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Neuanfang im ehemaligen Fliegerhangar: Serbischer Tanzverein tanzt nun in Altenrhein

Nicht mehr in Rorschach, dafür in Altenrhein steht das neue Zuhause des serbischen Tanzvereins Vuk Stefanović Karadžić. Dank eines Crowdfundings wurde nicht nur ihr Weiterbestehen gesichert, sondern zugleich auch eine Lokalität für andere Vereine im Bodenseeraum geschaffen.
Alexandra Pavlovic
Der serbische Tanzverein präsentierte am Tag der offenen Tür einen Teil ihrer über 100-jährigen Trachten. (Bilder: Tanzverein Vuk Stefanovic Karadzic)

Der serbische Tanzverein präsentierte am Tag der offenen Tür einen Teil ihrer über 100-jährigen Trachten. (Bilder: Tanzverein Vuk Stefanovic Karadzic)

Schlichtes Design, moderne Lampen im Industriestil, offene Räume: Das neue Zuhause des serbischen Tanzvereins Vuk Stefanovic Karadzic präsentiert sich in einem neuen Licht. Nichts erinnert mehr an den ehemaligen Rohbau eines Fliegerhangars mitten im Industriegebiet von Altenrhein. «Zu Beginn standen hier lediglich zwei Neonleuchten, sonst nichts», sagt Zeljko Sucevic, Präsident des Tanzvereins.

Heute, vier Monate später, gibt es mehrere Tanzräume, eine Bar, eine Küche, Toiletten, Aufbewahrungsräume und auch einen begehbaren Kleiderschrank. «Ohne Fleiss und Schweiss würde heute nichts von alledem stehen», ergänzt Sucevic und ist stolz, was die Vereinsmitglieder hier mit den eigenen Händen innert Kürze auf die Beine gestellt haben.

Umzug nach 27 Jahren

Dass es überhaupt zu einer Renovation kommen konnte, verdanken die Tänzerinnen und Tänzer einem Crowdfunding, was nicht ganz freiwillig Zustande gekommen ist. Nachdem bekannt wurde, dass sie aus ihren ehemaligen Räumlichkeiten im Rorschacher Löwengartenquartier ausziehen mussten, hat sich der Verein auf die Suche nach einem neuen Gebäude gemacht. Kein leichtes Unterfangen, galt es doch eine adäquate Lokalität für über 130 Personen zu finden.

Sucevic sagt:

«Wir wären gerne weiterhin in Rorschach geblieben, schliesslich war es 27 Jahre lang unser Zuhause.»

Aber wo sie auch suchten, in der Hafenstadt gab es nichts Passendes. Und so dauerte es rund eineinhalb Jahre bis der Verein schliesslich in Altenrhein fündig wurde und die Räumlichkeiten eines ehemaligen Fliegerhangars Mitte Juni bezog.

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Serbischer Tanzverein aus Rorschach eröffnet neues Zuhause

Über 25'000 Franken Spendengelder aus Crowdfunding

Heute nun ist nicht mehr Rorschach ihr Zuhause, sondern Altenrhein. Obwohl dem Verein der Abschied aus ihrem alten Tanzlokal nicht leicht gefallen ist, sind dennoch alle glücklich. Es sei phänomenal was ihnen die Gönner und Unterstützer mit dem Crowdfunding ermöglicht hätten. «Ohne sie wäre all das nicht möglich gewesen», sagen denn auch viele Vereinsmitglieder.

Wegen der neuerdings doppelt so hohen Miete im Vergleich zu den Räumen in Rorschach und den kostspieligen Renovationen hat die Tanzgruppe mit Hilfe der Raiffeisenbank Geld gesammelt. Das Ziel waren 25'000 Franken, gut 33'000 Franken kamen am Ende an Spendengeldern zusammen. «Einfach überwältigend», anders könne er diese Geste nicht in Worte fassen, so der Präsident. Die Spenden hätten demnach nicht nur einen Grossteil der Renovationsarbeiten finanziert, sondern auch das Weiterbestehen des Tanz- und Kulturvereins sichergestellt.

Ein begehbarer Kleiderschrank für die Trachten

Dass die rund 130 aktiven Mitglieder künftig auch weiterhin ihrem Hobby, dem serbischen Folkloretanz, nachgehen können, zeigen sie sichtlich stolz am Tag der offenen Tür. Am Wochenende wurden nicht nur deren Familien, sondern auch die Gemeinde, Vermieter und andere zum grossen Fest geladen. Kulinarisch wurde der Gaumen an jenem Tag mit Spanferkel, Pita, serbischen Salaten und Desserts verwöhnt. Auch spielte eine Band traditionelle serbische Lieder. Zudem zeigten die Jüngsten der Tanzgruppe ihr Können.

Der Höhepunkt des Tages war neben der Einweihung des neuen Zuhauses, die Präsentation von vier über 100-jährigen Trachten. Die mit Mustern bestickten Kleider sind der ganze Stolz der Tanzgruppe und geniessen einen besonderen Stellenwert, erzählen sie doch die Geschichten ihrer Urgrossmütter und Urgrossväter. Damit auch andere ein wenig in ihre Tradition mit all ihren Bräuchen und Kleidern eintauchen können, hat der Verein einen begehbaren Kleiderschrank anfertigen lassen. «Sämtliche Kleider spiegeln unsere Kultur wieder, das sollen auch andere sehen dürfen», sagt Sucevic.

Fein säuberlich sind die Trachtenkleider des Rorschacher Tanzvereins nach Region sortiert. (Bild: Alexandra Pavlovic)

Fein säuberlich sind die Trachtenkleider des Rorschacher Tanzvereins nach Region sortiert. (Bild: Alexandra Pavlovic)

Die serbische Tanzgruppe kann dank ihrer neuen Lokalität auch weiterhin für Tanzwettbewerbe üben. Der Verein will aber weitaus mehr. Künftig wolle man noch stärker zur Kulturförderung in der Ostschweiz beitragen, so Sucevic. Daher hätten sie beschlossen die Räume auch anderen Vereinen anzubieten. «Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie es ist, ohne optimale Trainingsräume auskommen zu müssen.» Ob Karate, Ballett, Tanz oder auch Yoga – Platz habe es genug und für jedermann.

«Wir wollen nicht nur neue Choreografien für künftige Auftritte einstudieren, sondern zugleich auch weitere Vereine fördern. Unser Haus soll ein Haus der Begegnungen werden.»

Jeder Besucher wurden mit einem Stück eines selbstgemachten Brotes begrüsst.

Jeder Besucher wurden mit einem Stück eines selbstgemachten Brotes begrüsst.

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