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Zwischenbilanz: Roland Brändli lässt sich nicht vom Weg abbringen

Der Steinacher Gemeindepräsident Roland Brändli will der Hauptstrasse den Zubringer-Charakter nehmen, sie umgestalten und sicherer machen. Respekt zeigt er vor den Leistungen älterer Menschen und auf ein Jubiläum freut er sich besonders.
Rudolf Hirtl
Gemeindepräsident Roland Brändli auf der Hängebrücke an der Mündung der Steinach. (Bild: Rudolf Hirtl)

Gemeindepräsident Roland Brändli auf der Hängebrücke an der Mündung der Steinach. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Boden schwingt leicht, als sich Steinachs Gemeindepräsident Roland Brändli mit dem Tagblatt-Journalisten auf den Spaziergang begibt. Nicht weiter erstaunlich führt der Weg am Bodenseeufer doch über die im Sommer 2011 eröffnete Hängebrücke für Fussgänger. Leute, die den Weg kreuzen, grüssen ihn beim Namen. Eine schöne Entwicklung, denn als er hier vor elf Jahren angekommen ist, kannte er keinen Menschen.

Nun schaut er hinaus aufs Wasser und bezeichnet sich als Seebub. «Steinach ist eine Perle am See, ich fühle mich sehr wohl hier», sagt er. Er ist definitiv angekommen, obwohl ihm gelegentlich ein rauer Wind um die Ohren pfeift. Zweimal wollten Kritiker den FDP-Mann loswerden, stellten bei den Erneuerungswahlen Kandidaten gegen ihn auf, doch die klare Mehrheit im Dorf trägt ihn, lässt ihn das machen, wofür er sich berufen fühlt. «Du musst als Kommunalpolitiker zwei Fähigkeiten haben; einerseits eine dicke Haut und andererseits einen breiten Rücken, damit alle darauf einschlagen können», sagt der ehemalige Wattwiler Gemeinderat, Sportlehrer und Militärpilot, der im Oktober 2007 sein Amt in Steinach antrat; durchaus realistisch, aber nicht etwa gekränkt.

Nicht alle Projekte sind Selbstläufer

«Ich würde den bisherigen Weg nochmals gehen, auch wenn ich nicht mehr alles so machen würde, wie ich es gemacht habe. Aber kommunale Politik ist wirklich genau meins. Man ist nahe an den Menschen, an den Projekten und kann etwas bewirken. Wie etwa diese Hängebrücke, auf der wir nun stehen und die meine Idee war. Sie kam bei den kantonalen Stellen so gut an, dass sie zwei Drittel der Bausumme bezahlt haben. Jetzt steht sie und wird in Medien als Highlight der Wanderung zwischen Rorschach und Romanshorn betitelt.»

Die ersten sechs Monate des laufenden Jahres sind nach seiner Einschätzung sehr gut gelaufen, auch wenn sehr viele Geschäfte und Strassenprojekte zu behandeln gewesen waren. Etwa die Schulstrasse, die Steinach am Bauen ist, wobei das Gutachten für die Sanierung der dritten Etappe bis vor kurzem öffentlich auflag.

Als schwieriges Projekt bezeichnet Roland Brändli den geplanten Einlenker Pfauenmoosstrasse in die Rorschacherstrasse. Einerseits, weil viele verschiedene Meinungen aus der Bevölkerung zusammenkommen würden und andererseits, weil die Kantonspolizei aufgrund der Gesetze vermutlich nicht Hand bieten werde.

Hauptstrasse ist ein zu attraktiver «Zubringer»

Heute informiert der Gemeindepräsident regelmässig über den Fortschritt solcher Projekte. Das war nicht immer so, wie es sein sollte: «Es war mir am Anfang nicht bewusst, wie wichtig Kommunikation auf dieser Ebene ist. Du kannst supergute Projekte haben, doch wenn die Kommunikation falsch läuft, machst du dir alles kaputt», räumt er ein.

Die Chemie im Gemeinderat bezeichnet Brändli heute als sehr gut. Es werde konstruktiv zusammengearbeitet. «Es hat natürlich auch kritische Stimmen, aber das ist auch richtig und wichtig. Geschäfte werden nicht durchgewinkt, sondern intensiv diskutiert. Wenn nötig wird nachkorrigiert. Jeder von uns im Gemeinderat musste schon für eingebrachte Ansichten und Vorschläge Überzeugungsarbeit leisten. Das gehört zur Arbeit in diesem Gremium.»

Weniger gut läuft es aktuell im Dorfzentrum, wo der Tauschvertrag per Ende Jahr nichtig wurde und jetzt eine neue Lösung bei der Umgebung der Kirche gesucht werden muss. Ebenfalls nicht glücklich ist der Steinacher Gemeindepräsident über die drohende Schliessung der Post, die im selben Gebäude ist, wie das Gemeindehaus. «Wir sehen eigentlich nicht ein, wieso die Post geschlossen werden soll. Sie ist sehr gut frequentiert und hat optimale Platzverhältnisse.»

Eine rasche und gute Entwicklung erhofft sich Brändli bei der Umgestaltung der Hauptstrasse. Der Kanton pusche zwar den öffentlichen Verkehr, wovon auch Steinach profitiere, doch das Tiefbauamt habe dadurch zu viele Projekte auf dem Tisch und sei im Verzug. «Auch wir mussten uns darum bemühen, damit wenigsten die Vorarbeiten für die Bushaltestellen realisiert wurden. Aus diesem Grund ist auch die Ingenieursausschreibung für unsere Hauptstrasse beim Kanton hängig. Darauf fahren 10000 Fahrzeuge täglich mit steigender Tendenz. Insbesondere seit der Entwicklung des Saurer-Areals in Arbon ist die Hauptstrasse zu breit und zu verkehrsorientiert. Es ist für Automobilisten schlicht zu attraktiv dort durchzufahren, wodurch die Verkehrssicherheit von Schülern und älteren Menschen leidet», so Brändli

Älteren Menschen mehr Respekt entgegenbringen

Apropos ältere Menschen, bei diesem Thema bleibt der Gemeindepräsident stehen und hält ein kleines Plädoyer. «Wir müssen vor älteren Menschen Respekt haben und anerkennen, was sie für die Gesellschaft leisten und geleistet haben. Dies ist mit ein Grund dafür, weshalb wir die Kapazität des Alters- und Pflegeheims Gartenhof verdoppeln. Betagte Menschen sollen in Steinach einen schönen Lebensabend verbringen können.»

Als aktiver Turner liegt ihm auch das Vereinsleben am Herzen. «Die gesellschaftliche Bedeutung von Vereinen für die Gemeinde ist immens; jeden Monat finden ein, zwei Anlässe statt, die von Vereinen organisiert sind. Es ist dem Gemeinderat ein grosses Anliegen, Vereine nach Möglichkeit zu unterstützen.»

Im Sommer 2019 feiert die Gemeinde Steinach ihr 1250-jähriges Bestehen mit einem musikalischen Festspiel. Und Brändli kommt ins Schwärmen, wenn er davon spricht. «Das Festspiel wird eine tolle Sache. Es beinhaltet die Geschichte von Steinach rund um das Gredhaus. Aber auch unsere Vereine werden sich mit dem Projekt ‹Steinach vereint› einbringen und die Chronik ‹12,50 Geschichten› wird etwas Bleibendes schaffen.» Nicht bleiben, sondern weiter sinken soll der Steuerfuss (119%). «Ich bin guten Mutes, dass wir auch das schaffen werden.»

Bisher erschienen

Dominik Gemperli, Goldach (2. Juli); Robert Raths, Thal (10. Juli); Norbert Rüttimann, Untereggen (21. Juli); Beat Hirs, Rorschacherberg (26. Juli).

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