Bauprojekt
Die Silhouette der Stadt bekommt Zuwachs: Noch ein Hochhaus für Rorschach

Drei markante Hochhäuser hat Rorschach schon. Nun soll nicht weit davon entfernt ein neues, neunstöckiges Geschäfts- und Wohnhaus gebaut werden. Um das möglich zu machen, muss eine Stück Land umgezont werden. Die Unterlagen dazu liegen ab Donnerstag öffentlich auf.

Rudolf Hirtl
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Nicht weit vom Stadtwald (im Hintergrund), am Ende des SBB-Perrondaches, nach dem Eingang zur Schneckenrampe, soll ein neues, neunstöckiges Geschäfts- und Wohnhaus gebaut werden.

Nicht weit vom Stadtwald (im Hintergrund), am Ende des SBB-Perrondaches, nach dem Eingang zur Schneckenrampe, soll ein neues, neunstöckiges Geschäfts- und Wohnhaus gebaut werden.

Bild: Tino Dietsche

In der Hafenstadt entstehen nur wenige Meter voneinander entfernt mehrere Wohn- und Gewerbeüberbauungen. An der Hauptstrasse laufen Sanierung und Umgestaltung und beim Bahnhof Stadt gehen die Bauarbeiten dem Ende zu.

Die gegen die Stadt gerichtete Nordfassade des geplanten Gebäudes.

Die gegen die Stadt gerichtete Nordfassade des geplanten Gebäudes.

Visualisierung: Bereuter Architektur

Kein Wunder haben Einheimische und Gäste den Eindruck, die Stadt sei eine einzige grosse Baustelle. «Es wird derzeit in der ganzen Schweiz viel gebaut. In Rorschach haben wir eine Konzentration, weil öffentliche und private Bauprojekte parallel umgesetzt werden», sagt Stadtpräsident Röbi Raths. «Wenn es eine Veränderung zum Positiven gibt, wie in diesen Fällen, dann habe ich Freude an Baustellen, auch wenn es derzeit viele auf einmal sind. Wir müssen uns ja auch verändern, denn Stillstand bedeutet bekanntlich Rückschritt», so der Stadtpräsident.

Neunstöckiges Haus dank Umzonung möglich

Nun kündet sich bereits ein neues, grösseres Bauprojekt in Rorschach an, denn der Stadtrat unterstellt die Arealentwicklung «Dufourstrasse Ost/Stadtbahnhof Süd» dem Mitwirkungsverfahren. Vom 4. Juni bis 2. Juli können die Unterlagen, die auch eine Änderung der Wohn- und Gewerbezone in eine Schwerpunktzone beinhalten, bei der Abteilung Bau und Stadtentwicklung eingesehen werden.

Die Umzonung ist laut Stadtrat nötig, weil sich städtebauliche Leitlinien und Akzente im Bezug zur gesamtstädtischen Entwicklung in der dreigeschossigen Zone nicht realisieren lassen. Mit dem Teilzonenplan soll deshalb die bestehende Wohn- und Gewerbezone wie erwähnt in eine Schwerpunktzone umgezont werden. Laut kantonalem Planungs- und Baugesetz ermöglichen Schwerpunktzonen die Neuüberbauung von Siedlungsgebieten, die zur Umstrukturierung bestimmt sind.

Das Feldmühle-Quartier, der Bahnhof Stadt und der Bereich Dufourstrasse bilden künftig eine Einheit.

Das Feldmühle-Quartier, der Bahnhof Stadt und der Bereich Dufourstrasse bilden künftig eine Einheit.

Bild: Tino Dietsche

Oder anders gesagt: Bei der an den Stadtbahnhof und die Gleisanlagen angrenzenden geplanten Überbauung könnte bei einer Umzonung neben dem viergeschossigen Längsbau im westlichen Bereich an der Dufourstrasse auch ein neungeschossiger Hochbau im östlichen Bereich des Bahnhofs Stadt realisiert werden.

Ein Steinwurf vom Stadtwald entfernt

«Das höhere Haus nimmt zusammen mit dem baulichen Akzent auf der Nordseite der Gleisanlagen beim Bahnhofplatz Nord Bezug zum Stadtbahnhof und macht dessen Lage sichtbar», so der Stadtrat. Das neunstöckige Haus, das nur einen Steinwurf von den drei Hochhäusern im Stadtwald entfernt zu stehen kommt, begrenze mit den Neubauten auf dem Feldmühle-Areal den zusammenhängend gestalteten Bahnhofplatz gegen Westen. Der Längsbau schaffe einerseits einen stimmigen Übergang zur westlich angrenzenden, kleinkörnigen Bebauung und schliesse andererseits die bestehende Gebäudezeile zwischen Dufourstrasse und Bahngeleise gegen Osten ab.

Eine Tiefgarage für 59 Fahrzeuge ist vorgesehen

Die beiden Neubauten könnten bezüglich öffentlichen Verkehrs nicht besser gelegen sein. Das Perron des Bahnhofs Stadt und der neue Busbahnhof sind nur eine halbe Gehminute entfernt. Die Erschliessung für Fahrzeuge erfolgt von Westen über die einspurig geführte Dufourstrasse sowie von Süden über die Feldmühlestrasse. Fahrzeuge gelangen über eine Rampe zur Tiefgarage im ersten Untergeschoss, wo 59 Abstellplätze vorgesehen sind. Für den Langsamverkehr ist die Überbauung leicht über die Fuss- und Radwegunterführung beidseits der Gleisanlagen zu erreichen. Zudem befindet sich ein barrierefreier Zugang zum Perron auf der Ostseite der Überbauung.