanshornerstrasse (zieht sich quer durchs Bild). An der Bauholzstrasse (unten) sind die Bagger bereits am Werk (Bild: Michel Canonica)

Nächste Woche beginnen die Arbeiten an der Romanshornerstrasse (zieht sich quer durchs Bild). An der Bauholzstrasse (unten) sind die Bagger bereits am Werk (Bild: Michel Canonica)

Das Zentrum Wittenbachs wird umgekrempelt: An verschiedenen Stellen klaffen Löcher im Boden, Bagger graben im Erdreich und auf einer Kastanie an der Ödenhofstrasse ist mit pinker Farbe ein Kreuz gemalt. Der Baum wird heute Vormittag gefällt; an seiner Stelle entsteht ein Wendeplatz. «Die übrigen Kastanien werden voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres gerodet», sagt Daniel Worni. Der Leiter des Wittenbacher Tiefbauamtes führt durchs Zentrum der Gemeinde.

Auf der anderen Seite der Ödenhofstrasse liegt eine Brache. Ein Bagger zerstückelt letzte Mauerelemente mit seiner Schaufel. Das Restaurant Adler, das alte Feuerwehrdepot und ein Wohnhaus standen einst hier. Neu sollen drei Wohnhäuser der Pensionskasse Appenzell Ausserrhoden entstehen. Baustart ist voraussichtlich im Oktober.

Die Kastanien und die Pensionskassen-Häuser sind nur ein Aspekt der vielschichtigen Zentrumserneuerung, die nun langsam sichtbar wird. Einige Meter südlich, vor der Migros, weiten Arbeiter die Strasse aus. Der Verkehr soll über die ehemaligen Parkplätze umgeleitet werden, wenn in den nächsten Wochen die Arbeiten an der Romanshornerstrasse beginnen. Der Belag wird erneuert, ein Lichtsignal gebaut, eine neue Velospur gezogen. Die Bushaltestelle Zentrum (in Richtung St. Gallen) wird provisorisch einige Meter weiter westlich verlegt. «Da, wo sie jetzt steht, behindert sie den Bau der neuen Wasserleitung in der Romanshornerstrasse», so Worni.

Neue Brücke für neuen Bach

Daniel Worni, Leiter Bauverwaltung Wittenbach. (Bild: Michel Canonica)

Daniel Worni, Leiter Bauverwaltung Wittenbach. (Bild: Michel Canonica)

Ebenso nächste Woche beginnt eine weitere Etappe der Arbeiten am Studerswilenbach. Er wird neu unterhalb der Studerswilenstrasse geführt, verläuft dann unter der Romanshornerstrasse hindurch über die geplante Portalverlängerung des Bruggwaldtunnels. Das Portal wird ab nächster Woche gut neun Meter erweitert. «Neu läuft der Bach durch einen Kanal, der zwei Meter breit ist», sagt Worni. «Das jetzige Rohr hat nur 80 Zentimeter Durchmesser. Deshalb bot der Bach bis anhin eine gewisse Hochwassergefahr.»

Auf der anderen Seite des Tunnelportals wird der Studerswilenbach offengelegt. Hier klafft derzeit ein stattliches Loch. Gebaut wird eine Brücke übers Bachbett, um die Wohnhäuser an der Bauholzsstrasse nicht von der Strasse abzuschneiden. Das Portal des Bruggwaldtunnels wird am nächsten Freitag um zehn Meter verlängert.

Ab nächster Woche ist die Bahnhofstrasse gesperrt. Sie wird saniert, und an ihrer östlichen Seite wird ein Fuss- und Veloweg errichtet. Auch der Abbruch der Martin-Blöcke beginnt nächste Woche. An ihrer Stelle soll ein Teil des neuen Migros-Gebäudes entstehen. Die Migros Ödenhof ist voraussichtlich noch bis Ende September geöffnet. Dann zieht sie ins Provisorium an der Romanshornerstrasse 80-86.

Der Umbau wird gefilmt

Die Dimensionen der Zentrumsüberbauung sind gewaltig. Alle Investoren zusammen schiessen gegen 100 Millionen Franken ein, die Wittenbacher hatten im Herbst 2017 einen Kredit von 5,26 Millionen an der Urne gutgeheissen. «Allein in die Planung des Bauablaufes haben wir gegen hundert Arbeitsstunden gesteckt», sagt Daniel Worni. Da wäre es schade, den Baufortschritt nicht zu dokumentieren. Deshalb wird die Gemeinde auf den Dächer der Raiffeisenbank und einem anderen Haus Kameras montieren. 2020, wenn die letzten Arbeiten abgeschlossen sein sollen, werden die Aufnahmen im Zeitraffer veröffentlicht.

Tunnelsperre: Neun Wochen Schrecken, statt Schrecken ohne Ende

«Ab 9. Juli machen wir Nägel mit Köpfen», sagte Manfred Guntlin am Donnerstag bei einem Anlass für Mitarbeitende und Medien am Bahnhof Wittenbach. Guntlin ist Gesamtprojektleiter für die Arbeiten in und am Bruggwaldtunnel – dem zweitlängsten auf dem Netz der Südostbahn (SOB) – sowie im Galgentobeltunnel. «Nägel mit Köpfen» bedeutet in diesem Fall, dass die Bahnstrecke nach St.Fiden ab kommendem Montag während neun Wochen gesperrt sein wird. Nach St.Fiden und St.Gallen verkehren Ersatzbusse. Die Fahrzeit verlängert sich damit um rund acht Minuten.

Trotzdem ist die Totalsperre aus Sicht der SOB die beste Variante für alle. Dank der «Intensivbauweise» könne so in den Tunnels in drei Schichten rund um die Uhr gearbeitet werden. Das spare Kosten, lasse eine bessere Qualität zu und reduziere nicht zuletzt die Dauer des Baulärms, sagte Lukas Barth, Leiter Infrastruktur bei der SOB. «Lieber kurz und heftig als über lange Zeit und jede Nacht.»

Tunnelverlängerung nützt dem Projekt im Zentrum

In Wittenbach tut sich also einiges. In den vergangenen Wochen wurden die Vorarbeiten für die Tunnelsanierungen abgeschlossen, zudem startete die Gleissanierung am Bahnhof, die nun pausiert. Der Bruggwaldtunnel wird ausserdem um neun Meter verlängert. Das hängt wiederum mit der Neugestaltung des Wittenbacher Zentrums zusammen (siehe oben). Die Verlängerung ermöglicht es dem Kanton, die Romanshornerstrasse zu verbreitern und einen Veloweg anzulegen. Zudem kann der Studerswilerbach umgelegt und über den Tunnel hinweg geführt werden. Dort, wo heute das Bachbett liegt, entsteht nämlich eine Tiefgarage. Mit der Bachumlegung wird zudem das Überschwemmungsrisiko im angrenzenden Quartier verringert, sagte der Wittenbacher Gemeindepräsident Fredi Widmer: «Mit dem Start der Tunnelsanierung wird also auch ein wichtiger Teil unserer bedeutenden Zentrumsentwicklung in Angriff genommen.»

Künftig genug hoch für Doppelstöcker

Im Rahmen der Sanierung der 1910 fertiggestellten Tunnels werden die Gewölbe ausgebessert und die Entwässerung erneuert. Ausserdem ist die Strecke nach der Erneuerung auch für Doppelstockzüge befahrbar. Im Galgentobeltunnel wird dafür das Gleisbett mit Schwellen und Schotter durch eine feste Fahrbahn ersetzt. Diese besteht aus Fertigelementen, wie sie laut Lukas Barth bislang in der Schweiz noch nicht zum Einsatz gekommen seien. «In Deutschland und Österreich hat man damit gute Erfahrungen gemacht.» Die SOB verspreche sich dadurch tiefere Kosten und eine längere Betriebsdauer. (jw)

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