Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Neuer HSG-Campus ist auch wichtig für die St.Galler Stadtentwicklung

Der Kanton plant am Platztor einen neuen HSG-Campus. Die Grossüberbauung soll eine Brücke zwischen Altstadt und nordöstlicher Innenstadt schlagen. Voraussetzung dafür ist, dass die nicht ganz einfache Integration der Überbauung ins Quartier gelingt.
Reto Voneschen
Das Areal am Platztor in St.Gallen. Hier soll zwischen dem Unteren Graben vorne im Bild, der St.-Jakob-Strasse rechts, dem Magnibergweg vor den Mehrfamilienhäusern rechts hinten und der Böcklinstrasse links der neue Campus der Universität St.Gallen entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Das Areal am Platztor in St.Gallen. Hier soll zwischen dem Unteren Graben vorne im Bild, der St.-Jakob-Strasse rechts, dem Magnibergweg vor den Mehrfamilienhäusern rechts hinten und der Böcklinstrasse links der neue Campus der Universität St.Gallen entstehen. (Bild: Urs Bucher)

Jetzt startet der politische Entscheidungsprozess für den Ausbau der Universität St.Gallen am Platztor. Der neue Campus soll 207 Millionen Franken kosten. Am Montag haben Kanton, Stadt und HSG das Grossprojekt an einer gemeinsamen Medienorientierung vorgestellt.

Jetzt liegt der Ball beim Kantonsrat: Er beschäftigt sich mit der Vorlage im November und Februar. Das letzte Wort hat das kantonale Stimmvolk am 30. Juni 2019, an einem speziell für diese und andere kantonale Vorlagen anberaumten Abstimmungstermin. Baubeginn am Platztor soll 2024 sein; bezugsbereit wären die Neubauten dann 2027.

Neue Impulse fürs Museums- und Bildungsquartier

Für die Stadt St.Gallen hat die HSG-Vorlage über bildungs- und wirtschaftspolitische Argumente hinaus spezielle Auswirkungen. Sie ist nicht nur eine Chance, die Universität in die Innenstadt zu holen und so stärker spürbar zu machen, sie ist auch für die Weiterentwicklung des ganzen Gebiets nordöstlich der Altstadt entlang des Unteren Grabens sowie der St.-Jakob- und Böcklinstrasse zentral.

Entsprechend wichtig ist die bauliche und verkehrstechnische Integration des HSG-Campus in sein Umfeld. Nur so ist garantiert, dass die Altstadt tatsächlich eine «Erweiterung» Richtung Osten erfährt. Und nur so kann die Grossüberbauung die Brückenfunktion zwischen Altstadt, Rosenberg, Nordost- und Museumsquartier wahrnehmen, welche von den Regierungsräten Stefan Kölliker und Marc Mächler sowie Stadtpräsident Thomas Scheitlin am Montag vor den Medien beschworen wurde.

Schlechtes Beispiel hinter dem Bahnhof

Dass es dafür spezielle Anstrengungen von Kanton und Stadt braucht, zeigt ein misslungenes Beispiel einer solchen Integration. Der Neubau der Fachhochschule, der einige Nummern kleiner ist als der neue HSG-Campus, hätte gemäss den damals Verantwortlichen wesentliche Impulse ins Gebiet hinter dem Hauptbahnhof bringen sollen. Dass dies nicht wie gewünscht gelungen ist, ist diversen Faktoren geschuldet.

Der Neubau der Fachhochschule hinter dem Hauptbahnhof ist zwar bereits wieder zu klein, funktioniert aber als Schulgebäude. Dem Quartier hingegen hat er bei weitem nicht die vielen Impulse gebracht, die man sich von ihm in der Planungsphase versprochen hatte. (Bild: Urs Bucher - 9. November 2017)

Der Neubau der Fachhochschule hinter dem Hauptbahnhof ist zwar bereits wieder zu klein, funktioniert aber als Schulgebäude. Dem Quartier hingegen hat er bei weitem nicht die vielen Impulse gebracht, die man sich von ihm in der Planungsphase versprochen hatte. (Bild: Urs Bucher - 9. November 2017)

Da war die Raumnot der FHS, die eine diskutierte öffentliche Nutzung im Erdgeschoss auch mit einem Eingang zur Rosenbergstrasse hin verunmöglichte (im Rennen war ein Restaurant). Da waren knappe Finanzen, die Spuren in der bis heute ungenügenden Umgebungsgestaltung hinterliessen. Und dass heute direkt neben einer neuen öffentlichen Parkgarage ein neuer oberirdischer SBB-Parkplatz liegt, spricht nicht für die damalige Koordination zwischen Kanton und Stadt.

Der Wille ist vorhanden, Garantie gibt es keine

An der Medienorientierung vom Montag auf dieses Beispiel angesprochen, reagierte der kantonale Baudirektor Marc Mächler sehr ehrlich: Niemand könne letztlich garantieren, dass die Integration der Überbauung am Platztor vollumfänglich so gelinge, wie die Verantwortlichen sich das wünschten. Gerade die Vermietung des öffentlichen Erdgeschosses entlang der St.-Jakob-Strasse werde «nicht ohne» sein.

HSG-Rektor Thomas Bieger, die Regierungsräte Stefan Kölliker und Marc Mächler sowie Stadtpräsident Thomas Scheitlin am Montag anlässlich der Präsentation der Vorlage für den neuen HSG-Campus beim St.Galler Platztor. (Bild: Ralph Ribi - 27. August 2018)

HSG-Rektor Thomas Bieger, die Regierungsräte Stefan Kölliker und Marc Mächler sowie Stadtpräsident Thomas Scheitlin am Montag anlässlich der Präsentation der Vorlage für den neuen HSG-Campus beim St.Galler Platztor. (Bild: Ralph Ribi - 27. August 2018)

Kanton und Stadt seien aber fest entschlossen, die Voraussetzungen «für die Verheiratung» von Altstadt und Platztor zu schaffen, sagte Marc Mächler. Die Vision der HSG sei ein lebendiger, öffentlicher Campus, der voll und ganz in die Stadt integriert sei, doppelte HSG-Rektor Thomas Bieger nach.

Ob die Integration der HSG-Überbauung gelingt, hängt für Regierungsrat Marc Mächler vor allem auch von deren Erschliessung ab. Hauptzugang für Fussgänger zum neuen Campus soll wie bisher die Unterführung von der Goliathgasse her sein.

In ihrer heutigen Form genüge sie allerdings nicht, hiess es an der Medienkonferenz vom Montag. Der enge «Schlauch» müsse erweitert sowie sicherer und freundlicher gestaltet werden. Zusätzlich soll es an der Tor- und St. Jakob-Strasse oberirdische Fuss- und Veloübergänge geben.

Ein wichtiges Thema beim Projekt der HSG-Neubauten auf dem Areal am Platztor ist die Gestaltung der umliegenden Strassen, insbesondere des Unteren Grabens und der St.Jakob-Strasse. Sie sollen freundlicher und durchlässiger, der Verkehr darauf «verstetigt» und damit sicherer gemacht werden. Davon erhoffen sich die Verantwortlichen auch weniger Lärm und Schadstoffausstoss. Das Strassenbauvorhaben ist nicht Bestandteil der eigentlichen Platztor-Vorlage. Der Ball dafür liegt bei der Stadt.

Parkgarage mit 50 Plätzen

Der HSG-Campus selber soll weitgehend autofrei sein. Die Erschliessung für Motorfahrzeuge erfolgt ausschliesslich über den Magniberg am Ostrand des Areals. Neben oberirdischen Abstellplätzen für die Anlieferung ist hier eine Parkgarage mit 50 Plätzen geplant. 10 davon werden gemäss einer Grunddienstbarkeit von einem Privaten genutzt, 40 sind für den Betrieb des HSG-Campus notwendig.

Ein weiteres Thema ist gemäss Regierungsrat Mächler die Anbindung der neuen HSG-Überbauung am Platztor an den öffentlichen Verkehr: Da werde man zu gegebener Zeit sicher mit den Verkehrsbetrieben der Stadt St.Gallen über Haltestellen und Fahrpläne reden müssen.

Ein Bähnchen ist noch nicht vom Tisch

In der Vorlage für den HSG-Campus am Platztor in St.Gallen bleibt offen, wie die neue Überbauung im Detail aussehen wird. Der Architekturwettbewerb für das Projekt wird erst nach der erfolgreichen Volksabstimmung durchgeführt. In der Vorlage enthalten sind aber die Rahmenbedingungen für Architekten und Planer. Sie zeigen die Grobstrukur des neuen HSG-Campus.

Campus soll der Öffentlichkeit offen stehen

Die bestehenden Bauten im über 9500 Quadratmeter grossen Viereck zwischen Unterem Graben, St.-Jakob-Strasse, Magniberg und Böcklinstrasse werden abgerissen. Am Unteren Graben soll gemäss Kantonsratsvorlage ein vorgelagerter Platz «einen Ankunfts- und Aufenthaltsort» als Verbindung zur Altstadt bilden. Eine weitere Möglichkeit für eine Freifläche räumen die Rahmenbedingungen für den Wettbewerb am Magniberg ein (Nummer 1 im obenstehenden Plan).

Entlang der St.-Jakob-Strasse soll «ein Zeilenbau» mit öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss entstehen (2). Die Bauten an der Böcklinstrasse sollen Bezug zur kleinteiligen und offenen Bebauung des Hangs darüber nehmen (3). In der Mitte des Areals sind höhere Gebäude als in den Randbereichen möglich (4). Und dort, wo heute die Offene Kirche steht, ist ein Bereich für eine weitere «publikumsorientierte Nutzung» möglich (5).

Flexibel und von guter architektonischer Qualität

Die Anordnung der Nutzungen auf dem Areal «soll einen zeitgemässen und zukunftsfähigen Betrieb ermöglichen und die betrieblichen Anforderungen auf lange Sicht erfüllen». Das Nutzungskonzept soll zudem flexibel genug sein, um künftigen Verschiebungen gerecht zu werden.

Die Qualitätsansprüche an die Arbeit von Architekten und Planern sind hoch: Die Bauten sollen «eine vorzügliche Gesamtwirkung» haben und in den städtischen Zusammenhang am Platztor passen. Die öffentlichen Freiflächen und Plätze sollen «als urbane, multifunktionale und frei nutzbare Aussenflächen gestaltet werden».

Platz für Talstation aussparen

Als direkte Verbindung zur heutigen Uni planen Kanton und Stadt einen Fussweg mit Treppen vom Platztor auf den Rosenberg. Damit, so heisst es in der Vorlage, könne eine wesentliche Lücke im Treppensystem der Stadt geschlossen werden.

Nicht endgültig schubladisiert ist das Projekt einer Standseilbahn (ähnlich dem Mühleggbähnchen) vom Platztor zur HSG auf dem Rosenberg. Ob und wer sie erstellt, ist offen. Sicher ist, dass der Kanton dafür kein Geld locker macht; da müssten Private oder die Stadt aktiv werden. In den Rahmenbedingungen für den Architekturwettbewerb für den neuen HSG-Campus am Platztor wird Raum für die Talstation vorsorglich ausgespart. (vre)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.