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Wittenbacher Wahlkampf: Das sagen Weggefährten über Norbert Näf

So wie sich der CVP-Kandidat im Wahlkampf gibt, so erinnert man sich auch in Ausserrhoden an ihn: dossiersicher, zugänglich und nicht selten innovativ. Aber auch bemüht, zu kontrollieren, wie man ihn wahrnimmt.
Johannes Wey
Norbert Näf legt Wert darauf, welches Bild man sich von ihm macht. (Bild: Urs Bucher 26. Oktober 2018)

Norbert Näf legt Wert darauf, welches Bild man sich von ihm macht. (Bild: Urs Bucher 26. Oktober 2018)

Norbert Näfs Referenzen lassen keine Wünsche offen: Seine Zeit als Gemeindepräsident in Heiden schwingt immer mit, wenn von Näf als Kandidat für das Wittenbacher Gemeindepräsidium die Rede ist. Und zwar seit dem Tag, an dem die überparteiliche Findungskommission Näf als Teil eines Zweiertickets vorstellte.

Diese Erfahrung ist es auch, die von seinen Unterstützern immer wieder hervorgehoben wird. Und dazu zählen seit vergangener Woche nicht nur sämtliche Ortsparteien, sondern auch der Gewerbeverein. Näf ist damit seit dem Rückzug von Georges Gladig der Kandidat der Wittenbacher Classe politique, der gegen den unabhängigen Aussenseiter Oliver Gröble antritt.

Bildwünsche und Bekanntschaften

Näf weiss, wie er von anderen wahrgenommen werden will. Obwohl er sein gesamtes Berufsleben auf Gemeindeverwaltungen verbracht hat, will er sich nicht als «Verwalter» bezeichnet sehen. Einen entsprechenden Titel im «Tagblatt» änderte er beim Verlinken auf seiner Website kurzum in einen gefälligeren ab. «Der Titel des Artikels passt gar nicht zu mir», befand er auf Facebook. Im selben Porträt kokettierte er mit seiner Bekanntschaft zu Abacus-CEO Claudio Hintermann. «Ich kenne Norbert Näf nicht näher», relativiert dieser. Sie beide hätten lediglich ein paar Mal miteinander gesprochen.

Dann und wann meldete sich Näf auch auf der «Tagblatt»-Redaktion, mit der Bitte, bestimmte Bilder nicht zu verwenden oder gewisse Aussagen nicht zu hoch zu gewichten.

Ein zerstrittenes Dorf befriedet

Wie jetzt in Wittenbach ist Näf auch 2005 in Heiden als Auswärtiger angetreten – was damals sicher kein Nachteil für den Gemeindeschreiber der Thurgauer Gemeinde Eschlikon war. Heiden war tief zerstritten, vom Neuen erhoffte man sich auch einen Neuanfang. Und der kam binnen zweier Jahre: Es gab drei Wechseln im Gemeinderat. Und innert sieben Monate gingen zwei Abstimmungen für die Neuorganisation der Gemeinde über die Bühne. Die Heidler staunten, wie schnell das Projektteam unter Norbert Näf die Grundlagen vorgelegt hatte. Und: In Heiden kehrte Ruhe ein. Es sei nicht übertrieben zu behaupten, dass Näf die Vorderländer Gemeinde befriedet habe, ist zu hören.

Näf legte in den Jahren danach Pioniergeist an den Tag. So stattete er die Schule mit einem Globalbudget aus und entliess sie in die Selbstverwaltung. Und während Wittenbach vor kurzem seine «Vision 2030» vorgestellt hat, befasste man sich in Heiden schon 2012 in einem partizipativen Prozess mit «Heiden 2025».

Sandro Agosti war von 2004 bis 2012 Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AR und hatte sein Büro damals noch in Heiden. «Fast Tür an Tür mit Norbert Näf. Wir haben sehr eng zusammengearbeitet», sagt Agosti. Der Gemeindepräsident habe dafür gesorgt, dass die Mühlen der Politik schnell mahlten. Auch die Sanierung des Kursaals sei ein wichtiger Impuls für den Tourismusstandort Heiden gewesen. Betrieben wurde der Saal damals noch vom Kurverein, dessen Geschäftsführer ebenfalls Agosti war. Als solcher habe er mit Näf auch über die Leistungsvereinbarung verhandelt. «Das war ein hartes Ringen.» Trotzdem sei man sich jeweils schnell einig geworden, da Näf nicht lange taktiert habe.

Achtungserfolg in der Wahlniederlage

Einer, der das Heu politisch nicht immer auf derselben Bühne wie Näf hatte, ist Ralph Devos. Er wohnte nicht nur in Heiden, sondern sass für die SVP zusammen mit Näf überdies jahrelang im Ausserrhoder Kantonsrat. Vor Näfs Zeit war er auch Gemeinderat. Er beschreibt den CVPler als dossiersicher und zugänglich. «Als Gemeindepräsident war er hervorragend», sagt Devos. Trotz politischer Differenzen hätten sie einen guten Austausch gepflegt.

Kein Verständnis hatte Devos hingegen dafür, dass sich Näf für die Regierungsratswahlen 2015 aufstellen liess und gleichzeitig seinen Rücktritt als Gemeindepräsident ankündigte. Der damals bereits geschiedene Vater dreier Kinder verbuchte zwar einen Achtungserfolg, war aber von seinem Abschneiden in Heiden enttäuscht. «Das war nicht seine Schuld. Die CVP hat einfach zu wenig Gewicht», sagt Devos, der trotzdem für Näf gestimmt hatte. «Ich hoffe für ihn, dass er nun in Wittenbach gewählt wird.»

Posse um die Nachfolge wirft Schlaglicht

An seiner früheren Wirkungsstätte ist also noch immer viel Lob für Norbert Näf zu hören. Stimmen wie alt Gemeinderat Paul Weder, der seine Führungsqualitäten anzweifelt, sind schwer zu finden. Doch ausgerechnet die Wahl seines Nachfolgers in Heiden warf 2015 zumindest indirekt ein ungünstiges Schlaglicht auf Näf. An der Heidler Politposse – die Wahl musste wiederholt werden, weil der Kandidat damals noch nicht in der Gemeinde wohnte – trugen zwar andere die Hauptschuld. Doch die vom Regierungsrat angeordnete Nachzählung ergab Differenzen von bis zu 98 Stimmen. Insgesamt gab es Differenzen bei sechs von sieben Resultaten. Das Zählbüro, das vom Gemeinderat bestellt wird, machte keine gute Falle.

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