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St.Galler Marktplatz: Gewerbe kritisiert Standort der Marktstände, WISG will nicht wieder Debatte zu Details führen

Zwei Wirtschaftsverbände haben sich am Dienstag zum Siegerprojekt für die Neugestaltung des St.Galler Marktplatzes geäussert. Für die Marktgass-Gesellschaft ist die Platzierung von Marktständen mitten auf der unteren Marktgasse nicht nachvollziehbar. «Wirtschaft Region St.Gallen» (WISG) warnt davor, wie bei den ersten Anläufen für eine Neugestaltung unfruchtbare Detaildiskussionen zu führen.
Reto Voneschen
Erklärungsbedarf: Die Visualisierung zum Siegerprojekt «Vadian» für den dritten Anlauf zur Neugestaltung von Marktplatz und Bohl zeigt mitten in der unteren Marktgasse die Stände eines Wochen- oder des Bauernmarktes. Auf dem Plan zum Siegerprojekt (unten)...

Erklärungsbedarf: Die Visualisierung zum Siegerprojekt «Vadian» für den dritten Anlauf zur Neugestaltung von Marktplatz und Bohl zeigt mitten in der unteren Marktgasse die Stände eines Wochen- oder des Bauernmarktes. Auf dem Plan zum Siegerprojekt (unten)...

...sind die mobilen Marktstände aber zur Seite geschoben. Dies, weil gemäss Jury neben dem Markt eine vier Meter breite Anliefungs- und Rettungsspur frei bleiben muss. (Illustration: Stadtplanung St.Gallen)

...sind die mobilen Marktstände aber zur Seite geschoben. Dies, weil gemäss Jury neben dem Markt eine vier Meter breite Anliefungs- und Rettungsspur frei bleiben muss. (Illustration: Stadtplanung St.Gallen)

Es dürfe nicht sein, dass die Umgestaltung von Marktplatz und Bohl «ohne Not» Geschäfte an der Marktgasse behindere, heisst es in der Mitteilung der Marktgass-Gesellschaft vom Dienstag. Sie stellt darin auch eine klare Forderung für die Weiterbearbeitung des Siegerprojektes «Vadian» auf: Die Stadtregierung müsse sich «von der Pop-Up-Euphorie und der Fixierung auf temporäre Nutzungen verabschieden». Sie müsse sich «um diejenigen Einzelhändler kümmern, die langfristig in die Stadt investieren und Arbeitsplätze vor Ort schaffen.»

«Ständige Geschäfte nicht ohne Not behindern»

Die Marktgass-Gesellschaft hält in ihrer Mitteilung vom Dienstag weiter fest, dass sie bisher alle Initiativen zur Neugestaltung von Marktplatz und Bohl unterstützt habe. Dies gelte auch für das vor zwei Wochen vorgestellte Projekt «Vadian». Die darin angestrebte Auflösung der räumlichen Trennung von Marktgasse, Marktplatz und Bohl mache durchaus Sinn, hält die Gesellschaft in ihrer Mitteilung fest.

Nicht nachvollziehbar ist hingegen für sie die vorgeschlagene Anordnung der temporären Marktstände mitten in der unteren Marktgasse. Diese Lösung behindere die Ladengeschäfte in der Marktgasse, und dies ohne Not.

Rund um die Acrevis-Bank lässt sich nach Meinung der Marktgass-Gesellschaft ein attraktiver Markt ohne Nachteile für die Nachbarn organisieren. Die Verfasser des Siegerprojekts träumten von Märkten, Festen und Theater im öffentlichen Raum. Keine Rolle spiele für sie der stationäre Einzelhandel. Sie übersähen, dass die Zukunft der Innenstadt letztlich nur von Einzelhändlern gesichert werden könne, die das ganze Jahr im Stadtzentrum arbeiteten. Temporäre Schönwetter-Veranstaltungen seien dazu eine wertvolle Ergänzung, mehr nicht.

WISG sieht Siegerprojekt als gute Grundlage

Wirtschaft Region St.Gallen (WISG) bewertet das Resultat des Projektwettbewerbs für den neuen Marktplatz gemäss Mitteilung vom Dienstag positiv. Das Siegerprojekt «Vadian» sei eine gute Grundlage für das weitere Vorgehen. Die Resultate des Wettbewerbs haben für WISG gezeigt, dass das auch vom regionalen Wirtschaftsverband favorisierte Verfahren mit Partizipation, Wettbewerb und Rahmenkredit richtig war.

In der Mitteilung warnt WISG davor, wie bei den beiden früheren Marktplatzvorlagen «auf die Ebene der Detaildiskussionen zurückzufallen»: Es werde in der beim aktuellen Projekt für 2020 vorgesehenen Abstimmung um einen Rahmenkredit gehen, nicht um die Zustimmung zu einem detailliert ausgearbeiteten Konzept.

Kritik an der Detailkritik

Die Rondelle auf dem St.Galler Marktplatz stammt vom Anfang der 1950er-Jahre. (Bild: Benjamin Manser - 7. März 2015)

Die Rondelle auf dem St.Galler Marktplatz stammt vom Anfang der 1950er-Jahre. (Bild: Benjamin Manser - 7. März 2015)

Die von einzelnen Parteien, Gruppierungen und Personen erneut entfachten Grundsatzdebatten zu einzelnen Elementen des Siegerprojektes – etwa zur Rondelle, die verschwinden soll – erachtet WISG als «wenig konstruktiv und zielführend». Entwicklung sei nicht möglich, wenn beispielsweise bestehende Gebäude grundsätzlich nicht in Frage gestellt werden dürften.

Wesentlich ist aus Sicht des regionalen Wirtschaftsverbandes, dass die am partizipativen Verfahren Beteiligten das Siegerprojekt für den Marktplatz als Chance sähen: St.Gallen erhalte so wieder einen attraktiven Stadtraum, auf dem der ständige Markt genauso Platz finden werde wie mobile Märkte und andere Veranstaltungen. Durch das Siegerprojekt werde das Herz der Stadt architektonisch gestärkt, schreibt WISG in seiner Mitteilung.

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