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Neues Dorfzentrum für Goldach: Die Mühlegut-Überbauung steht

Der Sieger des Architekturwettbewerbs steht fest: An der Mühlegutstrasse in Goldach werden 228 neue Wohnungen gebaut. Bauliche Massnahmen sollen das Tempo auf der Strasse reduzieren.
Sandro Büchler
Eine leicht geknickte Fahrspur und ein erweiterter Strassenraum soll die Geschwindigkeit der Autofahrer natürlich drosseln. (Visualierungen: PD)

Eine leicht geknickte Fahrspur und ein erweiterter Strassenraum soll die Geschwindigkeit der Autofahrer natürlich drosseln. (Visualierungen: PD)

Ein «wichtiger Meilenstein» sei die Überbauung des Gebiets Mühlegut, sagt Rolf Heinzmann, Präsident der Ortsgemeinde Goldach. Er präsentiert das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb: Am überzeugendsten sei der Vorschlag der Architekten ARGE Park + Kummer/Schiess aus Zürich. Die Jury kürt ihn einstimmig zum Gewinner.

Rolf Heinzmann, Präsident Ortsgemeinde Goldach (Bild: Sandro Büchler)

Rolf Heinzmann, Präsident Ortsgemeinde Goldach (Bild: Sandro Büchler)

Sechs Gebäude mit gesamthaft 228 Wohnungen sollen dereinst östlich und westlich der neu gebauten Mühlegutstrasse entstehen. Die Überbauung soll jedoch nachfragegerecht etappiert werden. In einer ersten Etappe sind rund 90 Wohnungen geplant, wofür die Ortsgemeinde mit Kosten von rund 46 Millionen Franken rechnet.

Beim Siegerprojekt fällt in erster Linie auf: Die vier- und dreigeschossigen Häuser sollen in einer Holzbauweise realisiert werden. Allenfalls ergeben sich dabei Synergien mit der Ortsgemeinde. Denn diese verfügt in der Umgebung von Goldach über bedeutende Waldbestände. Optisch stechen die klaren, aber nicht banalen Strukturen des Siegerprojekts ins Auge. Die Gebäude sind L-förmig gestaltet und ergeben so Freiräume zwischen den Häusern. Grünflächen ergänzen die neue Siedlung und würden eine hohe Aufenthaltsqualität bieten, sagt Christian Peter, Projektleiter für das Auswahlverfahren.

Die Strasse teilt das Neubauareal

Die im Projekt involvierte Landschaftsarchitektin, Katja Albiez, spricht von «Hofgärten» zwischen den Gebäuden. Im westlichen Teil der Neubausiedlung soll eine Obstbaumplantage Platz finden, der Bereich östlich der Mühlegutstrasse werde zu einer Art Blumenhof. Man wolle keine Schlafstadt, sagt Peter, «sondern eine Zentrumsbildung». Das Mühlegut-Areal werde keine reine Wohnsiedlung, viel mehr strebt das Bauprojekt eine Durchmischung punkto Alter und Nutzung vor.

Zusätzlich zum Café Mühlegut und den bestehenden Alterswohnungen sollen in den Erdgeschossen der Siedlung Büros und Gewerbebetriebe einziehen. Der erste Mieter ist bereits bekannt: Die Ortsgemeinde will ihre Geschäftsstelle ins Mühlegut verlegen.

Goldach sei verkehrsmässig in einem Umbruch, sagt Christian Peter. Die Zentrumsentwicklung verändere das Dorfbild. Dabei mittendrin befindet sich das Neubaugebiet. Für das Bauprojekt der SBB-Unterführung lief zudem am Mittwoch die Frist für Einsprachen ab. Voraussichtlich ab Mai 2019 werde die Mühlegutstrasse verlängert und so erst zur zentralen Achse quer durch das Neubaugebiet.

«Wirbelsäule» nennt Architekt Markus Lüscher die Strasse – aus gutem Grund. Denn im Projekt verläuft sie nicht schnurgerade durch das Mühlegut; sie ist leicht geknickt, im Zentrum steht ein Wasserspiel. «Das Ziel ist dadurch eine natürliche Temporeduktion zu erreichen, unter die 50 Stundenkilometer innerorts», sagt Rolf Heinzmann. Sind die Strasse und die Häuser gebaut, müsse man die effektiven Geschwindigkeiten betrachten. Allenfalls könne auch Tempo 30 Thema werden. «Das ist theoretisch möglich», ergänzt Gemeindepräsident Dominik Gemperli.

Weg statt Bahngleis

Als Grundlage für die Überbauung soll nun ein Sondernutzungsplan erstellt werden. Die Ortsgemeinde hofft, dass bis Anfang 2020 ein rechtskräftiger Plan vorliegt. Ein spezielles Augenmerk liegt beim Bau im Mühlegut auf dem Langsamverkehr. Denn das neu geschaffene Gelände ist öffentlich zugänglich und dient Fussgängern und Velofahrern als Verkehrsweg von Ost nach West. «Zusätzlich kommt das Industriegleis, das jetzt noch zur Bruggmühle verläuft, weg», sagt Gemeindepräsident Gemperli.

Stattdessen soll ein Fussweg gebaut werden. «So entsteht eine attraktive Achse zwischen dem Dorfkern und der Sportanlage Kellen.» Weiter würden Pläne für eine Parklandschaft, zwischen dem neuen Weg und dem Flussbett der Goldach, bestehen, sagt Gemperli. Die Idee hat bereits einen Namen: «Goldachpark».

Das Architektenteam erklärt das Siedlungsprojekt: v.l. n. r. Katja Albiez, Martin Schiess, Rolf Heinzmann, Markus Lüscher und Luc Kummer (Bild: Sandro Büchler)

Das Architektenteam erklärt das Siedlungsprojekt: v.l. n. r. Katja Albiez, Martin Schiess, Rolf Heinzmann, Markus Lüscher und Luc Kummer (Bild: Sandro Büchler)

Pläne und Modelle einsehen

Am Samstag von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag von 10 bis 14 Uhr sind die Projekte im Technischen Zentrum Marmorsäge TZM Goldach öffentlich ausgestellt.

Im Detail erklärt das Architektenteam, wie das Mühlegut-Areal bebaut werden soll. (Bild: Sandro Büchler)

Im Detail erklärt das Architektenteam, wie das Mühlegut-Areal bebaut werden soll. (Bild: Sandro Büchler)

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