Noch ist die Rorschacher Uferpromenade für Spaziergänge offen – falls sich Passanten nicht an die Regeln halten, droht die Schliessung

Das Rorschacher Seeufer ist nach wie vor für die Bevölkerung zugänglich. Die Gemeinde Goldach und die Stadt Rorschach führen jedoch regelmässig Kontrollen durch. Wenn nötig, werden sie die Uferpromenade nach Zürcher Vorbild sperren.

Jolanda Riedener
Hören
Drucken
Teilen
In Goldach sind weniger Passanten am Seeufer unterwegs. Wohl auch, weil es am Dienstagnachmittag eher kalt war.

In Goldach sind weniger Passanten am Seeufer unterwegs. Wohl auch, weil es am Dienstagnachmittag eher kalt war.

Bild: Jolanda Riedener

Menschenansammlungen sind Gift bei der Eindämmung des neuen Coronavirus. Maximal Gruppen von fünf Personen dürfen sich noch zusammen aufhalten, das hat der Bundesrat entschieden. Weil gerade das schöne Wetter und die Langeweile viele Leute ins Freie locken, musste etwa die Stadt Zürich ihre Seepromenade am vergangenen Freitag räumen und für die Bevölkerung sperren. Eine Massnahme, die vielleicht bald auch in der Ostschweiz greift?

Im Moment ist die Rorschacher Uferpromenade samt Arionwiese und Würth-Areal nach wie vor für die Bevölkerung zugänglich. Wie lange Passanten bei der gegenwärtigen Coronapandemie dort noch flanieren oder Zeit verbringen dürfen, weiss derzeit aber niemand. Rorschachs Stadtpräsident Röbi Raths sagt:

«Sobald sich etwas an der Situation oder an den Weisungen des Bundes ändert, müssen wir handeln.»

Ein Augenschein vor Ort zeigte: Nur wenige Passanten mit viel Abstand zueinander besuchten die Seepromenade.

Wenig Leute sind beim Würth-Haus unterwegs. Und wenn, dann mit grossem Abstand zueinander.

Wenig Leute sind beim Würth-Haus unterwegs. Und wenn, dann mit grossem Abstand zueinander.

Bild: Jolanda Riedener

Stadtpräsident macht Kontrollgänge

Röbi Raths ist seit Anfang Jahr Stadtpräsident von Rorschach.

Röbi Raths ist seit Anfang Jahr Stadtpräsident von Rorschach.

Bild: Urs Bucher

Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung (Vüch) und der Kantonspolizei St.Gallen führen laut Raths regelmässig Kontrollen in der Stadt durch, um nicht erlaubte Gruppen aufzulösen. Dies insbesondere am beliebten Seeufer. So mussten am vergangenen Wochenende beim Würth-Areal grössere Ansammlungen aufgelöst werden. Stadtpräsident Raths hat seit kurzem seine Wohnung in Rorschach bezogen. Er sagt:

«Ich bin auch selber zusammen mit dem Feuerwehrkommandanten auf Kontrollgängen unterwegs.»

Leider hielten sich aber noch nicht ganz alle an die Vorgaben des Bundesrats, weshalb weiterhin rege kontrolliert werden müsse. «Wir beobachten die Situation genau», sagt Raths.

Goldach weiterhin Zugang zur seine Uferpromenade weiterhin zugänglich

Goldachachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli.

Goldachachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli.

Bild: Ralph Ribi

Nahtlos geht die Rorschacher Uferpromenade auf Goldacher Gemeindegebiet über. Dort ist das Seeufer ebenfalls für die Bevölkerung frei zugänglich. Dass sich daran bald etwas ändern wird, glaubt Gemeindepräsident Dominik Gemperli derzeit nicht. Gemperli sagt:

«Wir hoffen, dass die Leute mittlerweile dahingehend sensibilisiert worden sind und eine Schliessung der Promenade nicht nötig wird.»

Sollte Rorschach aber eine Schliessung des Ufers in Betracht ziehen, werde Goldach wohl mitmachen.

Hilfreich sei, dass die Polizei Bussen ausstellen darf, wenn sich mehr als fünf Personen treffen. Auch intern kontrolliert die Gemeinde. «Unsere Securitas legen klar den Fokus auf Gruppen ab fünf Personen», sagt Gemperli. Mittlerweile habe man auch die Situation auf der Sportanlage Kellen im Griff. Seit der Sperrung sei es dort nicht mehr zu illegalen Situationen gekommen. Laut Gemperli habe man die Anlage aber weiterhin auf dem Radar.

Einen Appell an die Jungen richten

Nicht geplant ist derzeit gemäss Rorschacherbergs Gemeindepräsident Beat Hirs die Schliessung der Badi Hörnibuck. Eine Sperrung des Wanderwegs entlang des Altenrheiner Bodenseeufers kommt ebenfalls nicht in Frage, die Situation ist dort eine andere.

Laut Thals Gemeindepräsident Felix Wüst sind die Spazierwege keine Treffpunkte oder Aufenthaltsorte, wie dies zum Beispiel in Rorschach der Fall ist. «Alle Sportanlagen sind gesperrt», sagt er. Ausnahmen sind Spielplätze, welche die Gemeinde mit entsprechenden Hinweisen versehen hat.

Auch die Gemeinde Thal müsse kontrollieren, ob sich die Bevölkerung ans Verbot halte. Ausserdem habe man laut Wüst auch Jugendarbeiter instruiert, ein Auge darauf zu halten, ob sich insbesondere jüngere Personen an die Regeln halten und ihnen andernfalls «ins Gewissen reden».