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Neuer HSG-Campus: Andere hätten für den Boden mehr bezahlt

Der Kantonsrat hat sich deutlich für den Bau des neuen HSG-Campus am Platztor ausgesprochen. Leise Kritik gab es für die Stadt: Sie komme dem Kanton beim Landverkauf zu wenig entgegen, obschon sie vom Projekt am meisten profitiere.
Seraina Hess
Stimmt auch das Volk dem Kredit für den Uni-Neubau zu, werden die bestehenden Bauten auf dem 9500-Quadratmeter-Areal abgerissen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Stimmt auch das Volk dem Kredit für den Uni-Neubau zu, werden die bestehenden Bauten auf dem 9500-Quadratmeter-Areal abgerissen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Fast an ihr «vorbei gegangen»: Das sei die Diskussion über den Bau des neuen Uni-Campus am Platztor, sagt CVP-Kantonsrätin Patrizia Adam. Wie die meisten Parlamentarier hat die ehemalige St.Galler Stadträtin mit einer längeren Debatte über das Vorhaben gerechnet – sei es der Kreditsumme in der Höhe von 160 Millionen Franken wegen oder aufgrund der jüngsten HSG-Skandale. Stattdessen herrschte Einigkeit: Die Fraktionen standen einmütig hinter dem neuen Uni-Standort.

Kantonsrat Basil Oberholzer (Grüne). (Bild: Regina Kühne)

Kantonsrat Basil Oberholzer (Grüne). (Bild: Regina Kühne)

Basil Oberholzer (Grüne, St.Gallen) fasst zusammen: «Natürlich haben wir Vorbehalte, wenn einer Institution Geld zugesprochen wird, die mit Spesenskandalen Aufmerksamkeit erregte.» Dennoch wäre es falsch gewesen, diesen Umstand in die Diskussion um den neuen Campus einfliessen zu lassen, sagt Oberholzer. «Die Erwartungshaltung gegenüber der HSG ist jetzt aber entsprechend hoch.»

Beitrag in Form eines Bauland-Rabatts

Kritik gab es im Parlament trotzdem, wenn auch nur nebenher. Sie stammt von Peter Boppart (CVP), Präsident der vorberatenden Kommission, und betrifft die Stadt als Baulandverkäuferin. Obwohl St. Gallen als Uni-Standort am meisten von der HSG profitiere, zahle sie «nur» zwei Millionen Franken an das Projekt. Dies in Form des Rabatts, den sie dem Kanton auf das Bauland gewährt: Sie verkauft ihm den Boden für zehn anstatt zwölf Millionen Franken.

Die ehemalige St.Galler Bauchefin Patrizia Adam rechtfertigt den Betrag, indem sie auf die Vorgeschichte verweist. Der Verkauf der städtischen Grundstücke am Platztor bedurfte 2014 erst der Zustimmung des Stadtparlaments. Adam erklärt:

«Hätten wir den Preis tiefer angesetzt, wäre er wohl nicht mehr vertretbar gewesen.»

Kantonsrätin Patrizia Adam (CVP). (Bild: Regina Kühne)

Kantonsrätin Patrizia Adam (CVP). (Bild: Regina Kühne)

Auch wenn die Stadt ihre Vorteile aus dem neuen Campus ziehe: Ein Verkauf massiv unter Wert sei nicht angemessen, zumal andere Interessenten um einiges mehr bezahlten. «Ausserdem handelt es sich nicht ‹nur› um einen Preisnachlass von zwei Millionen Franken, sondern auch um Baulandreserven an bester Lage», schliesst Adam. Thomas Scheitlin, Stadtpräsident und FDP-Kantonsrat, spricht ebenfalls von einem «absolut gerechtfertigten Betrag.» Selbst als das Bundesverwaltungsgericht von Bern nach St.Gallen verlegt wurde, sei die Stadt nicht grosszügiger verfahren: Sie leistete an den kantonalen Beitrag in der Höhe von 15 Millionen Franken einen städtischen Standortbeitrag von 1,5 Millionen.

Etrit Hasler will auch an der HSG Barrierefreiheit

Nicht um den städtischen Baulandrabatt, sondern um die ungenügende Barrierefreiheit an der Uni sorgt sich SP-Kantonsrat Etrit Hasler, St. Gallen. Die Kantonsregierung habe zwar betont, den neuen Standort am Platztor barrierefrei zu gestalten – allerdings soll die Verbindung zwischen Rosenberg und Platztor, die eine Erreichbarkeit von 15 Minuten gewährleiste, über Treppen führen. «Da frage ich mich schon: Wo bleibt hier die Behindertengerechtigkeit?» Die Lösung mit Shuttle-Bussen erscheint Hasler langfristig wenig zufriedenstellend.
Auch die Prüfung des bestehenden Campus auf seine Barrierefreiheit erachtet der Parlamentarier als nötig. Der Campus sei nur von einer Seite her barrierefrei erreichbar; gegen Süden sei es sogar unmöglich, das Gebäude mit Rollstuhl zu verlassen, um zur Bushaltestelle Universität zu gelangen.

Kantonsrat Etrit Hasler (SP). (Bild: Regina Kühne)

Kantonsrat Etrit Hasler (SP). (Bild: Regina Kühne)

Haslers Antrag, die Verbindung im Rahmen der Planung noch einmal zu überdenken, ist im Parlament zwar gescheitert. Wie der Parlamentarier aber berichtet, habe ihm Regierungsrat Marc Mächler nach der Abstimmung bereits zugesichert, der Angelegenheit weiterhin Gewicht beizumessen.

Eine Bahn dürfte lange auf sich warten lassen

Peter Boppart (CVP) sähe gern, die Stadt kümmerte sich um die Verbindung zwischen Rosenberg und Platztor. Der städtische öffentliche Verkehr falle in ihren Aufgabenbereich, ganz gleich, ob das Problem durch Busverbindungen oder die angedachte Standseilbahn gelöst werde.

Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP). (Bild: Ralph Ribi)

Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP). (Bild: Ralph Ribi)

Das sei falsch, sagt Stadtpräsident Thomas Scheitlin: «Die Finanzierung der Verbindung ist nicht Aufgabe der Stadt allein.» Die Beteiligung ergebe sich je nach Ausgestaltung des Angebots. Wovon ziemlich sicher Abstand genommen werden müsse, sei die Idee einer Standseilbahn als direkte Verbindung zwischen Platztor und Rosenberg: Der Kanton will eine solche nicht berappen – und der Stadt ist sie zu teuer.

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