Plattform lässt Besucher Vögel und Fische am Alten Rhein beobachten

Der Naturschutzverein Am Alten Rhein hat sich seit längerer Zeit mit einer Beobachtungsplattform für Vögel und Fische am Fluss auseinandergesetzt. Die Bauplanung im Naturschutzgebiet war aufwendig. Am Samstag wird die Plattform eingeweiht.

Benjamin Schmid
Drucken
Teilen
Der Beobachtungsturm eröffnet einmalige Ausblicke auf die Tier- und Pflanzenwelt am Alten Rhein. (Bild: Roland Stieger)

Der Beobachtungsturm eröffnet einmalige Ausblicke auf die Tier- und Pflanzenwelt am Alten Rhein. (Bild: Roland Stieger)

Oft spaziert Roland Stieger, Vorstandsmitglied des Naturschutzvereins und Initiator der Beobachtungsplattform, dem Flusslauf des Alten Rheins entlang. Nebst ihm geniessen täglich Hunderte die Wege durch unberührte Naturlandschaften. Viele nutzen die Region nicht nur als Naherholungs- und Sportgebiet, sondern auch zur Natur- und Vogelbeobachtung.

Stieger war trotz der Schönheit der Natur betrübt darüber, dass es wenige Beobachtungsplätze an der idyllischen Uferlandschaft gab und dass der Weitblick dem Fluss entlang Richtung See fehlte. Gemeinsam mit seinen Vereinskollegen entstand an der Hauptversammlung im März 2016 die Vision, am Rheinspitz eine Beobachtungsplattform zu bauen und damit besseren Weitblick zu ermöglichen. Im Rahmen des Wettbewerbs zum 150-Jahr-Jubiläum der St. Galler Kantonalbank sprach die Bank einen grosszügigen Betrag für das Projekt.

Überzeugungsarbeit und Geduld

Der Vereinsvorstand war schnell von der Idee begeistert, die nötigen Bewilligungen zu erhalten dauerte hingegen. «In einem Naturschutzgebiet zu bauen, ist nicht einfach», sagt Roland Stieger, «es müssen viele Vorschriften und Auflagen erfüllt werden». Zusammen mit den zuständigen Behörden und dem Rheinunternehmen als Landbesitzer wurden mögliche Standorte geprüft, Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten verhandelt und schliesslich vertraglich festgelegt. Nachdem sich der ursprünglich gewünschte Standort in der Nähe des Sees als nicht realisierbar erwiesen hatte, konnte weiter oberhalb, bei den grossen Buhnenweihern, ein idealer Standort gefunden werden. Während sich der Verein zukünftig um den Unterhalt und die Umgebungsarbeiten kümmern wird, ist das Rheinunternehmen Besitzerin des Beobachtungsturms. Nachdem die letzten Unklarheiten aus dem Weg geräumt waren, begann die Detailplanung. Es zeigte sich, dass der Turm auf sumpfigem Untergrund zu stehen kommt und daher aus Sicherheits- und Statikgründen ein solideres, aber teureres Fundament benötigt.

Mehraufwand macht weitere Sponsoren nötig

«Dadurch reichte der von der Kantonalbank gesprochene Betrag nicht mehr aus und wir waren auf weitere Sponsorengelder angewiesen», sagt Stieger. Nach der Sicherung der Finanzen startete der Bau. Dereinst soll der rund sieben Meter hohe Turm nicht nur Naturschützer und Ornithologen anziehen, sondern auch Spaziergänger und Velofahrer einladen, einen neuen Ausblick am Alten Rhein zu erforschen. «Nur was man schätzt, schützt man auch», sagt Roland Stieger und ergänzt: «Der Turm steht mitten in der Natur und besticht durch die schlichte Architektur, die schöne Landschaft und die Ruhe, die ihn umgibt.» Damit werden nicht nur andere Perspektiven ermöglicht, sondern die Leute angeregt, neue Horizonte zu entdecken und die Augen für die Schönheit der Region zu öffnen. Der mehrheitlich aus Lärchenholz gefertigte Beobachtungsturm steht südlich der ARA Altenrhein beim Bisenwäldli. Auf zwei Etagen haben die Besucher die Möglichkeit, durch Gucklöcher und Sehschlitze die umgebende Flora und Fauna zu beobachten.

Eine Wendeltreppe erschliesst die obere Plattform, die kein Dach besitzt, dafür optimalen Sichtschutz bietet, um laichende Fische oder brütende Wasservögel zu beobachten. Der Turm steht für Nachhaltigkeit und soll über Generationen hinweg die Region aufwerten.

Altenrheiner räumen Schutzgebiet auf

Einmal im Jahr pflegen Freiwillige in Altenrhein das Naturschutzgebiet. Um die Tiere nicht zu stören, müssen sich die Helfer an bestimmte Regeln halten.
Lisa Wickart