Neues Schulhaus in Andwil oder Arnegg: Für eine dieser zehn Varianten müssen sich die Schulbürger entscheiden

Die Andwiler haben die Qual der Wahl: Der Schulrat hat zehn Varianten für ein neues Schulhaus geprüft. Im März müssen die Schulbürger aussortieren.

Perrine Woodtli
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Die Schulanlage Ebnet in Andwil: Bei der favorisierten Variante des Schulrats wird ein Trakt D hinter dem Trakt C (braunes Gebäude) errichtet, teils auf dem Kiesplatz. Weitere Standorte sind die Spielwiese oder die Parzelle zwischen dem roten Platz und dem Arneggerbach.

Die Schulanlage Ebnet in Andwil: Bei der favorisierten Variante des Schulrats wird ein Trakt D hinter dem Trakt C (braunes Gebäude) errichtet, teils auf dem Kiesplatz. Weitere Standorte sind die Spielwiese oder die Parzelle zwischen dem roten Platz und dem Arneggerbach.

Ralph Ribi

Wo soll das neue Schulhaus der Schulgemeinde Andwil-Arnegg dereinst stehen? In Andwil? Oder doch in Arnegg? Diese Fragen beschäftigen den Schulrat. Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Erweiterung der Schulanlage Ebnet in Andwil oder ein Neubau in Arnegg. Die Schule soll das 1870 erbaute Otmar-Schulhaus in Andwil ersetzen.

In den vergangenen Monaten hat der Schulrat für beide Möglichkeiten Varianten ausgearbeitet: fünf für Andwil, fünf für Arnegg. Zwischen diesen können die Schulbürger nun entscheiden. Heute flatterte das Arbeitspapier in die Haushalte.

Schulrat will keinen Unterricht in Provisorien

In diesem listet der Schulrat zahlreiche Faktoren sowie Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten auf. Für den Standort Ebnet hat er folgende geprüft:

Nord: Ein neuer Trakt D wird nördlich des Traktes C erstellt, teils auf dem bestehenden Schulgelände. Der Kauf von Bauland und eine Umzonung sind notwendig. Der Bau ist parallel zum Schulbetrieb möglich.

Nordost: Ein neuer Trakt D wird nördlich der Spielwiese erstellt. Die Bedingungen sind gleich wie bei der Variante Nord.

Spielwiese: Ein neuer Trakt D wird auf der Spielwiese erstellt. Der Kauf von Bauland ist notwendig und der Bau ist parallel zum Betrieb möglich. Für eine neue Spielwiese ist eventuell eine Umzonung notwendig.

Trakt B: Der Trakt B wird erneuert. Der Kauf von Land und ein temporärer Betrieb in Containern oder Gossau sind notwendig. Diese Variante will der Rat nicht weiterverfolgen, da die Kosten für Abriss, Neubau und Provisorien in keinem Verhältnis zum Nutzen stünden.

West: Vor der Doppelturnhalle wird auf dem Kiesplatz ein neuer Trakt D erstellt. Dazu ist der Kauf von Bauland notwendig. Das Grundstück steht kurz- und mittelfristig nicht zum Kauf, weshalb auch diese Variante nicht weiterverfolgt wird.

Der Schulrat favorisiert die Variante Ebnet Nord. Bei dieser seien kurze Verbindungen zwischen den Gebäuden gewährleistet und der Erwerb von Bauland von der Gemeinde könne auf ein Minimum reduziert werden. Bei den anderen Varianten seien die Wege und die Schulplatzgestaltung suboptimal.

Unterricht statt Beachvolleyball in Arnegg

Anders als in Andwil gibt es in Arnegg mehrere mögliche Standorte. Bei allen Varianten ist der Bau parallel zum Schulbetrieb möglich.

West (Beachvolleyballplatz): Es entsteht ein Schulhaus an der Weideggstrasse. Der Kauf von Bauland ist notwendig, eine Umzonung aber nicht.

Bischofszellerstrasse: Das Schulhaus wird auf der «Swissair-Wiese» gebaut. Der Kauf von Bauland und eine Umzonung sind notwendig.

Stationsstrasse (Graströchni): Auf diesem Gelände sind der Kauf von Bauland und eine Umzonung notwendig.

Ruppenstrasse: Es entsteht ein Schulhaus im eher dezentralen Ruppenquartier. Der Kauf von Bauland und eine Umzonung sind notwendig.

Bächigenstrasse: Für ein Schulhaus im nordwestlichen Teil sind der Kauf von Bauland und eine Umzonung notwendig. Da das Grundstück dem Gewerbe vorenthalten ist, wird diese Variante nicht weiterverfolgt.

Der Schulrat favorisiert den Standort West. Das Grundstück sei bereits für öffentliche Bauten eingezont, was die Planung und zeitnahe Umsetzung wesentlich vereinfache. Die Graströchni wäre städtebaulich zwar eine attraktive Lösung. Unter anderem wegen der hohen Landerwerbskosten stuft der Schulrat diese Option aber als sekundär ein.

Auch der Gossauer Stadtrat favorisiert die Parzelle mit dem Beachvolleyballplatz, wie er Ende 2019 in einer Antwort auf einen Vorstoss schrieb.

Wie hoch die Kosten sind, ist noch unklar

Zehn Varianten. Damit ist Schulratspräsident Christoph Meier zufrieden. «Uns war es wichtig, den Bürgern verschiedene, realistische Möglichkeiten aufzuzeigen und nicht nur eine Variante.»

Christoph Meier, Schulratspräsident

Christoph Meier, Schulratspräsident

PD

Obwohl der Schulrat auch die Variante Ebnet Nord empfiehlt, klingt es im Papier ein wenig danach, als ob er zum Standort West in Arnegg tendiert. So schreibt er, ein Erweiterungsbau im Ebnet hätte zur Folge, dass sich dort die Schülerzahl um 15 bis 20 Prozent erhöhe. Das Schulhaus gehört mit rund 265 Schülern bereits heute zu den grössten Primarschulhäusern im Kanton.

Die Grösse spreche daher tendenziell eher gegen einen Erweiterungsbau, so der Schulrat. Bei zwei Standorten würde die Schülerzahl auf ein «vernünftiges Mass» reduziert werden. Meier betont, dass es sich dabei nur um Fakten handle.

«Der Schulrat hat noch keine Präferenz und auch keine Vorentscheidung getroffen.»

Das letzte Wort haben sowieso die Schulbürger. An ihrer Versammlung am 30. März wählen sie zwei Varianten aus, für die Vorprojekte erstellt werden: je eines für die Erweiterung in Andwil und eines für den Neubau in Arnegg.

Ein wichtiges Kriterium sind die Kosten. Diese sind noch unklar. Sie hängen unter anderem davon ab, wie gross das Gebäude wird. «Zu den Kosten werde ich voraussichtlich an der Versammlung mehr sagen können», so Meier. «Alles andere wäre heute Spekulation.» Es sei aber davon auszugehen, dass die Kostendifferenz zwischen den Standorten nicht allzu gross sein werde.

Auch die Höhe des Kredits für die Vorprojekte ist noch nicht restlich bestimmt. «Wir gehen von rund 70 000 Franken aus.» Teil des Vorprojektes ist eine Kostenschätzung. Zudem wird der effektive Raumbedarf geklärt. Im Herbst sollen die Vorprojekte vorliegen. Nach einer Diskussion könnten die Schulbürger Ende 2020 über die Sieger-Variante und den Projektierungskredit abstimmen. Dann soll das finale Bauprojekt ausarbeitet werden, das Ende 2021 an die Urne kommen soll.

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