Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Notkerianum: Dank Amphibien-Teich zu mehr Alterswohnungen

Beim Alters- und Pflegeheim Notkerianum sollen neue Alterswohnungen entstehen. Dafür muss Wald gerodet werden. Mit dem Waldersatz war der WWF nicht einverstanden – deshalb musste eine neue Lösung her.
Jessy Nzuki
Die Bäume im Park des Notkerianums werden gerodet. (Bild: Jessy Nzuki)

Die Bäume im Park des Notkerianums werden gerodet. (Bild: Jessy Nzuki)

Das Konzept «Betreutes Wohnen» ist sehr gefragt. Das sagt Peter Frischknecht, Vorstandsmitglied des Vereins Alters- und Pflegeheim Notkerianum. Das Notkerianum im Neudorf betreibt zwei Blöcke mit insgesamt 65 Alterswohnungen. Um einer Warteliste von 200 Personen gerecht zu werden, soll ein neues Haus entstehen. Für das Bauvorhaben muss der Park des Notkerianums gerodet werden. Diese Fläche ist im Zonenplan, der Baugebiet von Nichtbaugebiet unterscheidet, als Wald eingetragen. Deshalb muss gemäss Waldgesetz Ersatz für die zu rodenden Bäume geschaffen werden. Geplant war die gleiche Fläche Wald in sechs Kilometern Entfernung nahe der Sitter. Doch der WWF reichte Einsprache ein. Der Standort sei nicht zufriedenstellend, denn der Boden sei lehmig und feucht, erklärt Martin Zimmermann, Projektleiter beim WWF-Regiobüro St. Gallen. Deshalb ist die Fläche, die aufgeforstet werden soll, nicht geeignet und ökologisch nicht von grossem Nutzen.

In den Weiher werden 30000 Franken investiert

Wenn kein Waldersatz gefunden werden könne, sei auch eine Massnahme zugunsten von Natur- und Landschaftsschutz möglich, erklärt Stefan Buob vom Kantonsforstamt. Ob diese Massnahme ökologisch gleich wertvoll ist wie der zu rodende Wald, wird anhand der Kosten bewertet. Die Gesamtkosten der Fläche, die aufgeforstet werden müsste, wird in die Natur- und Landschaftsschutzmassnahme investiert. Pro Quadratmeter Wald werden 15 Franken verrechnet; bei einer Fläche von ungefähr 2000 Quadratmetern ergibt das ein Total von 30000 Franken.

Ein Landschaftsarchitekturbüro fand die geeignete Ersatzmassnahme: vier Amphibiengewässer im Schaugentobel. Diese Lösung sei ideal, denn es gebe im Osten der Stadt zu wenige Amphibienweiher in Flussnähe. Zimmermann ist glücklich und der WWF hat die Einsprache zurückgezogen.

«Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten; das Notkerianum kann bauen und die Natur bekommt etwas zurück.»

Während der öffentlichen Auflage im Januar sind keine Einsprachen gegen die Amphibiengewässer als Ersatzmassnahme eingegangen.

Wettbewerb um den Neubau

Ziel ist ein neues Gebäude mit ungefähr 40 Alterswohnungen und einigen Verbesserungen, sagt Vorstandsmitglied Peter Frischknecht. Das neue Gebäude soll den Lärm der anliegenden Autobahn abschirmen. Eine Passerelle werde das Hauptgebäude und den Neubau verbinden und so die Versorgung durch das Pflegepersonal und den Hausdienst erleichtern. Der Park ist derzeit mit Rollstuhl oder Rollator schwer zugänglich. Hier soll ein Lift Abhilfe schaffen, damit zukünftig alle Bewohner den Park nutzen können.

Die Planung für dieses Bauvorhaben wird nächstes Jahr als Wettbewerb ausgeschrieben. Darin müssen Vorschriften wie Hochwasserschutz, Zufahrt und Grenzabstände definiert werden. Auch die genaue Anzahl der neu entstehenden Wohnungen ist vom Wettbewerb abhängig. Eine Jury wird die Projekte der teilnehmenden Architekten bewerten.
Bis zum Start des eigentlichen Bauvorhabens wird noch einige Zeit verstreichen. Bestenfalls im Jahr 2023 soll der Neubau fertiggestellt sein.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.