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Das städtische Stimmvolk entscheidet über das Feuerwehrdepot - es soll für 20 Millionen Franken saniert und erweitert werden

Nach der Miliz- soll auch die Berufsfeuerwehr ein neues Depot erhalten. Das Volk stimmt am 17. November über den Kredit ab.
Christoph Renn
Das Feuerwehrdepot der Berufsfeuerwehr an der Notkerstrasse 44 neben der Olma ist in die Jahre gekommen. Es soll erweitert und saniert werden. (Bild: Ralph Ribi)

Das Feuerwehrdepot der Berufsfeuerwehr an der Notkerstrasse 44 neben der Olma ist in die Jahre gekommen. Es soll erweitert und saniert werden. (Bild: Ralph Ribi)

Die geplanten Veränderungen am Feuerwehrdepot der Berufsfeuerwehr in St.Gallen sind unauffällig. Von blossem Auge sind die Anpassungen auf der Visualisierung kaum zu sehen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese für den reibungslosen Betrieb unwichtig sind. «Momentan gleicht die Arbeit in der Zentrale einem gut organisierten, tauglichen Durcheinander», sagt Feuerwehrkommandant Christian Isler. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten holen sie das Beste raus. Mit der Sanierung und Erweiterung des Gebäudes an der Notkerstrasse 44 soll die Berufsfeuerwehr nun für die kommenden 30 bis 40 Jahre fit gemacht werden.

Alles in allem kostet das neue Depot gemäss Parlamentsvorlage 20,7 Millionen Franken. 921'000 Franken davon steuert die Gebäudeversicherungsanstalt aus dem kantonalen Feuerschutzfonds bei. Die Volksabstimmung findet voraussichtlich am 17. November statt. Im Stadtparlament ging die Vorlage schlank durch. Dass die St.Galler Berufsfeuerwehr eine neue Zentrale braucht, steht schon lange fest. «Zuerst dachte man sogar über einen Neubau nach», sagt Christian Isler. Damals rechnete die Stadt noch mit Investitionen von 45 bis 60 Millionen Franken.

Grund für den Neubau wären Strassenarbeiten am Knoten Steinachstrasse und am Autobahnanschluss gewesen. «Diese Arbeiten haben sich jedoch erübrigt und somit auch der Neubau des Depots.» Dieser Entscheid ist im Herbst 2013 gefallen. Hinzu komme, dass schon frühere Studien gezeigt hätten, dass der jetzige Standort an der Notkerstrasse für die Berufsfeuerwehr optimal sei. «Unser Fokus liegt auf der Altstadt und dem Stiftsbezirk», sagt Isler. «Diese Orte und sämtliche Tunnelportale der Stadt St.Gallen erreichen wir von hier gut.» Deshalb habe man sich für die Sanierung und Erweiterung entschieden.

Seit 50 Jahren nicht mehr saniert

Das Feuerwehrgebäude wurde 1969 in Betrieb genommen. Seit mehreren Jahren sind die Platzverhältnisse den betrieblichen Anforderungen nicht mehr gewachsen. «Zudem besteht sowohl in baulicher als auch in energetischer Hinsicht Sanierungsbedarf», sagt Christian Isler.

Denn seit dem Bezug des Depots vor 50 Jahren ist keine Gesamtsanierung mehr erfolgt. Nachdem die Milizfeuerwehr und der regionale Zivilschutz in den vergangenen Jahren neue Zentralen bezogen haben, ist nun die Berufsfeuerwehr an der Reihe. «Die Sanierung ist sozusagen der letzte Mosaikstein», sagt Isler. Die Ausgangslage bestimme jedoch das Projekt. Es gibt eine bestimmte Parzelle, eine Erweiterung ist also auf beide Seiten begrenzt. «Die Herausforderung ist, das Bestmögliche auf dem begrenzten Platz herauszuholen», sagt Isler.

Erweitert wird die Feuerwehrzentrale in Richtung Kantonsspital. Im Erdgeschoss und den ersten zwei Obergeschossen kommen pro Stock 150 Quadratmeter hinzu. «Das 3. Obergeschoss wird abgerissen und auf einer Fläche von 950 Quadratmetern neu gebaut.» Anstelle der heutigen Attikawohnungen entsteht ein Vollgeschoss mit Büros, Schulungsräumen und einer Cafeteria.

Zudem wird ein Lift eingebaut. Weiter erhält die Feuerwehr die Räumlichkeiten der St.Galler Stadtwerke im zweiten Untergeschoss. Einen grossen Vorteil wird das neue Gebäude für Frauen bringen: «Wir könnten dann endlich Frauen in der Berufsfeuerwehr einstellen», sagt Isler (siehe Zweittext unten). Das sei im alten Depot nicht möglich gewesen. Es gebe keine getrennten sanitäre Anlagen oder Umkleideräume. «Das wird sich mit dem neuen Depot ändern.»

Eine lange Liste mit Massnahmen

Das Betriebsgebäude der Berufsfeuerwehr neben der Olma wird nicht nur vergrössert, sondern auch erneuert. Die Liste der nötigen Massnahmen ist lang. «Wir müssen die Haustechnik erneuern und die Betonfassade sanieren.» Eine Herausforderung wird dann der Umbau selbst. «Wir müssen in Etappen und bei laufendem Betrieb sanieren», sagt Christian Isler. Wie genau diese Etappierung aussehen wird, steht noch nicht fest. «Dies müssen wir mit dem Architekturbüro noch im Detail anschauen.» Der Baubeginn ist für Herbst 2021 geplant, der Bezug des Gebäudes im Sommer 2023.

Keine Frauen und ein Brand mit Folgen

Feuerwehrfrauen sucht man in der St. Galler Berufsfeuerwehr bisher vergebens. Zwar arbeiten einige in der Administration oder in der Abteilung Finanzen. Feuer löschen Frauen jedoch bisher nur in der Milizfeuerwehr. «Dies soll sich im Hinblick auf die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrdepots ändern», sagt Feuerwehrkommandant Christian Isler. Es seien eigene Toiletten, Aufenthaltsräume, Ankleiden und Nasszellen geplant.

Wegen Personalmangels wäre Isler aber nicht auf Frauen angewiesen. «Es gibt jeweils viele Bewerbungen auf einen freien Posten», sagt Isler. So könnten sie freie Stellen gut mit geeignetem Personal besetzen. Einen grossen Topf mit potenziellen Feuerwehrleuten gebe es auch bei der Milizfeuerwehr. «Die Herausforderung ist es, taugliche junge Erwachsene zu finden, die sich für die Feuerwehr eignen», sagt Christian Isler. Deshalb sei er auf die Mithilfe der Aktiven angewiesen.

Eine spannende Zeit für die Feuerwehrleute der Stadt St. Gallen ist die Olma. «Aus unserer Sicht hat sich die Situation seit dem Brand der Halle 7 verbessert», sagt Isler. Denn die alte Halle habe weder über einen Feuermelder noch Sprinkleranlagen verfügt. Die neuen Degustationshallen 4 und 5 seien diesbezüglich besser ausgestattet. Dies bedeute jedoch nicht, dass die Arbeit im Brandfall für die Feuerwehr an der Olma eine einfache wäre. «Das grosse Personenaufkommen würde uns sicher vor grosse Herausforderungen stellen», sagt Isler. Die Nähe des Depots zu den Olma-Hallen sei dabei ein grosser Vorteil. Jedoch bringe es auch eine Schwierigkeit. «Wir können nicht mehr alle Strassen befahren.» Doch das sei schon seit ewig so und sie hätten sich an die Gegebenheiten angepasst. «Dies beeinflusst unseren Einsatz deshalb nicht», sagt Isler.

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