Spielplätze in der Stadt Rorschach: Nicht immer lassen sich Grünflächen realisieren

Der Spielplatz an der Washingtonstrasse in Rorschach wird erneuert. Obwohl landesweit Biodiversität gefordert ist, dominiert dort Kies. Der Leiter der Stadtgärtnerei erklärt, wieso es an dieser Stelle nicht anders möglich ist.

Rudolf Hirtl
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Der neue Spielplatz auf dem Flachdach der Tiefgarage an der Washingtonstrasse in Rorschach.

Der neue Spielplatz auf dem Flachdach der Tiefgarage an der Washingtonstrasse in Rorschach.

Bild: Rudolf Hirtl

Weisse Flusskiesel, roter Schiefer, grauer Betonstein, umzäunt mit einem Metallzaun – so sehen immer mehr Vorgärten in der Region Rorschach aus. Was Hausbesitzer schick und praktisch finden, entpuppt sich zusehends als Problem für die Artenvielfalt. Naturschützer warnen vor einer «Versteinerung» von Gemeinden und Städten.

Anrainer kritisieren fehlende Grünflächen

Ob in St.Gallen, Heiden oder Wittenbach, vermehrt arbeiten Gemeinden aus oben genannten Gründen Verbote für Steingärten aus. Nicht nur in Gärten in der Region Rorschach dominieren Steine und Kies. Auch der eine oder andere Spielplatz lässt Grünflächen vermissen. So wundern sich Bewohner an der Washingtonstrasse in Rorschach, wieso der Spielplatz für den Kinderhort ähnlich wie ein Steingarten gestaltet wird. Dies sei ja kaum zeitgemäss und entspreche nicht den Vorgaben, die Biodiversität zu fördern. Dort, an der Washingtonstrasse 48, hat die Pondis Immo AG, Rorschach, eine Einstellhalle für 16 Motorfahrzeuge erstellt, mit der Auflage, den Spielplatz auf dem Dach wiederherzustellen. Mit der Gestaltung des Ersatzspielplatzes wurde die Stadtgärtnerei Rorschach beauftragt.

Rasen würde im Sommer verbrennen

«Wenn möglich gestalten wir Plätze mit entsprechender Grünfläche, es ist aber immer auch eine Frage der Machbarkeit», sagt Michael Heggli, Leiter der Stadtgärtnerei. Auf dem Flachdach stünde nur eine 30 Zentimeter dicke Schicht für Erde zur Verfügung. Da mache es wenig Sinn, etwa Rasen anzusäen, denn das Gras würde im Sommer verbrennen. Um dies zu verhindern müsste der Rasen ständig gewässert werden.

Rasen zählt nur bedingt als Fallschutz

Ganz ohne Grün bleibt auch der Spielplatz an der Washingtonstrasse nicht. Mehrere Bäume mit einer Endhöhe von bis zu 20 Metern wurden bereits gepflanzt. Weiter wird es rund 14 Meter Hecke und zehn Kletterpflanzen entlang der Einzäunung und begrünte Baumscheiben geben. Rund um die Spielgeräte aus Holz wird Rundkies eingebracht. Das Kies mit einer Körnung von zwei bis acht Millimeter hat sich als guter Fallschutz bewährt. Rasen- und Wiesenflächen zählen laut Michael Heggli übrigens nur bis zu einer Fallhöhe von 100 Zentimeter als Fallschutz.

Schaukel bedingt grosszügigen Fallschutzbereich

Das Dach hat im Bereich der Strasse hat laut Heggli zwar 90 Zentimeter Aufbauhöhe. Zum blauen Gebäude hin laufe das Gefälle aber bis auf 25 Zentimeter Aufbauhöhe aus. Rund um das Spielgerät sei ein Fallschutzbereich von bis zu zwei Metern verlangt, im Bereich der Schaukel sogar beidseitig bis vier Meter.

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