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Neue Fälle von Hautinfektionen: St.Galler Behörden ordnen Untersuchung wegen resistenter Keime im Schulhaus Engelwies an

Seit mehreren Monaten treten im Schulhaus Engelwies in St.Gallen wiederholt Hautinfektionen mit teilweise antibiotikaresistenten Keimen bei Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen auf. Kanton und Stadt haben deswegen eine Reihenuntersuchung der gesamten Schüler- und Lehrerschaft der Schulhäuser Engelwies angeordnet.
Tim Naef
Im März hatten sich bereits in der Primar- und Oberstufenschule Engelwies Schüler sowie Lehrer mit einer bakteriellen Hautinfektion infiziert. (Symbolbild: Trix Niederau)

Im März hatten sich bereits in der Primar- und Oberstufenschule Engelwies Schüler sowie Lehrer mit einer bakteriellen Hautinfektion infiziert. (Symbolbild: Trix Niederau)

Im vergangenen Jahr behandelte das Ostschweizer Kinderspital St.Gallen mehrere Schülerinnen und Schüler mit Hautinfektionen, vorwiegend wegen eitriger Pusteln. Wie die Staatskanzlei St.Gallen in einer Medienmitteilung schreibt, habe eine genauere Untersuchung der Fälle ergeben, dass es sich beim Erreger um das MRSA-Bakterium handle. Wie es weiter heisst, sei dieses Bakterium gegenüber einigen Antibiotika resistent, was die Behandlung erschwere.

Fachleute hätten seither per Hautabstrich entnommene Bakterien untersucht. Die Resultate belegen nun, dass die einzelnen Krankheitsfälle zusammenhängen würden. «Die Infektion ist in den letzten Monaten denn auch häufig bei Schülerinnen und Schülern beziehungsweise Benutzerinnen und Benutzern der Infrastruktur im Schulhaus Engelwies in St.Gallen aufgetreten», heisst es im Communiqué.

Seit Beginn der Beobachtungszeit seien Infektionsfälle bei 25 Schülerinnen und Schülern sowie bei zwei Lehrpersonen festgestellt worden. Um weitere Infektionsfälle zu vermeiden, seien in einem ersten Schritt Massnahmen wie die Händehygiene in den Schulhäusern und Kindergärten Engelwies intensiviert worden.

Neue Infektionen trotz Hygienemassnahmen

«Trotz diesen intensivierten Hygienemassnahmen und der Behandlung bereits erkrankter Personen sind in den letzten Wochen weitere einzelne Fälle von MRSA-Infektionen aufgetreten», so die Staatskanzlei.

Eine interdisziplinäre Fachgruppe mit dem Stadtschulärztlichen Dienst St.Gallen habe unter der Leitung der Kantonsärztin deshalb entschieden, weitere Massnahmen einzuleiten.

Reihenuntersuchung angeordnet

Der stadtschulärztliche Dienst St.Gallen führt vom 25. bis 27. November 2019 eine Reihenuntersuchung aller Schülerinnen und Schüler sowie aller Lehrpersonen des Schulhauses Engelwies durch. Damit wolle der stadtschulärztliche Dienst alle Personen mit einer akuten Infektion identifizieren und die Suche nach dem Übertragungsort vertiefen.

Bei der Reihenuntersuchung begutachten die Ärztinnen und Ärzte die Haut der Personen, nehmen Abstriche aus Infektionsherden und von der Haut und führen eine Befragung nach möglichen Übertragungsorten durch.

«Bei einer Bestätigung der Infektion werden die Betroffenen im Spital mit Antibiotika behandelt und von den Keimen befreit», sagt Danuta Reinholz, Kantonsärztin von St.Gallen. Eine weitere Ausbreitung der Infektion würde somit verhindert.

Was ist eine MRSA-Infektion?

Das Hautbakterium Staphylococcus aureus ist bei rund 30 Prozent aller Menschen Teil der normalen Hautflora und kommt auch in der Nase oder im Rachen vor. Meistens ist es empfindlich auf gängige Antibiotika. Die multiresistente Form MRSA kam in den letzten drei Jahren bei rund sechs Prozent der Bevölkerung in der Ostschweiz vor.

MRSA sind nicht aggressiver als «normale» Staphylokokken. Der Unterschied liegt in ihrer teilweisen Antibiotikaresistenz, was die Behandlung erschwert. Die Behandlung von Infektionen erfolgt deshalb mit ausgewählten Antibiotika. Wie alle Staphylokokken werden auch die MRSA meistens durch direkten Hautkontakt, über Hände oder gemeinsam benutzte Gegenstände wie beispielsweise Handtücher übertragen. (tn)

Problem besteht schon seit längerem

Im Schulhaus Engelwies war Ende 2018 der erste Fall dieser Hautinfektion – vorwiegend eitrige Pusteln – aufgetreten. In der Folge wurden die Hygienemassnahmen verschärft, ohne den erhofften Erfolg.

Im März dieses Jahres informierte die Stadt St.Gallen die Bevölkerung und machte auf das MRSA-Problem im Schulhaus Engelwies aufmerksam. Die Behörden hatten zu diesem Zeitpunkt von 15 Fällen Kenntnis. Ärzte gingen aber bereits dazumal von einer höheren Fallzahl aus. «Ich glaube, das ist nur die Spitze des Eisbergs», sagte Schulärztin Angela Walt auf Anfrage.

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