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Im Gebiet Fenn-Geissberg gibt es neu Platz für Mehrfamilienhäuser

Der Sondernutzungsplan für die letzte Etappe der Überbauung Fenn-Geissberg ist überarbeitet worden. Neu soll auch verdichtet gebaut werden. Die Gossauer können während eines Monats ihre Meinung zum neuen Bauvorhaben äussern.
Perrine Woodtli
Die dritte Etappe, links unter der Strasse, befindet sich an einem Hang. (Bild: Ralph Ribi (29. Mai 2019))

Die dritte Etappe, links unter der Strasse, befindet sich an einem Hang. (Bild: Ralph Ribi (29. Mai 2019))

In den vergangenen Jahren ist im Gebiet Fenn-Geissberg, das im Südwesten der Stadt Gossau liegt, regelmässig gebaut worden. Das Überbauungsgebiet wurde in drei Etappen aufgeteilt. Die ersten beiden Teilflächen sind grösstenteils überbaut. Die Baubewilligung für die letzten freien Parzellen wurde letzten September erteilt. Nun soll es auch mit der dritten Etappe weitergehen. Die Pläne für jene Überbauung hatten sich verzögert. 2012 beantragte die Erbengemeinschaft Bernhardsgrütter, die das Land der dritten Etappe besitzt, bei der Stadt eine Änderung des Überbauungsplans, weil die ursprüngliche Planung in verschiedenster Weise mangelhaft gewesen sei. Der Stadtrat sah zunächst von einer Überprüfung ab, stimmte Ende 2016 einer solchen aber zu.

Plan wurde dem neuen Gesetz angepasst

Inzwischen wurde der geltende Überbauungsplan für die dritte Etappe überarbeitet und an das neue Planungs- und Baugesetz (PBG) angepasst. Die wesentliche Veränderung betreffe die Konkretisierung der Vorschriften, sagt Pius Gemperli vom Architekturbüro Gemperli Stauffacher, das für die Planung zuständig ist. So soll auf einem Teil der Fläche die Erstellung eines Attikageschosses zugelassen werden, um eine gewisse Verdichtung zu ermöglichen. Mit dem geltenden Überbauungsplan wäre dies nicht möglich, weil nur zwei Vollgeschosse zugelassen sind. «Der alte Überbauungsplan ermöglicht aufgrund der engen Vorschriften praktisch nur Einfamilienhäuser», sagt Gemperli. Bei der dritten Etappe soll eine etwas dichtere Bebauung zugelassen werden; im Gegenzug werde eine baulich und architektonisch einheitliche Gesamtüberbauung festgeschrieben. «Mit dem neuen Plan sind in Teilbereichen auch Mehrfamilienhäuser, etwa mit drei Wohneinheiten zulässig, was auch im Sinne vom Grundeigentümer und der Stadt Gossau ist.»

Seit dem Entscheid des Stadtrates, den Überbauungsplan zu überprüfen, sind zweieinhalb Jahre vergangen. Es sei ein langes Verfahren gewesen, sagt Gemperli. «Das ist aber normal, weil die Situation aufgrund der örtlichen Verhältnisse und der Offenlegung eines Gewässers komplex ist.» Seit der Ausarbeitung des Überbauungsplans im Jahr 2006 habe sich vieles planungstechnisch verändert, so auch die Gesetzeslage. «Wir mussten zahlreiche Details bei Kanton und Bund neu abklären. Die Planung ist in den vergangenen Jahren sehr langatmig geworden.» Der Stadtrat wollte laut Gemperli zudem wissen, wie die Überbauung mit dem neuen Sondernutzungsplan aussehen würde. «Dafür mussten wir ein Richtprojekt für Umgebung und Überbauung erarbeiten, dass das Ganze veranschaulicht.»

Grundeigentümer informieren über Änderung

Den Entwurf des neuen Sondernutzungsplanes Fenn, der den Überbauungsplan Fenn-Geissberg im Bereich der dritten Etappe ersetzen soll, können sich Interessierte heute im Fürstenland anschauen. Die Erbengemeinschaft Bernhardsgrütter lädt zum Infoabend, an dem Vertreter von der Stadt und der Grundeigentümerschaft sowie die Planer vor Ort sind und über das Projekt informieren werden. Dass man im Rahmen einer Infoveranstaltung einen Sondernutzungsplan vorstelle, ist laut Gemperli nicht ungewöhnlich. Mitwirkungsprozesse würden seit dem Inkrafttreten des neuen PBG und des neuen kantonalen Richtplanes grundsätzlich immer vorausgesetzt. Ziel eines solchen Anlasses sei es, alle Bürger über die Planungsabsichten, beziehungsweise über die vorgesehenen Änderungen der Bauvorschriften zu orientieren. Es gehe nicht darum, Rechtsverfahren vorzubeugen, sagt Gemperli. Die Mitwirkung diene höchstens indirekt dem Rechtsschutz.

Ab morgen kann der Sondernutzungsplan zudem bis zum 3. Juli im Rathaus eingesehen werden. Dazu gehören auch das Strassen- und Wasserbauprojekt. Für die Überbauung muss die Obere Bergweidstrasse für die Erschliessung verlängert werden. Zudem muss der Bergweidbach offengelegt werden. «Während 30 Tage können die Bürger Stellungnahmen beim Stadtrat einreichen», sagt Gemperli. Er stellt klar: «Ein Mitwirkungsverfahren ist kein Einspracheverfahren. Der Stadtrat wird die Rückmeldungen jedoch prüfen.»

Parallel dazu wird der Sondernutzungsplan dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht. Anhand der Rückmeldungen aus der Bevölkerung und vom Kanton werde man den Plan überprüfen. Nach der Freigabe des Planes durch den Gossauer Stadtrat wird er öffentlich aufgelegt. Gemperli hofft, dass die Auflage im Herbst erfolgen wird.

Hinweis: Öffentliche Infoveranstaltung zum Sondernutzungsplan Fenn; Heute 3. Juni, 19 Uhr, Fürstenlandsaal

Baugebiet mit Vorgeschichte

Im Gebiet Fenn-Geissberg lief bisher nicht alles reibungslos. 2005 hatte das Gossauer Stadtparlament der Umzonung von einer Landwirtschaftszone in eine Bauzone zugestimmt. Auf dem 6,6 Hektar grossen Gebiet sollten etappiert rund 70 Wohneinheiten gebaut werden. Einige Anwohner wollten das verhindern und sammelten Unterschriften. 2006 kam der Teilzonenplan an die Urne. Die Stimmberechtigten hiessen diesen gut. Nachdem Einsprachen gegen die Erschliessung der ersten Etappe bereinigt werden konnten, fuhren Ende 2007 die Bagger auf. In den ersten beiden Etappen entstanden in den Jahren darauf auf 45 Parzellen Ein- und Doppelfamilienhäuser. Bauherrin ist grösstenteils die Erbengemeinschaft Bernhardsgrütter.

Die letzten fünf Parzellen der zweiten Etappe verkaufte sie Ende 2015 an die Säntisblick Baupartner AG, nachdem sie mit Änderungen am Überbauungsplan keinen Erfolg hatte. Gegen die Pläne der neuen Eigentümer, fünf Mehrfamilienhäuser zu bauen, regte sich ebenfalls Widerstand. Eine Gruppe Anwohner reichte Einsprache und Rekurs ein, weil sie der Ansicht waren, dass nur Einfamilienhäuser zulässig sind. Die Parteien einigten sich schliesslich. 2018 erhielt die Säntisblick Baupartner AG die Baubewilligungen und die Visiere verschwanden nach zweieinhalb Jahren. Dort entstehen nun vier dreigeschossige Mehrfamilienhäuser und ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus.

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