Neue Wohnüberbauung beim Tröckneturm auf der Zielgeraden

Bis 2022 soll im Waldacker eine neue Überbauung mit 110 Wohnungen entstehen. Jetzt liegen die Pläne für das Projekt der Ortsbürgergemeinde St.Gallen und einer Investorin öffentlich auf.

David Gadze
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Wohnen im Grünen: Zwischen den beiden Gebäuden der Überbauung «Holts» ist ein Freiraum mit Wiesen- und Rasenflächen vorgesehen. (Bild: PD)

Wohnen im Grünen: Zwischen den beiden Gebäuden der Überbauung «Holts» ist ein Freiraum mit Wiesen- und Rasenflächen vorgesehen. (Bild: PD)

Im Waldacker, in unmittelbarer Nähe zum Tröckneturm, soll in den kommenden Jahren neuer Wohnraum entstehen. Zusammen mit der Ortsbürgergemeinde St.Gallen als Grundeigentümerin plant die Vorsorgeeinrichtung Previs als Investorin eine neue Überbauung mit 110 Wohnungen. Das Projekt liegt bis 6. März in der Baudokumentation im Amtshaus an der Neugasse öffentlich auf.

Für die Überbauung hatte die Ortsbürgergemeinde im Herbst 2016 einen Studienauftrag ausgeschrieben. Aus 25 Beiträgen wählte die Jury das Projekt «Holts» – altsanktgallerisch für Holz – von Burkhalter Sumi Architekten aus Zürich aus. Bürgerrat Erwin Selva war mit der ERR Raumplaner AG auch zuständig für die Erarbeitung des Sondernutzungsplans und die Weiterentwicklung des Siegerprojekts. Dieses weise jetzt nur wenige Veränderungen auf.

Weniger hoch als maximal erlaubt

Die geplante Überbauung besteht aus zwei langen, geknickten Gebäuden aus Holz mit jeweils drei Häusern, die sich ins Gelände einfügen und über drei bis vier Obergeschosse verfügen. Diese beiden Baukörper, die sich in der Wohnzone 3 – also mit drei Obergeschossen plus einem Attikageschoss – befinden, weichen gemäss Selva leicht von der Regelbauweise ab. Sie haben aber dennoch eine geringere Beeinträchtigung der Nachbarschaft zur Folge, als mit Regelbauweise möglich wäre. Denn die Gebäude unterhalb der bestehenden Wohnhäuser schöpfen die maximal erlaubte Höhe nicht aus und verfügen nicht über ein Attikageschoss, dafür haben zwei der drei Häuser des anderen Baukörpers statt des Attikageschosses ein vollwertiges Stockwerk, ein Haus ist zudem fünfstöckig.

Die beiden Gebäude verfügen über insgesamt 110 Wohnungen zwischen zweieinhalb und fünfeinhalb Zimmern sowie über Maisonette-Wohnungen. Für die Mieter gibt es ausserdem einen Gemeinschaftsraum und fünf Studios, die sie dazumieten können. Den «guten Wohnungsmix» hat die Ortsbürgergemeinde gemäss Selva zusammen mit der Stadt der Investorin vorgeschlagen, um den Bedarf nach dem entsprechenden Wohnraum möglichst gut abzudecken. Den Grossteil machen Dreieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen aus. Zu den 110 Wohnungen entstehen in der Tiefgarage 81 Parkplätze, 71 für die Bewohner und zehn für Besucher. Die Erschliessung der Überbauung erfolgt von der Fürstenlandstrasse über die Ahornstrasse. Wie aus dem Planungsbericht hervorgeht, ist auf der Fürstenlandstrasse mit rund 20 zusätzlichen Fahrten in der Spitzenstunde zu rechnen, die kaum wahrgenommen werden dürften. Autoarmes oder gar autofreies Wohnen sei nie ein Thema gewesen, sagt Bürgerrat Erwin Selva. Die Investoren hätten aber bewusst weniger Parkplätze als Wohnungen eingeplant und sich ausserdem verpflichtet, als Kompensation Carsharing-Parkplätze in der Tiefgarage anzubieten.

In rund drei Jahren bezugsbereit

Die Stadtplanung hat die Erarbeitung der Wohnüberbauung von Anfang an fachlich begleitet. Sie begrüsse das «innovative Bauvorhaben», sagt Leiter Florian Kessler. Das Projekt «Holts» überzeuge durch die beiden kompakten, abgeknickten und höhenmässig abgestuften Zeilenbauten aus Holz sowie aus städtebaulicher Sicht durch den offenen Innenraum zwischen den Bauten mit geschwungenen Rasen- und Wiesenflächen. «Die Überbauung respektiert die topografische Situation und bildet gleichzeitig einen identitätsstiftenden, gemeinschaftlichen Ort.»
Der Baustart für «Holts» ist im Frühjahr 2020 vorgesehen. Läuft alles wie geplant, sollen die Wohnungen ab Frühjahr 2022 verfügbar sein. Die Anlagekosten betragen gemäss Beurteilungsbericht rund 40 Millionen Franken.

Die Veranda mit dem Nachbarn teilen

Die Ortsbürgergemeinde St.Gallen hat entschieden: Im Areal Waldacker soll eine Überbauung mit 113 Wohnungen entstehen. Der Holzbau kostet rund 40 Millionen Franken. Der Beitrag «Holts» hat sich gegen 24 andere Vorschläge durchgesetzt.
Christoph Renn

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