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Das ist keine Bildmontage: Wenn sich der Himmel über St.Gallen farblich spaltet

Leserreporter haben am Wochenende ein besonderes Naturschauspiel fotografiert: einen farblich geteilten Abendhimmel und einen doppelten Regenbogen. Wie ist das möglich? Meteorologe Markus Jung erklärt die Wetterphänomene.
Linda Müntener
Farbenspiel am Himmel über St.Gallen. (Bild: Diana von Ow)

Farbenspiel am Himmel über St.Gallen. (Bild: Diana von Ow)

"Dies ist keine Bildmontage", schreibt Diana von Ow. "Der Himmel sah wirklich so aus!" Was die Leserreporterin am Samstagabend auf ihrer Dachterrasse in St.Gallen fotografiert hat, wirkt auf den ersten Blick tatsächlich wie ein Photoshop-Kunstwerk: Der Himmel über der Gallusstadt ist in der Mitte farblich aufgeteilt, links erscheint er im Abendrot, rechts im Grauton.

Die Sonne strahlt die Wolken an

Einen wissenschaftlichen Begriff für dieses Naturschauspiel gibt es keinen. "Es handelt sich um ein normales Morgen- oder Abendrot", sagt Markus Jung, Experte bei MeteoSchweiz. Sind bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang genug Feuchte, respektive Wolken in der Atmosphäre vorhanden, können diese orange oder rot angestrahlt werden. Grund: Das Licht der tief stehenden Sonne muss einen weiteren Weg durch die Troposphäre zurücklegen. Dabei wird das Sonnenlicht an den Molekülen von Luft und Wasserdampf gestreut – das blaue, kurzwellige Licht stärker als das rote.

Diana von Ow ist nicht die Einzige, die das Wetterphänomen mit der Kamera eingefangen hat. Auch Leser Daniel Noger hat am Samstagabend im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt - um 21.20 Uhr. Hohe Quellwolken fangen das Licht der untergehenden Sonne in der rechten Hälfte des Bildes ab, links scheint sie noch durch.

Leserreporter Daniel Noger hat das Naturschauspiel auf dem St.Galler Kinderfestplatz mit Sicht Richtung Engelburg und Abtwil fotografiert. (Bild: Daniel Noger)

Leserreporter Daniel Noger hat das Naturschauspiel auf dem St.Galler Kinderfestplatz mit Sicht Richtung Engelburg und Abtwil fotografiert. (Bild: Daniel Noger)

Tagsüber erscheint der Himmel hingegen blau. "Morgens oder abends werden die blauen Töne sozusagen herausgefiltert, übrig bleibt orange oder rot", erklärt Markus Jung. Da die Wolken je nachdem 0 bis 12 Kilometer höher als die Erdoberfläche stehen, ist in dieser Höhe die Sonne noch nicht untergegangen. "Dies kann man auch auf hohen Bergen oder im Flieger beobachten, die Sonne kommt früher über oder taucht später unter den Horizont."

Ein doppelter Regenbogen

Für Natur-Fotografen hat das Wetter am Wochenende noch mehr geboten. Leserin Maria Heine Zellweger sah am Sonntag plötzlich doppelt: Sie hat in Wienacht-Tobel einen zweifachen Regenbogen fotografiert.

Wie ein Spiegelbild des Originals: der doppelte Regenbogen, fotografiert in Wienacht-Tobel. (Bild: Maria Heine Zellweger)

Wie ein Spiegelbild des Originals: der doppelte Regenbogen, fotografiert in Wienacht-Tobel. (Bild: Maria Heine Zellweger)

Markus Jung erklärt das Phänomen: "Oft ist zusätzlich zum Hauptbogen ein weiterer aussen liegender blasser Nebenbogen zu sehen", sagt er. Dieser wirke wie ein Spiegelbild des Originals, da seine Farbreihenfolge genau umgekehrt erscheint. Wie beim einfachen Regenbogen wird auch beim Nebenbogen das Licht in Regentröpfchen gebrochen. Bei einem bestimmten Eintrittswinkel wird aber ein Teil des Lichtstrahls nicht nur einmal, sondern zweimal an der Grenzschicht im Inneren des Tropfens reflektiert.

Wenn diese Lichtstrahlen den Tropfen wieder verlassen, kreuzen sie die ursprüngliche Richtung des Sonnenlichts. Da der blaue Lichtstrahl wieder stärker gebrochen wird als die anderen Farben, bildet er nach dem Überkreuzen einen etwas größeren Winkel. Im Nebenbogen liegt die blaue Farbe daher aussen. Da die Menge der zweimal reflektierten Lichtstrahlen geringer ist als die der einfach reflektierten, erscheint der Nebenbogen deutlich schwächer.

Ein doppelter Regenbogen über dem Dottenwil in Wittenbach. (Bild: Ueli Bächtold)

Ein doppelter Regenbogen über dem Dottenwil in Wittenbach. (Bild: Ueli Bächtold)

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