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Neue Busse braucht die Stadt: Das letzte Wort hat jetzt das St.Galler Stimmvolk

Die Verkehrsbetriebe St.Gallen wollen 37,5 Millionen Franken in 17 batteriebetriebene Trolleybusse und die Elektrifizierung weiterer Teile des Liniennetzes investieren. Ob es so weit kommt, zeigt sich am 25. November an der städtischen Abstimmungsurne.
Seraina Hess
Dieselbusse der Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) auf dem Bahnhofplatz. Diese Fahrzeuge sollen bis 2024 durch elektrisch betriebene abgelöst werden. Allerdings nur, wenn das städtische Stimmvolk am 25. November Ja dazu sagt. (Bild: Hanspeter Schiess - 24. Mai 2018)

Dieselbusse der Verkehrsbetriebe St.Gallen (VBSG) auf dem Bahnhofplatz. Diese Fahrzeuge sollen bis 2024 durch elektrisch betriebene abgelöst werden. Allerdings nur, wenn das städtische Stimmvolk am 25. November Ja dazu sagt. (Bild: Hanspeter Schiess - 24. Mai 2018)

Die Unterlagen zum letzten Abstimmungssonntag des Jahres dürften schon bald in die Haushaltungen flattern. Auf kommunaler Ebene haben die St.Gallerinnen und St.Galler über eine beträchtliche Summe für die Verkehrsbetriebe (VBSG) zu entscheiden: Auf dem politischen Prüfstand steht die Flottenerneuerung und Umstellung der Linien 3, 4 und 6 auf Batterietrolleybus-Betrieb.

Dieselbusse sind am Ende ihrer Betriebsdauer

In Zahlen ausgedrückt: St.Gallen entscheidet über einen Kredit von 37,5 Millionen Franken zu Lasten der VBSG-Investitionsrechnung. Zuletzt erneuert hat die Stadt die gesamte Busflotte der Verkehrsbetriebe in den Jahren 2007 bis 2009. Ende 2020 wird demnach ein Grossteil der Dieselautobusse ihre definierte Nutzungsdauer von zwölf Jahren erreicht haben.

Die damit nötig werdende Flottenerneuerung nimmt die Stadt zum Anlass, im Sinne des Energiekonzepts 2050 auf ein ökologisch sinnvolleres Antriebssystem zu setzen. Nach dem Vergleich mehrerer Antriebsarten haben sich die VBSG schliesslich für den Elektromotor entschieden.

Die Art des Ladevorgangs war entscheidend

Die wichtigste Frage für den Betrieb von Elektrobussen ist, auf welche Weise die Batterien aufgeladen werden: nachts im Depot, während des Fahrbetriebs an der Endhaltestelle oder dynamisch während der Fahrt. Das Problem: Was bei einem privaten Elektroauto funktionieren mag, kommt für den Bus nicht in Frage. Denn die Reichweite der Batterien ist noch nicht gross genug, damit sie einen ganzen Betriebstag überdauern würden.

Weil zum Aufladen zwischen den Fahrten aufgrund des dichten Taktes kaum Zeit bleibe, dränge sich für St.Gallen mit dem bereits bestehenden Fahrleitungsnetz die laufende Nachladung während der Fahrt auf, heisst es im Abstimmungsbüchlein. Ein System, das sich im Fachjargon «In-Motion-Charging» nennt.

Anfang Jahr testeten die Verkehrsbetriebe St.Gallen die neuen batteriebetriebenen Trolleybusse. Im Bild ist eines der Fahrzeuge auf dem Oberen Graben zu sehen. (Bild: Hanspeter Schiess - 6. Februar 2018)

Anfang Jahr testeten die Verkehrsbetriebe St.Gallen die neuen batteriebetriebenen Trolleybusse. Im Bild ist eines der Fahrzeuge auf dem Oberen Graben zu sehen. (Bild: Hanspeter Schiess - 6. Februar 2018)

Deshalb geht es in der Vorlage nicht nur um die Erneuerung der Busflotte. Sie enthält auch Elektrifizierungsprojekte. Die mit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember neu entstehenden Linien 3 und 4 zwischen Wittenbach und Abtwil-St.Josefen sowie die neue Linie 6 zwischen St.Georgen und Heiligkreuz müssen mit insgesamt sieben Kilometern zusätzlicher Fahrleitungsstrecke ausgestattet werden.

Mit der Batterietechnologie kann die elektrisch betriebene Fahrstrecke der VBSG so auf 58,6 Kilometer verdoppelt werden.

Fahrgäste decken 60 Prozent der Kosten

Die Gesamtinvestition von 37,5 Millionen Franken enthält somit sowohl den Bau der Fahrleitungsinfrastruktur als auch die Anschaffung von elf Doppelgelenk-Batterietrolleybussen und sechs Gelenk-Batterietrolleybussen. Die Finanzierung von Betriebs- und Investitionskosten erfolgt zu 60 Prozent durch Fahrgast-Einnahmen. Der verbleibende Teil wird die nächsten 15 Jahre bei den VBSG zu betrieblichen Mehrkosten und Abschreibungen von jährlich 1,5 Millionen Franken führen.

Dieser Betrag wird je zur Hälfte durch den Kanton und den sogenannten Gemeindepool finanziert. Am Gemeindepool beteiligen sich sämtliche Gemeinden des Kantons St.Gallen. Die Stadt trägt gegenwärtig einen knappen Drittel dazu bei. Die jährlichen Mehrkosten, die auf die Stadtkasse zukommen, betragen somit 236'000 Franken.

Eine Million Liter Diesel pro Jahr sparen

«Der Mehrwert, den wir dafür erhalten, rechtfertigt diesen Betrag. Die Ökobilanz ist enorm positiv», sagt Stadtrat Peter Jans, Direktor der Technischen Betriebe. Durch die Umstellung können pro Jahr rund eine Million Liter Diesel gespart werden. Am Ende ist es nun aber das Stimmvolk, das über die ÖV-Pläne entscheidet.

Nimmt es die Vorlage am 25. November an, soll direkt nach der Plangenehmigung durch das Bundesamt für Verkehr mit dem Ausbau des Fahrleitungsnetzes begonnen werden. Ziel des Stadtrates ist es, die neuen Linien 3, 4 und 6 mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 auf den elektrischen Betrieb umzustellen.

Das Wichtigste in Kürze

Die Dieselbusflotte der VBSG soll ab 2020 durch Batterietrolleybusse ersetzt werden. Diese können nicht nur auf Strecken mit Fahrleitungen verkehren, sondern verfügen über eine autonome Reichweite von aktuell 15 Kilometern. Zusammen mit einem Ausbau des städtischen Fahrleitungsnetzes um sieben Kilometer kann eine Verdoppelung des elektrisch betriebenen Liniennetzes der Verkehrsbetriebe erreicht werden.

Das Stadtparlament hat für die Beschaffung von 17 Batterietrolleybussen und die Ausbauten des Fahrleitungsnetzes einen Verpflichtungskredit von 37.5 Millionen Franken zu Lasten der Investitionsrechnung der Verkehrsbetriebe beschlossen. Die St.Gallerinnen und St.Galler haben das letzte Wort und entscheiden am 25. November über die Vorlage. (seh)

Das Abstimmungsbüchlein

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