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Naturschutz in Gossau: Neue Laichstätten fürs Biotop Espel

Pro Natura St. Gallen-Appenzell will im Biotop Espel in Gossau Laichgewässer für Amphibien bauen. Ohne diese Massnahme sei das Überleben einiger Arten in der Gegend nicht gewährleistet.
Marco Cappellari
Das Gebiet der ehemaligen Kiesgrube Espel gehört seit Juni Pro Natura. (Bild: Urs Bucher)

Das Gebiet der ehemaligen Kiesgrube Espel gehört seit Juni Pro Natura. (Bild: Urs Bucher)

In der ehemaligen Kiesgrube Espel in Gossau will Pro Natura St. Gallen-Appenzell neue Tümpel und Weiher anlegen und bestehende Weiher ausbauen. So sollen wertvolle Laichgewässer für Amphibien, namentlich Molche und Unken, entstehen. Ein entsprechendes Baugesuch liegt bis 3. Oktober im Rathaus Gossau auf.

«Wir rechnen nicht mit Einsprachen», sagt Christian Meienberger, Geschäftsstellenleiter der Pro Natura St. Gallen-Appenzell. Das komplette Gebiet gehört nämlich seit Juni dieses Jahres der Pro Natura. Die politische Gemeinde Gossau hatte ihr das Grundstück übergeben, da der Stadt der Aufwand und die Kosten für den Erhalt des Naturschutzgebietes zu hoch geworden waren. Entstanden ist das Biotop bereits 1980, nachdem die Kiesgrube stillgelegt worden war.

Fische verdrängen Amphibien

Konkret geht es der Pro Natura um die Erstellung von Laichmöglichkeiten für Faden-, Teich- und Kammmolche sowie Gelbbauchunken. Nach der Übernahme von der Stadt hat die Naturschutzorganisation ein «Amphibienmonitoring» durchgeführt und festgestellt, dass das Überleben verschiedener Tierarten mittelfristig nicht möglich sei. Fische in den drei grossen Weihern verhindern, dass sich die Amphibien ungestört fortpflanzen können. Weitere, kleinere Tümpel würden zudem in den warmen Monaten sehr schnell austrocknen, was zur Verendung der Amphibien führt.

«Wir haben letzten Frühling gesehen, wie prekär die Situation ist. Deshalb haben wir in Absprache mit dem Kanton entschieden, das Projekt vorzuziehen», sagt Meienberger. «Sobald das Baugesuch durch ist, dauern die Bauarbeiten zwischen zwei und vier Wochen.» Die Kosten für das Projekt werden sich auf schätzungsweise 120000 Franken belaufen. Der Kanton und der Bund sowie verschiedene Stiftungen unterstützen das Projekt finanziell.

Westlich und östlich der Parzelle befinden sich zwei Altlastenstätten (siehe Grafik), unter anderem eine ehemalige Mülldeponie. Laut Pro Natura und Stadt werde das Gebiet aber regelmässig kontrolliert und es bestehen zu diesem Zeitpunkt keine Bedenken über eine Gefahr für die Laichgewässer in der Parzelle.

Mit der Fertigstellung des Projekts im Espel findet das Amphibien-Förderprojekt Thur-Glatt der Pro Natura St. Gallen-Appenzell seinen Abschluss. In dessen Rahmen wurden zwischen 2012 und 2018 insgesamt 38 Teilprojekte realisiert, die dem Erhalt und der Förderung einheimischer Amphibien helfen sollen.

Was im Espel gebaut wird

Das Bauprojekt ist in vier Teile aufgeteilt (siehe Grafik). Im Teilprojekt 1 wird im Südwesten der Parzelle eine Fläche von zirka 320 Quadratmeter einen halben Meter tief ausgegraben und mit einer Folie ausgekleidet. Dieses Becken wird anschliessend mit Wandkies und Pressschlamm aufgefüllt, sodass verschiedene Kleinstgewässer mit Grössen zwischen 20 und 40 Quadratmeter entstehen. Auf diese Weise wird verhindert, dass wie bis anhin die sich dort befindlichen Gewässer austrocknen und die Amphibien verenden. Diese Tümpel dienen künftig hauptsächlich der Gelbbauchunke als Laichstätte.

Der zweite Teil des Projekts umfasst die Aushebung eines neuen Teichs, der Molchen als Laichgewässer dienen soll. Hierzu wird ein Weiher von etwa 150 Quadratmeter Fläche 50 bis 80 Zentimeter tief ausgehoben und ebenfalls mit einer Folie abgedichtet. Ein Teil der Erde wird für den dritten Teil des Projekts verwendet. Dieser betrifft zwei fast verlandete Weiher im Norden der Pro Natura-Parzelle. Diese Gewässer werden ebenfalls zu zwei Folienweihern von etwa 80 und 100 Quadratmeter ausgebaut, die wie das Teilprojekt 2 Molchen als Laichstätte dienen soll.

Der vierte Teil des Projekts widmet sich dem südlichen und mittleren der drei grossen Weiher. Bei Hochwasserstand sind die beiden Gewässer verbunden. Im August trocknete der mittlere Weiher fast komplett aus, was zu einer Reduktion des Fischbestandes geführt hat. Dies ist für die Amphibienförderung wünschenswert. Deshalb wird der Damm zwischen den Weihern erhöht, um ein erneutes Zusammenlaufen zu verhindern. So können die Fische aus dem südlichen nicht wieder in den mittleren Weiher übersiedeln. (mac)

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