Neuer Chef der Appowila Highland Games: «Dieser Verein ist ein verrückter Haufen»

Der Verein Appowila verbessert seine Organisation – und verteilt die Lasten auf mehreren Schultern.

Meret Bannwart
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Der 33-jährige Thomas Aldrian ist neuer Präsident von Appowila - und vernarrt in Schottland.

Der 33-jährige Thomas Aldrian ist neuer Präsident von Appowila - und vernarrt in Schottland.

Daniel Sennhauser

Der Verein Appowila hat einen neuen Präsidenten: Thomas Aldrian ist 33 Jahre alt und war zuvor bereits als Vize-Präsident im Vorstand tätig. Der Softwareberater ist seit 2016 Mitglied. Zu verdanken hat er dies der Mutter seiner Lebenspartnerin. Sie wusste von seinem Faible für Schottland. Bei seinem Umzug von St. Gallen nach Abtwil schenkte sie ihm zum dreissigsten Geburtstag die Mitgliedschaft im Schotten-Verein. Dieser organisiert die Appowila Highland Games, die alle zwei Jahre in Abtwil mit Dudelsack-Paraden und bunten Kilts viel Publikum anlocken.

Seilzieh-Wettkampf bei den Appowila Highland Games bei sommerlichen Temperaturen.

Seilzieh-Wettkampf bei den Appowila Highland Games bei sommerlichen Temperaturen.

Bild: 31. August 2019, Hanspeter Schiess

Jedes Jahr ein paar Wochen Ferien in der weiten Einöde Schottlands

Wie alle Mitglieder des Vereins Appowila hat auch Thomas Aldrian eine Leidenschaft für Schottland. Sie entflammte 2016 bei seiner ersten Schottlandrundreise. «In dieser einzigartigen Landschaft kann ich die Einsamkeit geniessen. Und dabei dem Alltag entfliehen», sagt Aldrian, der seither jedes Jahr ein paar Wochen auf der Insel der Dudelsäcke und Männerröcke verbringt. Als er bei Appowila hinzu stiess, lernte er als erstes den damaligen Präsidenten Martin Tschirren kennen, der den Verein auch gegründet hat:

«Die Chemie zwischen uns stimmte von Anfang an.»

Seither sei er beim «verrückten Haufen» mit dabei.

Der vorherige Präsident war überlastet mit zu vielen Ämtli

Doch das Amt des Präsidenten soll sich nun verändern. Mit dem Wechsel des Präsidenten hat der Verein auch die Aufgabenverteilung neu ausgearbeitet. Denn: «Martin Tschirren war vorher das Mädchen für alles», sagt sein Nachfolger Thomas Aldrian. Das Vereinsleben, die Organisation der Highland Games und das Sponsoring liefen bei ihm zusammen. Dies sei mit der Zeit zu viel geworden, da sich der Verein und die Spiele seit der Gründung 2008 stark vergrössert hätten. Ein kleiner Anlass für Schottlandbegeisterte war ursprünglich die Idee. Mittlerweile pilgern alle zwei Jahre mehrere tausend Gäste nach Abtwil, um ihrer Sehnsucht nach Schottland Abhilfe zu verschaffen. Diesen September waren es knapp 14 000.

Die Appowila Highland Games 2019 waren ein voller Erfolg mit 14000 Gästen.

Die Appowila Highland Games 2019 waren ein voller Erfolg mit 14000 Gästen.

Hanspeter Schiess

Die zahlreichen Fans der Highland Games sind aber kein Grund zur Sorge. Nach aussen wird sich nicht viel ändern, die Neuerungen betreffen die Organisationsstruktur. Die Lasten sollen auf mehreren Schultern verteilt werden. So gibt es nun zusätzlich zum Präsidenten und zum Vize eine Verantwortliche Verein (Gabi Hobi) und einen Verantwortlichen Highland Games (Christian Weigele). Die Aufgabentrennung soll strikt sein, denn es sollen nicht mehr mehrere Verantwortlichkeiten bei einer Person zusammenlaufen. Der neue Präsident arbeitet im Hintergrund in der Administration und leitet zudem die Vereinssitzungen. «Ich kann Martin Tschirren nicht ersetzen – das möchte ich auch nicht, sondern lieber meine eigenen Spuren hinterlassen», sagt Thomas Aldrian. Wichtig sei ihm, dass die neuen Umstrukturierungen durchgezogen würden. Finanziell sieht es für die Schotten­affinen gut aus, man schreibt wieder schwarze Zahlen. «Wir gehen mit zwei gesunden Beinen ins nächste Spiel», sagt Thomas Aldrian. «Nach den diesjährigen Spielen schlossen wir mit einem Plus von rund 20 000 Franken ab.»

Appowila Highland Games 2019 mit Mittelaltermarkt.

Appowila Highland Games 2019 mit Mittelaltermarkt.

Hanspeter Schiess

Fit für die nächsten Spiele

Im Jahr 2017 sah es aus finanzieller Sicht weniger rosig aus, der Verein verrechnete sich bei den Besucherzahlen der Highland Games, das Wetter spielte nicht mit. Dass es jetzt besser aussieht, kommt nicht von ungefähr. «Wir haben unser Publikum gefunden, die Besucherzahlen haben sich eingependelt», sagt der neue Präsident. Ausserdem habe man im Jahr 2018 viel getan, um wieder Geld aufzutreiben. Beispielsweise war der Verein am Auffahrtslauf mit von der Partie. Man sei jedoch vorsichtig und behalte das Jahr 2017 im Hinterkopf. Seiner neuen Aufgabe als Präsident des Ostschweizer Schottenvereins blickt Thomas Aldrian gespannt entgegen. «Ich bin neugierig darauf, was mich die nächsten zwei Jahre erwartet.»