Neueröffnung
Luxusgrill statt Luxuskarosserie: Die ehemalige Ferrari-Garage im St.Galler Heiligkreuz wird zur Grillmanufaktur

Die St.Galler Grillmanufaktur Azado fertigt und verkauft ihre Luxusbratroste neu im Heiligkreuz. Wo früher teure Sportwagen für neugierige Blicke durch das Schaufenster gesorgt haben, präsentiert sich das Start-up heute mit eigenem Showroom. Dieser soll auch in Zukunft für Hingucker sorgen.

Sebastian Rutishauser
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Azado-Geschäftsführer und Gründer, Andreas Nöckl, freut sich über den neuen Standort im Heiligkreuz. Um Kundschaft anzuziehen, präsentiert er im Schaufenster nicht nur seine exklusiven Grills, sondern auch Autos.

Azado-Geschäftsführer und Gründer, Andreas Nöckl, freut sich über den neuen Standort im Heiligkreuz. Um Kundschaft anzuziehen, präsentiert er im Schaufenster nicht nur seine exklusiven Grills, sondern auch Autos.

Bild: Sebastian Rutishauser

Wie viele St.Gallerinnen und St.Galler kenne er die ehemalige Ferrari- und Maserati-Garage im Heiligkreuz schon lange. Als kleiner Bub hätten ihn die ausgestellten Luxuskarossen immer wieder in Staunen versetzt und zum Träumen verleitet. Nun ist für Andreas Nöckl in ebendieser Garage ein anderer Traum wahr geworden: Seit Ende Mai führt er darin nämlich seine neue Grillmanufaktur mit angrenzendem Showroom.

Noch vor 18 Monaten hat sein Start-up Azado in einer kleinen Garage in Lömmenschwil neue Grills entwickelt und hergestellt. Von da aus ging es weiter nach St.Gallen in eingemietete Räume an der Rorschacher Strasse. Doch: «250 Quadratmeter waren einfach zu wenig Platz. Ausserdem mussten wir die Grills und sämtliche andere Materialien mit dem Lift in unsere Werkstatt bringen.» Nun hat der Jungunternehmer mit seinen sechs Mitarbeitern an der Kolumbanstrasse 82 ein neues Hauptquartier gefunden. Er sagt:

«Dieser Standort ist der absolute Glücksfall für uns.»

Ein Showroom mit Sportwagen und dem teuersten Grill der Welt

Die ehemalige Ferrari-Garage sei wahnsinnig praktisch, denn der neue Standort biete mehr als nur eine grössere Fläche für die Werkstatt. So wird der nebenan liegende ehemalige Ausstellungsraum für Sportwagen künftig für die Präsentation der Luxusgrills genutzt. Für frischen Wind im neuen Showroom soll zudem das neue Pop-up-Konzept sorgen. Abwechselnd werden dabei Handwerk, Kunst oder Produkte von anderen Start-ups und Partnern aus der Region präsentiert.

Mitten im Showroom: ein Ford Shelby aus dem Jahr 1968.

Mitten im Showroom: ein Ford Shelby aus dem Jahr 1968.

Bild: PD

Gänzlich verschwinden soll das ursprüngliche Ambiente aber nicht. Nöckl sagt: «Unser Showroom soll als ehemalige Autogarage wahrgenommen werden.» Deshalb stehe beispielsweise ein alter Ford Shelby mitten im Raum. Auch mit der Inneneinrichtung im Stile der 60er-Jahre verfolge man ein klares Ziel:

«Wir wollen ein Lebensgefühl verkaufen. Einfach nur zwanzig Chromstahlgrills nebeneinander im Schaufenster aufzureihen, würde keinen Wow-Effekt auslösen.»

Dass es sich bei den Grills um Luxusprodukte handelt, verrät das ebenfalls im Showroom ausgestellte Glanzstück von Azado: Der mit einer Viertelmillion Franken dotierte Dubai-Grill ist offiziell der teuerste Bratrost der Welt (das «Tagblatt» berichtete).

Geöffnet hat die Grillmanufaktur samt Showroom unter der Woche jeweils am Nachmittag, am Samstagvormittag oder auf Anfrage. «So bleibt für uns genügend Zeit übrig, um in der Werkstatt zu tüfteln.»

Gleich neben dem Showroom befindet sich die Manufaktur. Ein Grossteil der zur Fertigung benötigten Materialien und Dienstleistungen stammt aus der Region.

Gleich neben dem Showroom befindet sich die Manufaktur. Ein Grossteil der zur Fertigung benötigten Materialien und Dienstleistungen stammt aus der Region.

Bild: Sebastian Rutishauser