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Kommentar

Gesprächsangebot der St.Gallen zum Graffiti auf der Offenen Kirche ist eine nette Geste mit Hintergedanken

Das Graffiti an der Offenen Kirche soll weg, oder nun doch nicht? Zumindest soll über den Verbleib nochmals diskutiert werden. Die Einladung der Stadt zum Gespräch ist zwar löblich. Allerdings ist das auf Twitter medial wirksam inszenierte Angebot nicht ohne Eigennutz.
Seraina Hess
Seraina Hess, Redaktorin Ressort St.Gallen (Bild: Urs Bucher)

Seraina Hess, Redaktorin Ressort St.Gallen (Bild: Urs Bucher)

An Kunst im öffentlichen Raum gewöhnt sich das Auge in der Regel rasch. Deshalb schmerzt allein schon der Gedanke daran, für immer auf ein Werk verzichten zu müssen, das sich ins Stadtbild eingefügt hat. In manchen Gemeinden führt das teilweise so weit, dass beim Abbruch alter Schulhäuser symbolträchtige Wandbilder, die irgendein Lokalkünstler in den 1960er-Jahren auf die Fassade gepinselt hat, kostspielig abgetragen und im Ortsmuseum aufbewahrt werden.

Wehmut verspürt die St.Galler Bevölkerung schon bei einem viel jüngeren Werk. Mit dem kleinen Unterschied, dass das Wandbild auf der Offenen Kirche verschwinden soll, bevor überhaupt feststeht, ob das Gebäude dem neuen Uni-Campus weichen muss. Empörung ist programmiert – und gerade eine kantonale Denkmalpflege hätte diese vorhersehen sollen.

Ihre Einladung zum Gespräch ist zwar löblich. Allerdings ist das auf Twitter medial wirksam inszenierte Angebot nicht ohne Eigennutzen. Denn um den Ruf der Denkmalpflege steht es nicht zum Besten; das hat selbst der Leiter der kantonalen Stelle erkannt. Obschon sie nur empfohlen hatte, das Graffiti zu entfernen, ist sie eben doch die wegweisende Instanz, auf die sich die städtische Baubewilligungskommission beim Entscheid gestützt hat. Das Gespräch, das schon viel früher hätte stattfinden können, bringt die Akteure zwar zusammen. Aber die ausgestreckte Hand bleibt am Ende wohl das, was sie ist: eine nette Geste.

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