Hier will der Gossauer Stadtrat 2019 Bauland verkaufen

Zwei von drei Grundstücken im Langfeld hat die Stadt Gossau verkauft. An der letzten freien Gewerbefläche zeigen gemäss Stadtpräsident mehrere Unternehmen Interesse.

Perrine Woodtli
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Im Langfeld entsteht derzeit neben der Mega Gossau AG der neue Sitz der Karl Weil AG (rechts im Bild). Das Grundstück neben der Mega Gossau AG direkt an der Bischofszellerstrasse hat die GNG AG erworben. Die dritte Parzelle dahinter steht noch zum Verkauf. (Bild: Urs Bucher)

Im Langfeld entsteht derzeit neben der Mega Gossau AG der neue Sitz der Karl Weil AG (rechts im Bild). Das Grundstück neben der Mega Gossau AG direkt an der Bischofszellerstrasse hat die GNG AG erworben. Die dritte Parzelle dahinter steht noch zum Verkauf. (Bild: Urs Bucher)

Das Gewerbegebiet Langfeld ist derzeit eine Baustelle – zumindest teilweise. Gleich zwei Unternehmen verlegen ihren Firmensitz auf das Areal entlang der Bischofszellerstrasse und der Autobahn: Die Garagen Neudorf-Grünegg AG und die Karl Weil AG. Letztere hat das rund 2700 Quadratmeter grosse Grundstück hinter der Mega Gossau AG erworben. Im August sind die Bauarbeiten gestartet («Tagblatt» vom 24. August). Wenn alles planmässig verläuft, soll der Neubau des Plattenlegerbetriebs Ende Juni 2019 in Betrieb genommen werden.

Die GNG AG will nur wenige Meter entfernt direkt an der Bischofszellerstrasse zwischen der Mega Gossau AG und den Stadtwerken auf rund 8400 Quadratmetern einen Neubau realisieren («Tagblatt» vom 16. August). Immer noch weisen erst Bauvisiere auf das Projekt hin. Die Visiere sollen aber schon bald verschwinden (siehe Zweittext). Die Einweihung ist für Herbst 2020 geplant. Ursprünglich sah die GNG AG den neuen Firmensitz im nahe gelegenen Gebiet Sommerau vor, wo dereinst ein Gewerbe- und Industrieareal entstehen soll.

Stadt sieht keinen Handlungsdruck

Die beiden Betriebe haben ihre Grundstücke der Stadt Gossau abgekauft. Diese besitzt aber noch eine weitere Parzelle im Langfeld. Das dritte Grundstück hat eine Fläche von rund 5300 Quadratmetern und steht nach wie vor zum Verkauf. Die Nachfrage nach der Parzelle sei gross, wie Gossaus Stadtpräsident Wolfgang Giella auf Anfrage sagt. «Es gibt mehrere Interessenten und wir haben konkrete Anfragen bezüglich dieses Grundstücks.» Spruchreif sei aber noch nichts. «Die Stadt steht derzeit mit niemanden in Verhandlungen», sagt Giella. Die Anfragen werden erst geprüft.



Der Baustart verzögert sich

Eigentlich hätten die Bauarbeiten für den neuen Firmensitz der Garagen Neudorf-Grünegg AG im Langfeld bereits vor zwei Monaten beginnen sollen. Der Spatenstich war im Oktober geplant, nachdem im August keine Einsprachen gegen das Projekt eingegangen waren. Statt Bagger stehen heute aber nach wie vor Bauvisiere auf der grünen Wiese. Grund für die Verzögerungen seien Auflagen vom Amt für Umweltschutz, wie GNG-Geschäftsführer Roland Klaus auf Anfrage sagt.
Inhalt dieser Auflagen sei die Störfallverordnung. Diese Verordnung soll den Schutz von Mensch und Umwelt vor den Folgen von plötzlich auftretenden Störfällen bei technischen Anlagen mit Austritt gefährlicher Stoffe regeln.
Neuer Expertenbericht benötigt
Die Auflagen betreffen gemäss Klaus nicht die Baupläne der GNG AG selbst, sondern seien aufgrund einer Nachbarfirma auferlegt worden. Diese Firma muss einen neuen Expertenbericht erstellen lassen, sagt Klaus. Er wolle diesbezüglich nicht näher ins Detail gehen. «Leider verzögert sich jetzt alles.» Nun warte man nur noch auf die Baubewilligung. «Wir sind bereit und die ersten Auftragnehmer stehen in den Startlöchern.»
Roland Klaus hofft, dass die Baubewilligung in den nächsten Tagen erteilt wird. Dass die Bauarbeiten aber dieses Jahr noch starten, sei eher unrealistisch. Wahrscheinlich werde es Mitte Januar. (woo)

Für 2019 budgetiert die Stadt Gossau eine Million Franken aus Verkäufen von Grundstücken, unter anderem im Langfeld. Diese Summe betrifft gemäss Giella aber alle möglichen Verkäufe aus Liegenschaften im nächsten Jahr. Mit der Million seien unter anderem auch Buchgewinne aus dem Verkauf der zwei Grundstücke im Langfeld budgetiert. Gemäss der vereinbarten Zahlungsbedingungen fliessen auch für diese noch 2019 Gelder. Das Langfeld sei aber das Grundstück, in welchem allfällige Verkäufe am naheliegendsten seien. Im Oktober 2017 hiess es seitens der Stadt, dass es momentan keine grosse Dringlichkeit gebe, das dritte und letzte Baufeld im Langfeld zu verkaufen. Dies hat sich gemäss Stadtpräsident Giella nach wie vor nicht geändert. «Es gibt keinen Handlungsdruck. Wir planen nicht, 2019 zu verkaufen.»