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Kolumne

Noch ein Ranking: Balzplätze in der Stadt St.Gallen

Eine Dating-Plattform im Internet rangiert für verschiedene Städte der Schweiz, darunter auch St.Gallen, Orte für ein Rendez-vous. Die Liste ist wohl nicht ganz ernst zu nehmen. Genauso wie ihre Besprechung durch einen Stadtredaktor.
Reto Voneschen
Im Tropenhaus des Botanischen Gartens St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi - 10. Februar 2016)

Im Tropenhaus des Botanischen Gartens St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi - 10. Februar 2016)

Genau das hat uns zum perfekten Frühlingsglück noch gefehlt: Eine Internet-Plattform, die «diskrete Dates» vermittelt, hat bei ihrer lokalen Kundschaft herumgefragt, welches die beliebtesten Outdoor-Dating-Plätze der Gallusstadt seien. Das sind Orte, an denen paarungswillige Männchen ihre Weibchen outdoor solange bebalzen, bis sie dann indoor dürfen.

Das Ranking hat Vorbilder in der Tierwelt. Man muss sich das wohl so wie bei den Auerhühnern vorstellen («Tagblatt» vom Montag): Die haben im Frühling Plätze, an denen sich die Hähne versammeln, das Rad schlagen, sich aufplustern und sich singend zu übertreffen suchen. Ist eine der zuschauenden Hennen genügend beeindruckt, darf der Hahn seinen Beitrag zur Erhaltung der bedrohten Vogelart leisten.

Und wo schlagen die Stadtsanktgaller das Rad vor ihrer Angebeteten? Drei Weieren, gemeint ist wohl der Mannenweier, landet in der Umfrage der Seitensprung-Internetplattform auf Platz eins. Auf Platz zwei liegt das Bermuda-Dreieck. An beiden Orten ist der Promillegehalt regelmässig hoch. Man fällt knutschend im Volksauflauf auch nicht gross auf. Im Bermuda-Dreieck ist am Freitag und Samstag auf engstem Raum auch dermassen viel los, dass im Gedränge Körperkontakt garantiert ist. Also aufgepasst: Hier gibt’s keine Chance auf romantische Zweisamkeit.

Ein Kubanischer Pfeiffrosch im St.Galler Tropenhaus (Bild: Botanischer Garten SG/PD)

Ein Kubanischer Pfeiffrosch im St.Galler Tropenhaus (Bild: Botanischer Garten SG/PD)

Für ein Tête-à-Tète bietet sich Platz drei der Balzplatz-Rangliste an: das Tropenhaus des Botanischen Gartens. Dass sich dort gut balzen lässt, ist x-fach belegt – durch einen Macho, der nur so gross ist wie ein Fingernagel. Was ihm an Grösse abgeht, macht der Kubanische Pfeiffrosch durch Lautstärke wett: Durch Pfeifkonzerte locken die Männchen die Weibchen an. Und ganz anders als bei den Menschen gilt bei den Mini-Hüpfern das Prinzip: Wer dem Weibchen am lautesten nachpfeift, ist der Begehrteste.

Ein Balzphänomen klammert die Dating-Plattform allerdings völlig aus. Die Stadtpolizei kennt es als Balzverkehr am Marktplatz. Hier drehen kleine und grössere Machos regelmässig motorisiert ihre Runden, um zu zeigen was sie haben. An PS, versteht sich. Wieso der Volksbrauch im Balzplatz-Ranking nicht vorkommt? Weil die Polizei und ihr Bussenblock Lustgefühle dämpfen? Auch das hätte im Tierreich Vorbilder: Auerhähne balzen ebenfalls nicht gerne dort, wo es viele Jäger hat.

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