Neubau soll Rheinecks Kindergärten ersetzen

Rheineck will für 3,49 Millionen Franken einen neuen, zentralen Kindergarten bauen. Dies käme günstiger, als die bestehenden zu renovieren. Während einer Infoveranstaltung gab es auch kritische Stimmen.

Jolanda Riedener
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Nicht mehr für jedes Quartier einen Kindergarten: Rheineck stimmt über einen zentralen Neubau ab. (Bild: Visualisierung: PD)

Nicht mehr für jedes Quartier einen Kindergarten: Rheineck stimmt über einen zentralen Neubau ab. (Bild: Visualisierung: PD)

Der Rheinecker Stadtrat will ein Kindergartenzentrum bauen und hat ein entsprechendes Vorprojekt sowie den Kostenvoranschlag über 3,49 Millionen Franken genehmigt. Er empfiehlt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, auf eine Sanierung der veralteten drei Kindergärten zu verzichten, heisst es in einer Mitteilung. Stattdessen will er am Standort beim Primarschulhaus Neumüli einen zentralen Kindergarten mit drei autonomen Einheiten und einem Ergänzungsbau für den Betrieb der Kinderspielgruppen errichten.

«Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Kosten für die Sanierung der veralteten Gebäude oder ein neues Kindergartenzentrum in etwa die Waage halten», sagt Schulratspräsident Oscar Kaufmann an einer Informationsveranstaltung vergangene Woche. Eine Erhöhung des Steuerfusses sei nicht nötig. Die drei bestehenden Kindergärten sind zwischen 47 und 81 Jahre alt. Die Kinderspielgruppe befindet sich im Haus Knecht.

Kritische Stimmen zum Millionenkredit

Knapp 3,5 Millionen Franken sind kein Pappenstiel. Daher erstaunt es nicht, dass sich an der Orientierungsveranstaltung einige Bürger kritisch geäussert haben. Vor allem die längeren Schulwege wurden beanstandet. «Dies führt zu weniger Familienzeit», sagte eine Anwohnerin und ergänzte: «Es sollte für jedes Quartier einen Kindergarten geben.»

Die heutigen Kindergärten liegen alle im Umkreis von unter 500 Metern, heisst es seitens der Stadt. Die Distanzen seien in Rheineck aufgrund der räumlichen Verhältnisse ohnehin sehr kurz und nach dem Kindergarten besuchen die Kinder sowieso die Primarschule in der Neumüli.

Andere Stimmen am Infoabend fanden die Verkleinerung der Grünfläche bei einem Neubau wenig attraktiv oder waren der Meinung, dass bereits heute Synergien zwischen der Schule und dem Kindergarten genutzt würden und es deshalb keinen teuren Neubau bräuchte.

Die meisten Fragen jedoch kamen im Zusammenhang mit dem Projekt auf und zielten darauf ab, dieses zu prüfen und zu durchleuchten. Ausserdem stellten sich einige die Frage, ob der Neubau dem Sportplatz nicht zu viel Raum wegnähme und so die Bewegungsfreiheit der Schüler eingeschränkt werde. «Ist der Neubau behindertengerecht», fragte weiter ein Anwohner. «Dem ist so», sagt Stadtpräsident Hans Pfäffli, im Gegensatz zu den bestehenden Räumlichkeiten der Kindergärten. Im August veranstaltete der Rat bereits ein Tag der offenen Kindergärten, wo die Bürger sich selbst ein Bild machen konnten. «Dieses Angebot kam an», sagt Pfäffli.

Zentrale Lage als Vorteil für alle Beteiligten

Schulratspräsident Oscar Kaufmann hatte auf die meisten Fragen eine Antwort parat. Nicht allen Anwesenden leuchteten diese ein, für die Mehrheit aber waren sie sachlich nachvollziehbar. «Der Zentrumskindergarten bietet viele Vorteile. Weil alles an einem Ort ist, entstehen kurze Wege», sagte Kaufmann. Der Neubau samt Innenraumgestaltung sei auf einen Kindergartenbetrieb ausgerichtet. «Die Bedürfnisse der Lehrpersonen sind ins Projekt eingeflossen.» Man habe sich bei anderen Gemeinden informiert und deren Kindergärten angeschaut. Daraus habe sich die vorliegende Variante ergeben, die Vorteile anderer Projekte einschliesse, sodass kaum Nachteile übrig bleiben würden.

Auf die Frage, was bei einem negativen Wahlergebnis geschehe, antwortete Kaufmann: «Es gibt keinen Plan B. Alternativ müssten die bestehenden Gebäude saniert und an die Bedürfnisse angepasst werden.»

Die Nutzung der bisherigen Kindergartenliegenschaften ist noch offen. Sollte der Neubau angenommen werden, würde die Bürgerschaft zu gegebener Zeit darüber entscheiden. Beim Löwenhof könnte ein Grünraum geschaffen werden und für die Parzelle des Kugelwis-Kindergartens hat die Ortsgemeinde Interesse angemeldet. Auch der Buhof könnte für eine bauliche Entwicklung freigegeben werden.

Hinweis

Die Rheinecker Stimmbürger entscheiden am Sonntag, 23. September, über den Kredit für einen neuen zentralen Kindergarten.