Kommentar
Bundesgerichtentscheid in St.Gallen: Nicht warten, 
bis etwas passiert

Das Bundesgericht gibt grünes Licht für die Tempo-30-Zone an der St.Georgenstrasse. Dieser Entscheid ist richtig, er dient der Sicherheit der Schwächeren und schränkt die stärkeren Verkehrtsteilnehmer nur gerin ein.

David Gadze
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David Gadze, Stadtredaktion.

David Gadze, Stadtredaktion.

Etwas mehr als vier Seiten lang ist das Urteil des Bundesgerichts zu Tempo 30 an der St.-Georgen-Strasse. Das ist wenig. Man kann es als Zeichen deuten, dass die obersten Richter des Landes die Frage der Temporeduktion nur oberflächlich behandelt haben – zumal sie ordentlich Gas gegeben haben. Oder man kann daraus folgern, dass die Ausführungen der Vorinstanzen eindeutig genug waren, um die Zweckmässigkeit nachzuweisen. Der Entscheid ist jedenfalls richtig. Er dient der Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer und schränkt die stärkeren nur gering ein.

Ebenso richtig ist, dass sämtliche Instanzen bei der Beurteilung der Zweckmässigkeit nicht bloss auf die nackte Zahl der Unfälle mit Fussgängern abgestellt haben. Es ist zwar richtig, wie die Gegner dieser Massnahme sagen, dass Fussgänger auf Zebrastreifen ohnehin Vortritt haben und gewissermassen geschützt sind. Wer die Verkehrssituation in St. Georgen kennt, weiss aber, dass es in jenem Abschnitt der St.-Georgen-Strasse trotzdem immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt – gerade mit Fussgängern auf Fussgängerstreifen. Insofern ist es richtig, nicht zu warten, bis etwas passiert, sondern schon vorher zu handeln. Und es spricht nichts dagegen, die Wirkung dieser Massnahme während eines Jahres zu testen. Zu behaupten, durch die tiefere Geschwindigkeit sinke auch die Sicherheit, ist ziemlich gewagt. Gefährlicher als heute wird es jedenfalls nicht, solange die Zebrastreifen bleiben.

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