Aspiranten Sven Kägi und Sarina Boss. Bild: Hanspeter Schiess

Aspiranten Sven Kägi und Sarina Boss. Bild: Hanspeter Schiess

Neue Sheriffs im Kanton

Mit 28 neuen Aspiranten startet die Polizeischule 2018/2019. Ausgebildet wird der Ostschweizer Polizeinachwuchs in Amriswil.

Marc Ferber
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Damen startete am Montagvormittag mit der Übergabe der eigenen Dienstwaffe im Hofkeller des Regierungsgebäudes ihre Ausbildung zum Polizisten des Kantons St. Gallen. Mit im Gepäck haben die angehenden Kantonspolizisten eine Vielzahl an unterschiedlichen Berufen, ob Elektroinstallateur, Maturand oder medizinische Praxisassistentin. Das sind Begabungen, auf welche das St. Galler Korps als neuer Arbeitgeber gern zurückgreift.

Repräsentanten des Kantons

«Als Aspiranten repräsentieren Sie den Kanton St. Gallen als Polizisten. Anfangs als kleinstes Rädchen, aber nicht weniger wichtig für uns», beginnt Polizeikommandant Bruno Zanga seine Rede an die angehenden Polizisten. Er spornt die Kandidaten an, «während der Ausbildung so viel wie möglich mitzunehmen, um die wichtige Aufgabe für die Sicherheit der Bevölkerung auch im Berufsalltag bestmöglich meistern zu können». Eine der Aspirantinnen ist Sarina Boss. «Polizistin zu werden, war immer schon mein Wunsch», so die 24-Jährige aus Rorschacherberg. «Es ist ein grosser Tag für mich und meine neuen Kollegen. Wir sind alle sehr stolz, die Ausbildung zu beginnen. Ich hoffe, sie bringt mich auch als Mensch weiter», sagte die gelernte Kauffrau. In den nächsten Monaten erwartet die Aspiranten eine abwechslungsreiche Ausbildung mit viel theoretischen, aber auch praktischen Teilen. «Guten Tag, Herr Komandant, ich bin...», stellen sich die Aspiranten vor. «Willkommen, Herr Aspirant..., hiermit überreiche ich Ihnen Ihre Dienstwaffe.» In Anwesenheit hoher Beamter nehmen die künftigen Gesetzeshüter, einer nach dem andern, stolz ihre Dienstwaffe entgegen. Der erste Unterrichtsblock findet in der Polizeischule Ostschweiz in Amriswil statt und startet Anfang Oktober. Vor allem das Auswendiglernen des Strafgesetzbuches und der verantwortungsvolle Umgang mit der Dienstwaffe stehen laut Bruno Zanga auf dem Lehrplan. Die Schulung der Verhältnismässigkeit nimmt bei der Ausbildung einen grossen Platz ein. Im zweiten Teil der Ausbildung wartet ein vier Monate dauerndes Praktikum auf die angehenden Polizisten. Dort wird dann das gelernte Wissen in ihrem Polizei-Stammkorps vertieft. Im dritten und letzten Ausbildungsblock üben die Aspiranten dann unter realistischen Bedingungen im sogenannten «Reality Training» das richtige Handeln in gefährlichen Situationen. Dies ist der letzte Schritt zur Eidgenössischen Berufsprüfung.

«Finalissima» in Schaffhausen

Mit einer grossen finalen Übung, der «Finalissima» in Schaffhausen, und der Diplomfeier in der Polizeischule endet dann die Ausbildung der Anwärter, die sich dann Polizisten nennen dürfen. So auch Sven Kägi aus St. Gallen. Der 26-jährige gelernte Landschaftsgärtner kommt von einer Weltreise zurück und war davor für eine Sicherheitsfirma tätig. «Ich hoffe, dass ich die Polizeischule gut meistere und parat sein werde für den Ernstfall», so der St. Galler. Gefragt nach seinen persönlichen Wünschen für die Zukunft, antwortet der Ostschweizer: «Ich möchte ein guter Polizist sein.»